Friedensflitzer, Tardis und Co. Osnabrücker Seifenkistenrennen 2016 am Himmelfahrtstag

Von Robert Schäfer


Osnabrück. Am Himmelfahrtstag, 5. Mai 2016, findet auf dem Hauswörmannsweg wieder das große Osnabrücker Seifenkistenrennen statt. 130 Fahrer aus ganz Deutschland werden erwartet.

Am 5. Mai ist es wieder soweit: Zum Himmelfahrtstag wird am Hauswörmannsweg um Hundertstelsekunden gerungen. In schnittigen, bunten und manchmal etwas verrückten Rennern messen sich dann wieder große und kleine Piloten beim Osnabrücker Seifenkistenkistenrennen 2016. Über 130 Starter aus ganz Deutschland werden erwartet. Immerhin geht es bei dem Rennen auch in diesem Jahr wieder um wichtige Punkte für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft der Seifenkistenfahrer. In sieben Wertungsklassen gehen die Renner paarweise an den Start. Mit dabei sein wird auch Mercedes-Werksfahrer Lance David Arnold, der gemeinsam mit einem Fernsehteam über das Rennen berichten wird. Wer noch mitfahren will, kann sich bis zum 29. April direkt bei Gemeinschaftszentrum Ziegenbrink anmelden.

Für viele ist Seifenkistenrennen nicht nur ein Sport und Spaß auf der Rennstrecke. Für sie geht es vor allem um die Freude am Bauen der motorlosen Flitzer. Seit November bereiten sich am Ziegenbrink die Teams für das kommende Rennen vor. Allein zehn neue Kisten sind bislang entstanden: Sparschwein, Rasenmäher, Müllpresse oder ein Star-Wars-Raumschiff stehen kurz vor der Fertigstellung.

Seifenkiste aus Steckenpferd

Für Selina, Anna-Marie, Mark und Georg von der Grundschule Schölerberg wird das Seifenkistenrennen dieses Jahr ein ganz besonderes Erlebnis. Sie haben den „Friedensflitzer“ gebaut. „Ich bin fast jedes Jahr beim Seifenkistenrennen dabei“, erzählt Selina. Genauso wie ihre anderen Mitstreiter bastelt sie gern und freut sich auf das Rennen, auch wenn sie selbst eigentlich nicht fahren will. Etwas Angst habe sie vor den enormen Geschwindigkeiten, gibt sie offen zu. Auch Mark wird den „Friedensflitzer“ nicht fahren. „Ich bin einfach schon zu groß“, sagt er etwas traurig. Dabei besteht die Seifenkiste zum Teil aus seinem Steckenpferd. Und auch wenn es traurig ist, dass das Steckenpferd jetzt zerlegt ist, hat es doch etwas Gutes: „So kann das Pferd zweimal reiten“, ist sich die Gruppe sicher. Mark selbst wird am Himmelfahrtstag aber nicht nur zuschauen. Er hat sich eine der vielen Leih-Seifenkisten ausgesucht, die das Gemeinschaftszentrum zur Verfügung stellt. „Über 100 Kisten haben sich in den letzten Jahren angesammelt“, berichtet Michael Fischer, der das Rennen im Gemeinschaftszentrum organisiert.

Viele besondere Geschichten

Mystisch wird es bei der blauen Kiste. Lena hat mit ihrem Kumpel Roman eine Tardis gebaut. Die blaue Notrufzelle ist der Zeitmaschine aus der britischen Science-Fiction-Fernsehserie „Dr. Who“ verblüffend gut nachempfunden. „Wir haben alles hier am Ziegenbrink gebaut. Von der ersten Zeichnung bis zur fertigen Seifenkiste“, erzählt die Pilotin. Fahren werden sie und Roman abwechselnd. „Ich habe mir sogar einen Fez gekauft“, berichtet Roman, der im Team den „Doktor“ gibt – die traditionelle orientalische Kopfbedeckung Fez tragen die verschiedenen Inkarnationen des berühmten Zeitreisenden gelegentlich in der Serie.

Auf viele Fahrer mit solchen besonderen Geschichten freut sich Janine Huesmann schon jetzt. Als Sprecherin sorgt sie am Renntag nicht nur für die Bekanntgabe der Ergebnisse, sondern unterhält die Besucher auch mit Geschichten rund um den Sport und die Sportler. Am schönsten ist das natürlich bei gutem Wetter: „Ich habe Sonne bestellt“, gibt sie sich optimistisch.

Buntes Rahmenprogramm

Zum Seifenkistenrennen 2016 gehört auch wieder ein buntes Rahmenprogramm. Live dabei sein werden „Frank und seine Freunde“, die „Fabulara“-Kindermusikshow und der Clown Lille. Hüpfburg, Rollenrutsche und viele Spielaktionen sorgen für Spaß für die ganze Familie.

Ohne die Unterstützung des THW läuft auch in diesem Jahr nichts am Hauswörmannsweg. Mehr als 120 Mitglieder des Hilfswerks werden sich um die Streckensicherung und Verpflegung der Fahrer kümmern. Die weiteste Anreise haben dabei sicher die Mitglieder der Gruppe aus Völklingen-Püttlingen im Saarland. Gut acht Stunden Anreise stehen den Jugendlichen bevor. Aber auch aus Melle kommen Helfer. Sie alle sorgen dafür, dass die Rennstrecke sicher ist und die Auslaufzonen mit Strohballen weich gepolstert sind. Dazu wird der Aufbau bereits am Mittwoch, 4. Mai, um 20 Uhr beginnen. Von da an ist der Hauswörmannsweg bis zum 5. Mai um 21 Uhr gesperrt.

(Rückblick auf das vergangene Jahr: Auch Ingolf Lück am Start – Seifenkistenrennen auf dem Hauswörmannsweg)


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