Versammlung der Jägerschaft Osnabrück Urbanes Denken stellt Jäger vor Herausforderungen

Versammlung der Jägerschaft Osnabrück-Stadt im Autopark Nahne: Unser Bild zeigt (von links) den Vorsitzenden Wilfried Lintker, Referent Marc Hinrichmnn und Kreisjägermeister Antonius Albers. Foto: Thomas OsterfeldVersammlung der Jägerschaft Osnabrück-Stadt im Autopark Nahne: Unser Bild zeigt (von links) den Vorsitzenden Wilfried Lintker, Referent Marc Hinrichmnn und Kreisjägermeister Antonius Albers. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Die Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Osnabrück-Stadt bot am Freitag,im Autopark Nahne nicht nur eine Rückschau des vergangenen Jagdjahres, sondern mit dem Vortrag von Marc Heinrichmann auch einen Ausblick auf die Herausforderungen der Zukunft.

Unter dem Titel „Die wachsende Dominanz urbanen Denkens in unserer Gesellschaft“ referierte der Geschäftsführer der Jägerstiftung „natur+mensch“ über die Chancen und Herausforderungen der Jäger. So sei nach seiner Auffassung ein schleichender Wandel in der Gesellschaft erkennbar, was die Wahrnehmung natürlicher Prozesse angehe. Insbesondere das Verständnis der Regulierung von Wildbeständen „in den Hochhäusern der Republik“ bezeichnete Heinrichmann als zum Teil völlig weltfremd. „Natur reguliert sich nicht mehr überall selbst.“

Sachverstand gefragt

Aus diesem Grund sei der Sachverstand der Jäger auch in Zukunft verstärkt gefragt. Erschwert würde die Arbeit der Waidmänner, nach Darstellung des Referenten, durch eine zunehmende Bürokratisierung und eine starke Durchdringung des gesellschaftlichen Denkens mit radikalen Ideen. Als treibende Kräfte machte Heinrichmann dabei vor allem Politiker der Grünen und der SPD aus. Unterstützt würden deren Forderungen durch eine gut initiierte Öffentlichkeitsarbeit der entsprechenden Lobbyverbände.

Eindringlich warnte Heinrichmann davor, dass die Arbeit der Jägerschaft aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwinde. Vielerorts entfernten sich die Menschen von der Natur und würden nur vom grünen Tisch aus die Vorgaben für die Jägerschaft entscheiden. Weil diesen Entscheidern dann häufig die Sachkenntnis fehle, käme es vielfach aus falsch verstandener Tierliebe zu Regularien, die eine Arbeit der Waidmannschaft stark behindere. Zwar seien in Deutschland noch keine „holländischen Verhältnisse“ eingekehrt, aber laut Heinrichmann steuere die deutsche Gesellschaft auf diese zu. An einem Beispiel der niederländischen Nachbarn verdeutlichte der Fachmann, wohin ein zu große Regulierungswut führen könne. Dort mussten eine große Anzahl Gänse zusammen getrieben und vergast werden, da sonst die Tiere drohten zur Plage zu werden.

Lernort Natur

Traditionell eröffnete der Jagdbläserchor Osnabrück unter der Leitung von Alexander Burton mit dem Signal „Begrüßung“ die Versammlung der Jägerschaft. Im Anschluss hielt der Vorsitzende Wilfried Lintker in seinem Jahresbericht Rückschau auf das vergangene Jagdjahr. Hierbei hob Linkter die gelungenen Aktionen der Waidmänner in der Öffentlichkeitsarbeit hervor.

So sei es etwa mit der Reihe „Lernort Natur“ bei einer Wanderung durch das Nettetal wieder gelungen zahlreichen Teilnehmer einen Einblick in die heimische Wildnis zu geben. Stolz zeigte sich Linkter über die gelungene Renovierung des Schießstandes in Lechtingen. Die dafür angefallenen Kosten von 140 000 Euro seien nach Auffassung von Linkter eine Investition in die Zukunft.

Jasper: Aufgabe, Mensch und Tier zu schützen

Stellvertretend für die anwesenden Ehrengäste lobte Bürgermeister Burkhard Jasper die Arbeit der Jägerschaft. „Ihre Aufgabe ist es Mensch und Tier zu schützen.“ Beispielhaft nannte Jasper den jüngsten Abschuss des Wolfes „Kurti“. Es eine Tatsache dass immer mehr Wölfe in die Region zögen. Damit unter anderem die Schäfer mit dieser Herausforderung nicht alleine gelassen würden, forderte Jasper einen entsprechenden Managementplan. In diesem Zusammenhang konnte auch der Kreisjägermeister Antonius Albers in seinem Streckenbericht zwei Kuriositäten berichten. So sei ein Stück Damwild und zwei Stück Schwarzwild im Stadtgebiet zur Strecke gekommen.


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