Aus für Headshop nach 30 Jahren „Shirt n leaf“ am Osnabrücker Kamp schließt

So kennen ihn viele: Ronald Finke lehnt in der Tür seines Ladenlokals in der Osnabrücker Innenstadt. Nach 30 Jahren schließt der Inhaber sein Geschäft im Juni. Foto: Sebastian PhilippSo kennen ihn viele: Ronald Finke lehnt in der Tür seines Ladenlokals in der Osnabrücker Innenstadt. Nach 30 Jahren schließt der Inhaber sein Geschäft im Juni. Foto: Sebastian Philipp 

Osnabrück. Aus für eine Osnabrücker Institution: Im Juni schließt nach mehr als 30 Jahren der Headshop „Shirt n leaf“ am Kamp. Inhaber Ronald Finke begründet den Schritt mit der zunehmenden Konkurrenz durch Internet und Kioske.

Wenn Ende Juni der Pachtvertrag ausläuft, wird Finke einen Schlussstrich unter drei Jahrzehnte Ladengeschichte ziehen. 1985 hatte er nur ein paar Hausnummern weiter mit einem der ersten Headshops in Norddeutschland begonnen. „Nur in Bielefeld und Hamburg gab es damals vergleichbare Läden“, sagt Finke heute. Von 1992 bis 2001 führte er sein Geschäft in der Redlinger Straße weiter, seitdem im aktuellen Ladenlokal am Kamp.

Abseits des Mainstreams

Auf den 60 Quadratmetern verkauft Finke Waren für Kunden , die vom Mainstream so weit entfernt sind, wie Schwarz von Weiß. Band-Shirts, Aufnäher und Metall-Armringe gehören ebenso dazu, wie Schmuck und Wasserpfeifen. Apropos: Wie oft er auf den Verkauf von nicht erlaubten Rauchwaren angesprochen wurde, das weiß der 57-Jährige nicht. „Aber es gab und gibt immer noch viele, die vermuten, ich würde hier etwas derartiges verkaufen.“

Keine weiteren drei Jahre

Finke fällt der Schlussstrich nicht leicht, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion anmerkt. Dennoch sei der Schritt folgerichtig. Hintergrund: Seinem Konzept macht die Konkurrenz aus Internet und Kiosken mehr und mehr zu schaffen. Band-Shirts und andere Waren seien mittlerweile gut im Internet oder nur noch im Direktvertrieb zu bekommen. Und in vielen Kiosken könne man heute auch Wasserpfeifen und Shishas bekommen. Schon seit rund zwei Jahren mache sich die Entwicklung in seinen Geschäftszahlen bemerkbar. „Ich müsste den Vertrag in diesem Ladenlokal für drei Jahre verlängern. Das ist mir zu riskant“, sagt Finke.

Viel Rückmeldung bekommen

Sich irgendwo neu erfinden oder noch einmal an einem anderen Standort zu beginnen, kommt für ihn nicht in Frage. Anfang der Woche hat er das Aus für seinen Laden offiziell gemacht – und bekommt reichlich Rückmeldung. „Vor allem die Stammkunden sind natürlich traurig. Da haben sich in den vergangenen Jahren durchaus einige Freundschaften entwickelt“, sagt der stets dunkel gekleidete Inhaber.

Lagerräumung bis Ende Juni

Bis Ende Juni will er nun das Lager räumen und bietet deshalb Rabatt auf alle Waren an. Was zumindest kurzfristig gesehen für ihn danach kommt, weiß Finke auch schon: „Erstmal vier statt zwei Wochen Urlaub machen.“ Der Osnabrücker Einzelhandel muss dann ohne ein weiteres inhabergeführtes Geschäft auskommen.


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