IG Metall kritisiert Arbeitgeber 2000 beim Warnstreik vor dem VW-Werk Osnabrück

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Rund 2000 Beschäftige des VW-Werkes Osnabrück und Valmet Osnabrück haben sich nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montagmorgen an einem Warnstreik beteiligt.

Mit Beginn der Frühstückspause verließen die VW-Beschäftigten das Werk und versammelten sich vor dem Tor 2. Ein großer Teil der Belegschaft der Valmet Automotive kam dazu. Die Arbeitgeber hätten mit ihrem provokanten Angebot den Warnstreik veranlasst, rief Stephan Soldanski den Beschäftigten zu. Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Osnabrück kritisierte das Verhalten der Arbeitgeber im Tarifkonflikt.

„Lassen uns nicht mit Almosen abspeisen“

Fünf Prozent mehr fordert die IG Metall, die Arbeitgeber bieten derzeit 2,1 Prozent in zwei Stufen verteilt auf 24 Monate. „Die Beschäftigten sind es, die mit ihrer Arbeit die Werte und Profite erarbeiten“, sagte Soldanski, „wir lassen uns nicht mit Almosen abspeisen.“ Das hätten bereits einige Betriebe der Metall- und Elektroindustrie nach Ende der Friedenspflicht in der vergangenen Woche bei Warnstreiks bewiesen.

Nach der Verlagerung der Produktion nach Polen hielten die verbliebenen Mitarbeiter von Valmet Automotive erst recht zusammen, unterstrich Nicole Stallkamp von der Vertrauenskörperleitung des Unternehmens. Eine große Delegation des Cabriodach-Herstellers war zur Kundgebung am VW-Werk erschienen.

„Arbeiter haben nicht manipuliert“

Nach langen Jahren der Umverteilung von unten nach oben müsse nun auch wieder etwas für die Beschäftigten getan werden, unterstrich Achim Bigus. Der Vertrauenskörperleiter bei VW Osnabrück ging in seiner Rede auch auf die Abgasaffäre ein: „Die Arbeiter in der Montage, die Beschäftigten an den Maschinen, in der Lackiererei oder in der Verwaltung haben nicht manipuliert. Deshalb werden die Beschäftigten auch nicht die Zeche dafür zahlen. Dafür müssen andere geradestehen!“

Osnabrück habe als kleiner Standort mit großer Kompetenz und kurzen Wegen eine Zukunft im VW-Konzern, unterstrich Bigus. Gerade diese Stärke der geschlossenen Prozesskette würde aber auseinandergerissen, wenn Teile der Anlagen und Kollegen an Magna verliehen würden. Mit dem Plakat „Wir bleiben VW, A. Magna bleibt draußen“ erteilten die Mitarbeiter während der Warnstreiks einer Übernahme einzelner Abteilungen durch den österreichischen Autozulieferer eine Absage.

Weitere Streiks vor Pfingsten

Die Arbeitgeber im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland hätten angebotene Verhandlungen am 11., 12. und 13. abgesagt, kritisierte Soldanski: „Wer sich verweigert, braucht Druck und Ruhe im Betrieb.“ Die nächste Verhandlungsrunde finde erst nach Pfingsten am 20. Mai statt. Deshalb solle in der Woche vor Pfingsten noch einmal der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden. Notfalls werde die Gewerkschaft zu einem 24-Stunden-Streik aufrufen: „Das wird den Arbeitgebern wehtun.“

Nach einer Satzungsänderung der IG Metall seien nun auch 24-Stunden-Warnstreiks vor einer Urabstimmung möglich, erläuterte Bigus. Dafür gebe es Streikgeld. Die Nachtschicht bei VW werde sich in dieser Woche ebenfalls mit einem Warnstreik für die fünfprozentige Lohnerhöhung starkmachen.

Nach der Kundgebung nahmen die Beschäftigten um 10.45 Uhr die Arbeit wieder auf.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN