Für mehr Beweglichkeit Training mit der Faszien-Rolle boomt auch in Osnabrück


Wallenhorst/Osnabrück. Es ist wieder so ein Trend aus Amerika, der zu uns herübergeschwappt ist und dem man plötzlich nicht mehr entkommen kann. Faszien-Training heißt die neue Methode für mehr Sportlichkeit und Wohlbefinden. Hierbei wird ein Bestandteil des Körpers trainiert, den wir bisher vernachlässigt haben sollen – das Bindegewebe.

In Amerika spricht man vom sogenannten „Fascial Fitness“. Viele schwören schon darauf, dass dieses neue Training der Schlüssel zu mehr Fitness und Wohlbefinden sein soll. Auch einige Hochleistungssportler sollen schon auf den Zug aufgesprungen sein, wie Usain Bolt und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.

Faszien: Was ist das eigentlich?

Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Faszien“? „Faszien sind ein Teil unseres Bindegewebes. Sie sind wie eine Hülle um unseren ganzen Körper und unsere Organe. Sie geben unserem Körper Halt und können ebenso wie unsere Muskeln trainiert werden“, erklärt Anna Sudowe, gelernte Physiotherapeutin. Seit Anfang des letzten Jahres bietet sie Faszien-Behandlungen in ihrer Physotherapie Praxis in Wallenhorst-Rulle an, und die Nachfrage wird immer größer. „Weil das Thema zur Zeit in den Medien sehr präsent ist, fragen viele Patienten danach und erkundigen sich, ob Faszien-Fitness ihnen bei ihren Beschwerden helfen könnte“, erzählt Sudowe.

Trainieren mit der „Faszien-Rolle“

Beim Faszien-Training wird hauptsächlich mit einer sogenannten „Faszien-Rolle“ gearbeitet. Die Rolle gibt es in verschiedenen Ausführungen und Härtegraden. Indem man Körperteile mithilfe dieser Rolle „massiert“, sollen Verklebungen der Faszien gelöst werden. Das soll für ein besseres Körpergefühl und mehr Beweglichkeit sorgen. Aber auch Dehnungs- und Spannungsübungen regen das Faszien-Gewebe an. Anna Sudowe hat gute Erfahrungen mit diesen Behandlungen gemacht. „Ich habe gemerkt, dass es den Patienten hilft und Beschwerden deutlich lindern kann.“ Insbesondere bei Menschen mit Rückenschmerzen könne diese Methode helfen.

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„Zwei- bis dreimal in der Woche zehn Minuten zu trainieren reicht völlig aus“, sagt die selbstständige Physiotherapeutin. Das sei genug, um eine Veränderung zu bemerken und sich flexibler und beweglicher zu fühlen. In der „Physiotherapie Rulle“ in Wallenhorst kann man diese Behandlungen nicht nur auf Rezeptbasis wahrnehmen, sondern auch privat reinschnuppern und an Behandlungen teilnehmen.

Seit einem halben Jahr ein echter Boom

Aufgrund des derzeitigen Hypes ist das Angebot an Faszien-Rollen im Internet und in Sportgeschäften enorm. Unzählige Hersteller vertreiben sie in den unterschiedlichsten Formen. Im Osnabrücker Sportgeschäft „Sportarena“ werden sie auch verkauft. Angestellter Dietmar Bunte berichtet: „Wir haben die Rollen schon seit einem Jahr im Sortiment. Doch erst seit etwa einem halben Jahr ist ein richtiger Boom entstanden.“ Seitdem gingen die Rollen sehr häufig über die Ladentheke.

Man sollte aber nicht denken, dass Faszien-Training allein ausreicht, um zu einem sportlichen und gut trainierten Menschen zu werden. Denn bei den Faszien-Behandlungen werden eben keine Muskeln aufgebaut, sondern nur die Faszien im Bindegewebe gestärkt. Das ist nach Ansicht der Experten eine gute Ergänzung zum eigentlichen Training, soll für mehr Flexibilität des Körpers sorgen und leistungssteigernd wirken.

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Fitnesstrends 2016

„Das Leben besteht in der Bewegung“, hat der griechische Philosoph Aristoteles vor 2300 Jahren formuliert. „Wer rastet, der rostet“, ist eine andere Spruchweisheit. Es gibt viele Möglichkeiten, Körper und Geist fit zu halten – mit bewährten Methoden ebenso wie mit neuen Trends. US-amerikanische Wissenschaftler und Sportjournalisten ermitteln jedes Jahr die neusten Fitnesstrends. Für 2016 stehen auf der Top-20-Liste unter anderem verschiedene Spielarten des Wanderns, ausgefallene Yoga-Formen und auf Position 2 das Eigengewichtstraining, für das keine Geräte erforderlich sind. Um diese und andere Fitnesstrends dreht sich unsere neue Serie, deren Beiträge Sie in den nächsten Wochen in loser Folge lesen können.

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