Fischrestaurant-Kette kehrt zurück Deutschlands größte Nordsee-Filiale in Osnabrück eröffnet

Von Sebastian Stricker


Osnabrück. Europas größte Fischrestaurant-Kette Nordsee hat wieder Anker geworfen in Osnabrück. Am Mittwochabend feiert sie die Eröffnung ihrer neuen Flaggschiff-Filiale in der Großen Straße im Beisein von Geschäftsführung und geladenen Gästen. Der Verkauf von Fast-Food aus dem Meer startet offiziell am Donnerstag.

60 Jahre lang war Nordsee fester Bestandteil der Fußgängerzone. Bis zum Herbst 2014: Dann hieß es plötzlich Mode statt Matjes, und das Schnellrestaurant musste einem neuen Bekleidungskaufhaus weichen.

Deutschlands größte Nordsee-Filiale

Nach gut anderthalbjähriger Abwesenheit kehrt die 1896 gegründete Bremerhavener Kette (über 370 Restaurants in zehn Ländern, davon knapp 320 in Deutschland) nun nach Osnabrück zurück. Unmittelbar neben dem früheren Standort eröffnete sie jetzt ihre bundesweit größte Niederlassung.

„Osnabrück ist für uns ein traditioneller Standort mit sehr loyaler Stammkundschaft, an dem wir immer gute Geschäfte und guten Umsatz gemacht haben“, sagte Nordsee-Geschäftsführer Robert Jung am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion. Für das Unternehmen sei deshalb von Anfang an klar gewesen, dass der Abschied aus der Großen Straße vorübergehend ist. Über eine Million Euro habe Nordsee schließlich in die Rückkehr investiert, die auch 26 neue Arbeitsplätze bedeutet. Jung: „Wir wollten uns in Osnabrück mit der größtmöglichen Attraktivität aufstellen, die wir zu bieten haben.“

„Trendiger Vintage-Stil“

Kunden dürfen sich auf also auf einige spektakuläre Veränderungen gefasst machen: Erstens im Angebot, das neben Klassikern wie Matjesbrötchen (laut Geschäftsführer Jung „der stärkste Artikel“ in Osnabrück) und Backfischbaguette jetzt zusätzlich einen veganen Snack sowie frisch gegrillte Thunfisch-Steaks und Jakobsmuscheln enthält. Zweitens im Restaurant. Denn auch beim Ladenbau setzt Nordsee auf Erneuerung – und zwar, indem sie ausgerechnet auf alt macht.

Von einem „trendigen Vintage-Stil“ spricht dabei Store-Designerin Magdalena Tsagara. Gemeint sind damit vor allem die vielen verschiedenen, teils aufgearbeiteten und überwiegend in maritimen Farben gehaltenen Tische, Bänke, Sofas und Stühle. Gruppiert auf unterschiedlich hohen Böden in Holz- und Betonoptik, sollen sie etwa im Zusammenspiel mit hellgrauen Wandverkleidungen aus Holz und Klinkerstein im Gastraum (134 Sitzplätze auf 188 Quadratmetern) „nordisches Flair und moderne Wohlfühlatmosphäre“ ausstrahlen.

Nixen-Mosaik von Hajek

Dekorativer Blickfang in Deutschlands größtem Nordsee-Restaurant ist ein großformatiges Glasmosaik des Künstlers Olaf Hajek, das eine Meerjungfrau in Unterwasserwelt zeigt. Hier und da verbreiten historische Schwarz-Weiß-Fotos einen Hauch von Fischereiromantik. An anderen Stellen wiederum bilden Neonschriftzüge und Designerlampen einen leuchtenden Kontrast. „Es gibt viele spannende Details zu entdecken“, stellte Robert Jung zufrieden fest, „wer alles sehen will, muss öfter kommen.“