Koordinierungsstelle Frau und Betrieb Zwei Jahrzehnte Engagement für Frauen in Osnabrück

Die Osnabrücker Koordinierungsstelle hat Grund zum Feiern: Seit 20 Jahren bieten sie Frauen eine Perspektive. Michael Lübbersmann (links), Karin Jabs-Kiesler, Cornelia Rundt und Elke Lehser erzählten, warum die Koordinierungsstelle auch heute noch wichtig ist. Foto: Thomas OsterfeldDie Osnabrücker Koordinierungsstelle hat Grund zum Feiern: Seit 20 Jahren bieten sie Frauen eine Perspektive. Michael Lübbersmann (links), Karin Jabs-Kiesler, Cornelia Rundt und Elke Lehser erzählten, warum die Koordinierungsstelle auch heute noch wichtig ist. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Kita-Platz und Mutterschutz. Das gab es in den 90er Jahren noch nicht. Um Frauen wieder in die Erwerbstätigkeit zu bringen, wurde die Koordinierungsstelle Frau und Betrieb gegründet. Sie engagiert sich jetzt seit 20 Jahren.

Raus aus dem Minijob und rein in den festen Arbeitsplatz. Nach diesem Motto leiten Andrea Kalinsky und Bettina Jacob-Stallforth die Osnabrücker Koordinierungsstelle Frau und Betrieb. Sie beraten Unternehmen, wie Familie und Beruf besser vereint werden können und bieten Frauen eine Perspektive, auch nach langer Auszeit. Träger, Unternehmen und Politiker gratulierten nun zu zwei Jahrzehnten Engagement.

Frauen stärken und fördern

„Damals gab es sehr viele langzeitarbeitslose Frauen“, sagte Elke Lehser, Vorstandsvorsitzende des Unternehmensverbundes Frau und Betrieb während einer ausgiebigen Podiumsdiskussion über die Zustände in den 90er Jahren. Genau deswegen wollte das Land Niedersachsen Frauen stärken und fördern und gründete die Koordinierungsstellen. 1996 wurde die Osnabrücker Koordinierungsstelle gegründet. Inzwischen gibt es 24 solche Stellen in Niedersachsen, die insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen ansprechen. Denn viele Unternehmen wüssten gar nicht, wie sie Personalstrukturen aufbrechen könnten, hieß es während einer ausgiebigen Podiumsdiskussion am Festabend.

Besonderer Gast des Abends war die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt. „Ich habe mit Kind im Arm Diplom gemacht, es war klar, dass ich danach nicht arbeiten kann“, erinnert sich die Ministerin. Genau deswegen sei die Koordinierungsstelle so wichtig, denn „die Erwerbsbereitschaft bei Frauen ist so hoch wie noch nie“, sagte die Ministerin. Deswegen sei es Aufgabe der Politik, die Chancen für Frauen und Männer gleichzustellen, so Rundt. (Weiterlesen: Koordinierungsstelle „Frau und Betrieb“ gibt in Belm Tipps )

Über 82 Betriebe aus allen Branchen

Unter der Trägerschaft der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, der Stadt und dem Landkreis Osnabrück und der katholischen Familienbildungsstätte wurde die Koordinierungsstelle in Osnabrück gegründet. Genau mit dieser einzigartigen Kombination hat es die Koordinierungsstelle geschafft bis heute über 3000 Beratungen durchzuführen, für Frauen und für die Betriebe. Der Verbund an Unternehmen umfasst über 82 Betriebe aus allen Branchen.

Und genau das mache die Koordinierungsstelle so besonders, sagte Heiko Langheim. Als Leiter des Seniorenheimes Haus am Berg hat er die Beratung genutzt, um die Arbeit besser auf das Familienleben seiner Angestellten anzupassen. Dadurch kam dann so eine außergewöhnliche Idee wie „Kindergeburtstags-Frei“ zustande. Ein Sperrtag für jeden Mitarbeiter, an dem er nicht auf Abruf bereit stehen muss. „Es entstehen ganz neue Ansätze“, sagt Langheim über die Beratung.

„Frauen haben die Hosen an“

Präsident der Handwerkskammer, Peter Voss, sei stolz auf die Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle. So hat vor 20 Jahren eben genau dort alles angefangen. In der Handwerkskammer wurden vor 20 Jahren die Verträge aufgesetzt. Bei seiner Ansprache betont Voss, dass in der Realität oft die Frauen die Hosen in den Betrieben anhaben und eine wichtige Stütze im Handwerk seien. Auch er gestand: „Ohne meine Frau lief 40 Jahre lang bei mir im Betrieb gar nichts.“ (Weiterlesen: Zum Ortsportal )


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