Energiewende ermöglichen Matinee zu Dokumentarfilm „Power to Change“ in Osnabrück

Von Marie-Luise Braun


Osnabrück. Zu einer Matinee zum Film „Power to Change“ hatten Stadt und Landkreis Osnabrück ins Cinema Arthouse eingeladen. Außer dem Dokumentarfilm zur Energie-Wende gab es Info-Stände und eine Podiumsdiskussion.

„So kommt Eisessen der Umwelt zu Gute“, witzelt Michael Klesse von der Stadt Osnabrück als Moderator der Podiumsdiskussion. Kurz zuvor hatte Uwe Lachermund, der Vorsitzende der Venner Energie eG, erläutert, wie die Venner inzwischen die Abwärme der Waffelfabrik Meyer zu Venne nutzen – und wie sich zunächst die Banken davor drückten, die Initiative zu unterstützen. Erst der Gewinn des Preises „Klima Kommunal 2014“ habe für einen entsprechenden Rückhalt in der Politik gesorgt, der schließlich auch Banker motivierte, notwendige Kredite für den Start zu gewähren, erzählt Lachermund im nahezu ausverkauften Kinosaal 2, in den schließlich auch die Teilnehmer der Sternradfahrt eintrudelten.

Speicher für erneuerbare Energien

„Mit Idealismus und Power anfangen und sich Gleichgesinnte suchen“, erläutert Uwe Lachermund wichtige Notwendigkeiten, um eine solche Initiative nicht nur zu starten, sondern auch umzusetzen. Neben Lachermund saß auch Horatio von John als einer der Experten aus dem Film auf dem Podium. Er will auf den Standorten von Atomkraftwerken, die abgerissen werden, Speicher für erneuerbare Energie errichten. Zudem zeigten auch folgende Diskussionsteilnehmer auf, wie sie Kleinen und im Großen zur Energiewende beitragen: Antonia Düring und Kilian Thiel (Klimabotschafter der Ursulaschule), Otto Wetzig von der Bürgergenossenschaft n-Werk sowie der Ingenieur und Hausbesitzer Detlef Vagelpohl.

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Spannender, als mancher Krimi

Wie sehr sich weltweit Gleichgesinnte vernetzen, um den Klimawandel aufzuhalten und die Energiewende umzusetzen, verdeutlichte zuvor der Film „Power to change“. Rund um den Globus war der Regisseur Carl Fechner mit seinem Team gereist, hatte Projekte besucht, war bei Diskussionen und Demonstrationen dabei – und lässt im Film gute 90 Minuten Menschen zu Wort kommen, die verdeutlichen, wie die Energiewende möglich ist – und wie zugleich die großen Energie-Anbieter versuchen, diese zu verhindern. Das mutet zum Teil spannender an, als mancher Krimi.

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Weniger Macht im internationalen Gefüge

Zudem blendet der Filmemacher immer wieder Zahlen ein, die die Dimensionen verdeutlichen und Einsparpotenziale greifbar machen. Außerdem zeigt er die Höhe der Investitionen von Banken in konventionelle Energieerzeugung auf – und vergleicht damit die wesentlich geringeren hinsichtlich erneuerbaren Energiequellen.

Klar macht der Film auch: Je mehr sich die Erzeugung von Energie wegbewegt von den großen Energiekonzernen hin zu Stadtwerken, kleinen Genossenschaften und sogar Privathaushalten, desto weniger Macht haben sie im internationalen Gefüge ebenso, wie in den Ländern.

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Machenschaften und Verknüpfungen hinter den Kulissen

Sehenswert ist der Film nicht nur durch das Aufzeigen von Machenschaften und Verknüpfungen hinter den Kulissen. Sehenswert ist er auch, weil er die Kraft und Intention mancher Unternehmer aufzeigt, die sich persönlich für die Energiewende stark machen – und dabei einiges persönliches Kapital investieren.

Vor und nach der Filmvorführung können sich Interessierte informieren, wie sie sich persönlich für die Energiewende stark machen können. Zum einen als Klimabotschafter für die Stadt und den Landkreis. Aber auch durch eine energetische Sanierung des Eigenheims und durch persönliches Engagement beim Energiesparen. Dazu hat auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen einen Stand aufgebaut. Beraterin Birgit Wordtmann und ihr Kollege Thomas Schmitt bewerten die energetische Sanierung nicht aus Umweltschutzgründen positiv. „Es geht auch um die Wohnqualität und damit um Lebensqualität“, betont Thomas Schmitt.

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