Konzert in der Lagerhalle Bunter Abend beim Study-Up-Award Pop in Osnabrück

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Osnabrück. Viele unterschiedliche Stilrichtungen waren beim diesjährigen Study-Up-Award Pop des Hochschul-Instituts für Musik (IfM) in der Lagerhalle vertreten. Mit der neuen Band Toja um Sängerin Victoria Semel ging schließlich die poppigste Formation als Sieger hervor.

Das Beste kam zum Schluss – zumindest nach Auffassung der Jury, die allerdings ob der großen Vielfalt und der hohen Leistungsdichte lange mit der Entscheidung gerungen hatte, wen sie nun zum Sieger erklärt. Erst kurz vor Mitternacht stand fest, dass die Band Toja, die als Letzter von sechs hochklassigen Wettbewerbern den abwechslungs- und facettenreichen popmusikalischen Reigen standesgemäß komplettiert hatte, das Rennen gemacht hat.

Erster Auftritt vergoldet

Damit wurde quasi aus dem Stand heraus gleich der erste öffentliche Auftritt des neu formierten Band-Projekts von Sängerin Victoria Semel vergoldet. Gemäß einem von drei starken Titeln korrespondierte die kraftvolle und ausdrucksintensive Stimme der Frontfrau „wild and free“ mit den flockigen, gleichzeitig aber auch spannungsreichen, melodiösen, dabei mitunter aber effektvoll gebrochenen musikalischen Arrangements ihrer dreiköpfigen Band aus Bass, Gitarre und Schlagzeug, die sie selbst gelegentlich an den Tasten unterstützte. Auch zwei Background-Sängerinnen trugen zu dem an diesem Abend mit Abstand poppigsten Auftritt bei.

Stimmkräftige Ergänzung

Ebensolche eröffneten auch die stilistisch breit gefächerte Leistungsschau des Studienschwerpunkts Popularmusik. Als stimmkräftige Ergänzung des siebenköpfigen Ensembles Blazin’ Vibez standen sie dabei zwar im Vordergrund, aber doch bewusst neben Lead-Sängerin und Songwriterin Svenja Leopold, die dem insbesondere dank eines glänzenden Bläser-Duos entspannt bis energisch vorgetragenen Mix aus Reggae-, Ska- und Dub-Rhythmen mit ihrer tieftönig sonoren Stimme noch zusätzliche Würze verlieh.

Soul-Avancen

Mit nur einer und diesmal tatsächlich nur im Hintergrund agierenden Background-Sängerin, aber ähnlich großer Besetzung entfaltete im Anschluss die Band Franzis K. vergleichsweise gediegene Rhythmusstrukturen. Sängerin Franziska Sutter überraschte dabei mit Soul-Avancen, einer basslastigen Power-Ballade und einem rockigen „Move On“. Diese Direktive beherzigte dann das schlagkräftige Metal-Quartett Chasing The Serpent in furioser Weise. Im energiegeladenen Doro-Stil animierte Rock-Röhre Janina Ruopp das Publikum am Ende sogar zum Headbanging. Ebenfalls tanzbar, im Kontrast zum harten Gitarren-Feuerwerk von Ivans Metal-Allianz aber entspannt funky und soulful in die Beine gehend, geriet der Jan-Delay-artige Auftritt des stimmlich äußerst vielseitigen Sängers Lucas Newman samt seiner fünfköpfigen Begleitband.

Wahrer Pop

Experimentellen, mitunter jazzig-psychedelisch angehauchten und fast rein instrumentalen Art-Rock mit klirrender Gitarre, feinem Tenorsaxofon und reichlich kunstvoll platzierten Dissonanzen lieferte schließlich das Quintett Chato! Der bunte Strauß an popmusikalischen Stilübungen, die allesamt stark in ihrem jeweiligen Genre verankert blieben, war damit beendet. Ausufernder und somit wahrer Pop, der derartige Grenzen zu sprengen vermag, blieb am Ende der Sieger-Formation Toja vorbehalten.


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