Titel „Älteste Schule“ verteidigt Osnabrücker „Caro“ gewinnt gegen Münsteraner Paulinum 6:0


Osnabrück. Zum zweiten Mal hintereinander hat das Osnabrücker Gymnasium Carolinum seinen Gegner im Spiel um den Titel „Älteste Schule Deutschlands“ förmlich zerlegt: Mit 6:0 gewannen die Carolinger das Spiel auf der Illoshöhe gegen das Münsteraner Paulinum.

Zuletzt hatten sich die beiden Schulen im Jahr 2014 gegenübergestanden. Damals war das Carolinum mindestens zwei Klassen besser und ging am Ende mit 9:0 vom Platz. So deutlich war die Überlegenheit der Osnabrücker Mannschaft in diesem Jahr zwar nicht. Dennoch dominierten die Carolinger das Spiel von Anfang an, gingen zügig in Führung und lagen zur Halbzeit bereits mit 3:0 in Front.

Überragender Mann der Partie war Gianluca Przondziono, Sohn des ehemaligen VfL-Osnabrück-Spielers Martin „Buongiorno“ Przondziono. Der Spieler von Arminia Bielefeld erzielte vier Tore und ließ seine Gegenspieler immer wieder stehen, als wären sie Slalomstangen. Die beiden weiteren Tore schossen Jonas Dallwig und Louis Wichter. Mit dem Sieg kann sich das Carolinum nun wieder für ein Jahr „Älteste Schule Deutschlands“ nennen.

„Beide Mannschaften spielen wirklich Fußball“

Entsprechend zufrieden mit der Leistung zeigten sich die beiden Osnabrücker Trainer. „Nicht nur das Ergebnis stimmt, die Mannschaft spielt auch hervorragend zusammen“, sagte Peter Tholl, der die Fußballer des Carolinums seit vielen Jahren betreut. „Außerdem geht es hier sehr fair zur Sache, beide Mannschaften spielen wirklich Fußball.“

Während Tholl als eine Art Teamchef fungierte, überließ er die wöchentliche Trainingsarbeit seinem jungen Kollegen Paul Dähling, selbst ehemaliger Carolinum-Schüler. „Ich habe aber im Grunde auch nur dafür gesorgt, dass die Rahmenbedingungen stimmen, den Rest haben die Jungs alleine erledigt.“ Dähling schwärmte von der Professionalität seiner Spieler und deren fußballerischer Ausbildung. „Was die zeigen, ist ein ganz anderer Sport als der Fußball, den ich früher gespielt habe.“

Individuelle Klasse der Carolinger

Das Ergebnis wäre schließlich wohl noch höher ausgefallen, wenn noch einige A-Jugend-Spieler des VfL Osnabrück in den Reihen der Carolinger gestanden hätten. „Die Jungs sind aber entweder verletzt oder vom VfL für das Spiel gesperrt worden, damit sie sich hier nicht verletzen“, sagte Dähling.

Der Trainer der Paulinum-Auswahl, Tim Neubert-von der Heyden, war zwar naturgemäß mit dem Ergebnis unzufrieden, hatte aber an der Leistung seiner Mannschaft wenig auszusetzen. „Gegen die individuelle Klasse der Osnabrücker sind wir heute einfach nicht angekommen.“

Sehr zufrieden zeigte sich nach dem Spiel auch der Schulleiter des Carolinums, Helmut Brandebusemeyer. „Es war ein sehr faires Spiel und die ganze Atmosphäre sehr festlich.“ Vor zwei Jahren war das noch anders: Damals erregte sich der Direktor über einige ehemalige Schüler unter den Zuschauern, die während des Spiels Alkohol tranken und laut Brandebusemeyer „unflätige Bemerkungen“ abgaben.

Keine Zwischenfälle auf den Rängen

Seinerzeit flog nach Abpfiff sogar ein Bengalo auf den Platz – wer den geworfen hatte, blieb unklar. Im vergangenen Jahr sagte das Paulinum, das in ungeraden Jahren als Gastgeber an der Reihe ist, das Spiel dann wegen Sicherheitsbedenken ab . Eine Entscheidung, die Caro-Trainer Peter Tholl als nicht nachvollziehbar bezeichnete. „Mit Randale, wie man sie aus vielen Stadien kennt, hatte das hier überhaupt nichts zu tun.“

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Um trotzdem jede Art von Zwischenfällen zu unterbinden, gab es für die Ehemaligen im Vorfeld des neuerlichen Duells eine sogenannte Gefährderansprache – woraufhin diese zum Spiel nicht erschienen. Darüber hinaus waren 20 Lehrer mit zur Illoshöhe gekommen und platzierten sich am Eingang und auf der Tribüne, um mögliche Entgleisungen zu verhindern.


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