Unterkünfte gesucht Wie homosexuellen Flüchtlingen in Osnabrück geholfen werden soll

Ein Bündnis verschiedener Gruppen sucht Menschen, die in Osnabrück Flüchtlinge unterstützen, die aufgrund ihrer Homosexualität diskriminiert werden. Foto: privat/Benjamin RottmannEin Bündnis verschiedener Gruppen sucht Menschen, die in Osnabrück Flüchtlinge unterstützen, die aufgrund ihrer Homosexualität diskriminiert werden. Foto: privat/Benjamin Rottmann

Osnabrück. Ein Bündnis verschiedener Gruppen sucht Menschen, die in Osnabrück Flüchtlinge unterstützen, die aufgrund ihrer Homosexualität diskriminiert werden.

Schwule oder lesbische Flüchtlinge hätten in Flüchtlingsunterkünften bisweilen unter Ausgrenzung und Diskriminierung zu leiden, sagt Benjamin Rottmann vom Lesben- und Schwulenverband Niedersachsen-Bremen (LSVD) im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das kann bis hin zu körperlicher Gewalt reichen.“ Manchmal reiche auch schon das Gerücht, das jemand homosexuell sei, um ausgegrenzt zu werden. (Erste Unterkunft für homosexuelle Flüchtlinge ist startklar)

Rottmann und seine Mitstreiter suchen Menschen in Osnabrück, die gegebenenfalls Unterkünfte für die Betroffenen zur Verfügung stellen, um sie zu schützen. Das Bündnis will aber darüber hinaus generelle Hilfe anbieten: therapeutischer und rechtlicher Art, aber auch ganz praktische Hilfe im Alltag sollen die Flüchtlinge bekommen.

„Es geht uns aber nicht darum, dass homosexuelle Flüchtlinge bessergestellt werden sollen als andere Flüchtlinge. Auf der Flucht zu sein ist für alle Menschen schwierig“, betont Rottmann.

Gewalt kein Einzelfall

Bisher sei ihm zwar noch kein aktueller Fall aus dem Raum Osnabrück bekannt, bei dem homosexuelle Flüchtlinge diskriminiert werden. „Uns geht es aber darum, dass wir in dem Fall zügig handeln können.“

Bundesweit ist Gewalt gegen homosexuelle Flüchtlinge kein Einzelfall. Dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) wurden im vergangenen Jahr von August bis Dezember knapp 100 Fälle von Gewalt gegen homosexuelle Flüchtlinge gemeldet. Sie hätten sich zumeist in Flüchtlingsunterkünften ereignet, heißt es in einer Mitteilung des Verbands.

Menschen, die helfen wollen, können sich bei dem Bündnis melden unter osnabrueck@queer-refugees.de

Mit Material der dpa


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