Helden kommen aus der Familie Osnabrücker Regionalgewinner von „jugend creativ“ geehrt

Nachhaltig entsorgt: Mit ihrem „Müllfresser Fridolin“ konnte Liv Schrader (10, rechts, mit Freundin Nina) aus Rulle die Jury überzeugen. Foto: Hermann PentermannNachhaltig entsorgt: Mit ihrem „Müllfresser Fridolin“ konnte Liv Schrader (10, rechts, mit Freundin Nina) aus Rulle die Jury überzeugen. Foto: Hermann Pentermann

Ganz persönliche Helden und Vorbilder aus der Geschichte, der Literatur, dem Alltag und den Medien sollten beim 46. Malwettbewerb „jugend creativ“ aufs Papier gebracht werden. Die Gewinner wurden jetzt in der Filmpassage ausgezeichnet.

Fast 2500 Bilder hatten Schüler aus 19 Schulen in der Stadt und im Landkreis in diesem Jahr bei den Volksbanken in Alfhausen, Glandorf und Osnabrück eingereicht, wo am 10. März zeitgleich in drei lokalen Ortsjurys die jeweils besten vier Werke aus drei Altersklassen ausgesucht wurden. Seit 1970 wird der internationale Wettbewerb jährlich von Genossenschaftsbanken in Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Österreich und der Schweiz ausgerufen und gilt mit allein rund 600.000 Beiträgen aus Deutschland als einer der größten Jugendwettbewerbe weltweit.

Großes Kino für die Gewinner

Entsprechend „großes Kino“ war die Siegerehrung und Preisverleihung für die Kinder und Jugendlichen, ihre Freunde und Familien in Saal 1 der Osnabrücker Filmpassage, in deren Foyer die 32 Siegerbilder noch bis zum 13. Mai zu sehen sein werden. Ob Opa mit dem schnellen Auto, Oma, die bei den Hausaufgaben hilft, die Schwester, der man alles erzählen kann, oder die „Tante als Erzieherin“: Bei den Teilnehmern der ersten und zweiten Klassen kommen die Helden des Alltags mehrheitlich aus der eigenen Familie.

In den nächsthöheren Jahrgangsstufen tummeln sich neben „Supermama“ oder der Mutter, die „beim Sprechenlernen in der Praxis“ hilft, zunehmend auch Film-, Fernseh- und Comic-Helden wie Bibi & Tina, Superman, Iron Man, Fantasy Girl oder Pippi Langstrumpf – sowie reale Vorbilder wie Bayern-Torwart Manuel Neuer. Für die zehnjährige Nordkreis-Regionalsiegerin Liv Schrader aus Rulle ist ihr „Müllfresser Fridolin“ ein Held, weil er „Probleme löst“.

„Respekt vor Verantwortung“

Alle, die sich für andere stark machen und für Schwächere aufopfern, sind besonders für die älteren Schüler Helden, die differenziert „auch in anderen Farben“ auftauchen, wie es Daniel Kruse aus Dissen in seinem Siegerbild bunt auf den Punkt zeichnet. Einen Sonderpreis erhielt die Osnabrücker Ratsgymnasiastin Julia Laura-Marie Böhmer für ihre Zeichnung von Eltern mit dem Titel „Respekt vor Verantwortung“. Ihre Mitschülerin Lea Maske setzte sich in Form einer Collage, die auch für den Landeswettbewerb nominiert worden ist, mit dem Thema auseinander, inwieweit Medien dazu beitragen, Helden zu kreieren.

Auch Helfer sind Helden

Im Anschluss an die Preisverleihung für den Bereich „Bildgestaltung“ gab es schließlich auf der Leinwand auch bewegte Bilder zu sehen – nicht nur in Form des Kinderfilms „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“, den die rund 120 Gäste sich am Premierentag gemeinsam anschauen durften. Elf Zehntklässlerinnen aus der Gesamtschule Schinkel hatten als Gruppenarbeiten drei Kurzfilme eingereicht, die ideenreich darauf aufmerksam machen, dass auch alle Helfer hinter denen, die im medialen Fokus stehen, Helden sind; sowie auch alle, die engagiert und freiwillig Betroffenen in Krisengebieten vor Ort helfen – oder eben jenen, die aus diesen fliehen konnten.


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