Das Dach macht´s möglich Terrassenfest Osnabrück: große Party trotz Regenwetters


Osnabrück. Drei Tage mit Livemusik, opulentem Rahmenprogramm und sportlichem Wettkampf, unter anderem in den Disziplinen Poetry Slam, Flunkyball und Pokern: Zum 41. Mal stieg dieses Jahr das Terrassenfest der Hochschule Osnabrück auf dem Campus am Westerberg.

Den offiziellen Party-Auftakt machte am Montag ein kräftiges Frühstück à la Oktoberfest („O´zapft is!“). Das Wetter spielte anfangs noch mit, erst am Nachmittag kam dann kräftig was runter. Das Aprilwetter drehte auch an den folgenden drei Tagen Kapriolen – unvermeidbar, dass die Besucherzahlen litten unter Regen, Hagel, Schneeregen und unfreundlichen Temperaturen. Aber die bewährte Überdachung eines Großteils des Festgeländes sorgte immerhin dafür, dass die Gäste vor der Bühne feiern konnten, ohne nass zu werden.

Hörsaal-Slam schlägt voll ein

Ein früher Höhepunkt des Terrassenfestes „versteckte“ sich am Montag im Rahmenprogramm: Der erste Osnabrücker Hörsaal-Slam lockte parallel zur Livemusik die Freunde der gepflegten Bühnenliteratur in Scharen in die Aula der Hochschule. Fünf Slammer aus ganz Deutschland gaben auf hohem Niveau Texte von nachdenklich bis anarchisch zum Besten. Den ersten Platz machte Volker Strübing aus Berlin – kein Wunder, denn seine Texte „Frühling, Frühling, oi oi oi!“ und „Betrachtung über unerwünschte App-Updates“ sprühten vor Wort- und Wahnwitz. Bei derart durchgeknallten Assoziationsketten blieb auch gestandenen Akademikern nichts weiter übrig, als zu staunen und sich schlappzulachen. Fazit: Ganz klar ein Volltreffer der Veranstalter, und mit Sicherheit wird dieses Debüt nicht der einzige Hörsaal-Slam in Osnabrück bleiben.

Fein abgestimmtes Programm

Insgesamt sechs Bands machten Alarm auf den Brettern. „Wir achten darauf, dass es jeden Tag eine gute Mischung gibt“, sagte Lena Schürmann vom Organisationsteam. „Wir orientieren uns bei der Auswahl der Bands daran, was in den Osnabrücker Clubs läuft.“ Entsprechend zeitgemäß fiel die Mischung aus. Ob Indierock von „Fenster auf Kipp“, „Golly“ mit deutschsprachigem Funk und Soul, oder „Schlaraffenlandung“ mit ihrem basslastigen Mix aus Rap und Rock: Fast alle gebuchten Bands spielten eigenes Material und brachten damit die Zuschauer in Wallung, während ringsrum der Campus zeitweise im strömenden Regen förmlich absoff.

Als letzte Band des Terrassenfests war ein weiteres Mal der „Caught Indie Act“ gebucht. Die Osnabrücker Partylokomotive sorgte mit Akustik-Versionen beliebter Indie-Disco-Knaller am Mittwochabend nochmal für Hochstimmung. (Lesen Sie auch: 3175 Euro für Osnabrücker Wohnungslosenhilfe erlaufen)

Nach den Live-Acts legten jeden Abend verschiedene DJs auf – egal ob Hiphop, Dancehall oder House: die Gäste waren bei Laune und hielten sich warm durch konsequentes Tanzen.

Bildungsauftrag erfüllt

Terrassenfest heißt Feiern – aber wer wollte, konnte auch was lernen, etwa am Dienstag beim klar zielgruppenorientierten Entspannungskurs zu Themen wie „Leistungsstark im Studium und auch im Alltag“. Weniger ernsthaft, aber mindestens genauso interessant war die Einführung in die Welt der erfrischenden Mixgetränke, oder kurz und knapp: der Cocktailkurs – mit Stil durchgeführt am frühen Nachmittag.

Angesichts des miesen Wetters freuten sich die Veranstalter über die wieder sehr gute Resonanz. Katja Perzl vom Organisationsteam: „Letztes Jahr war ich im T-Shirt hier, dieses Mal dachte ich zwischendurch, ein Taucheranzug wäre das passende Outfit. Bei anderen Open-Air-Veranstaltungen kommt bei so einem Wetter gar keiner. Wir sind happy, dass so viele Leute so treu sind und trotzdem auf dem Terrassenfest feiern.“


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