Gedenken an NS-Opfer Sechs neue Stolpersteine in Osnabrück verlegt

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Stolperstein an der Hermannstraße 7 für Heinrich Stille, der als „asozial“ stigmatisiert am 12. Dezember 1941 mit 37 Jahren im KZ Niederhagen aufgrund der Haftbedingungen starb. Foto: David EbenerStolperstein an der Hermannstraße 7 für Heinrich Stille, der als „asozial“ stigmatisiert am 12. Dezember 1941 mit 37 Jahren im KZ Niederhagen aufgrund der Haftbedingungen starb. Foto: David Ebener

Osnabrück. An sechs weiteren Orten gedenkt Osnabrück Opfern des Nationalsozialismus. In die Gehwegplatten vor den Häusern, die letzter freiwilliger Wohnort der Verfolgten waren, legte der Kölner Künstler Gunter Demnig am Dienstag die mit einer gravierten Messingplatte bestückten Erinnerungssteine ein.

Unterstützt wurde er dabei von vier Schülern der Berufsfachschule Bautechnik des Berufsschulzentrums am Westerberg: Celina Wlecke, Dominik Ciupka, Kevin Lingstädt und Friedrich Kleine-Klausing. Es war bereits die 30. Verlege-Aktion, bei der in den Stadtteilen Darum-Gretesch-Lüstringen, Schölerberg, Innenstadt, Wüste und Westerberg die Steine Nummer 274 bis Nummer 279 eingesetzt wurden.

Als Vertreter der Felix-Nussbaum-Gesellschaft, die dem Initiativkreis Projekt Stolpersteine angehört, führte Heiko Schlatermund durch die kurzen Gedenkfeiern, die jeweils auf die handwerkliche Arbeit der Verlegung folgten. Für das Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück nahm Christine Grewe an der Aktion teil, für die christlichen Kirchen Domkapitular Professor Heinrich Jacob und als Rechercheurin der Opferbiografien Lisa Böhne.

Organisatorin Christine Grewe hatte wiederum keine Mühe gehabt, passende Institutionen oder Privatpersonen für die Übernahme der Patenschaft eines Steins zu gewinnen, da sich mit dem größeren Bekanntheitsgrad eine regelrechte Warteliste aufgebaut hat. Der Pate verlas jeweils den Lebens- und Leidensweg des Opfers, das mit dem Stolperstein einen Platz im kollektiven Gedächtnis der Stadt erhält.


Im einzelnen wurden folgende Stolpersteine verlegt: Nordstraße 60 für Joseph Wächter (Patenschaft: SPD-Ortsverein Schinkel), Meller Straße 30 für Hermann Kettelför (Patenschaft: Werner Kotte), Hermannstraße 7 für Heinrich Stille (Patenschaft: Autonomes Zentrum Osnabrück), Johannisstraße 72 für Louis Tobias (Patenschaft: Sabine und Thomas Stöhr), Große Straße 60 für Fritz Aufderheide (Patenschaft: Elterninitiative der Kindertagesstätte „Pusteblume“), Natruper Straße 167 für Kronhilde Kolkmeyer, geb. Middendorf (Patenschaft: Eduardo Westerwiede-Barros).

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