Festival-Stars im Gymnasium Classic con brio: Armida Quartett besucht Schüler


Georgsmarienhütte. Das Festival Classic con brio kooperiert mit „Rhapsody in School“ und schickt einige Musiker in Schulen. Das Armida Quartett spielte für drei Klassen im Gymnasium Oesede und beantwortet die Fragen der Schüler.

Classic con brio kümmert sich um den Konzertbesucher-Nachwuchs. Schon seit Jahren treten junge Musiker der Remele-Musikschule in Konzerten gemeinsam mit den Festivalkünstlern auf, nun werden die außerdem in die Schulen geschickt. „Rhapsody in School“ ist der Name einer Initiative mit Sitz in Köln, die vom Pianisten Lars Vogt gegründet wurde. Das Ziel ist es, so die Formulierung, Weltstars der Klassik-Szene in Schulen zu bringen. Blanca Gleisner hat bei „Rhapsody in School“ bereits mitgemacht, und sie schlug nun die Kooperation mit dem Festival Classic con brio vor.

Unvollständiges Quartett

Blanca Gleisner selbst ist diesmal nicht in die Schulen gegangen, dafür aber Annika Treutler, Daniel Rowland, Lauri Sallinen und das Armida Quartett. Am Mittwoch stand der Besuch der Armidas im Gymnasium Oesede an, drei Klassen verschiedener Jahrgangsstufen erwarteten die Musiker. Bereits im Vorfeld hatten die Musiklehrerinnen den Besuch vorbereitet, und 36 Schülerinnen und Schüler hatten sich für das Konzert am Abend angemeldet, noch bevor sie die Musiker in ihrer Schule kennengelernt hatten. Leider hatte sich Teresa Schwamm, die im Quartett die Bratsche spielt, den Daumen verletzt und war beim Besuch nicht dabei, so mussten ihre drei Kollegen improvisieren. „Sowie irgendwas weh tut, muss man aufhören zu spielen, damit sich der Körper erholen kann“, erklärt Geigerin Johanna Staemmler den Schülern, denn der Umgang mit dem Instrument sei wie Hochleistungssport. Noch am Morgen suchte das unvollständige Quartett im Internet nach Noten, die sie in der Schule auch zu zweit oder zu dritt spielen können und brachten dafür Tablets mit. Peter-Philipp Staemmler spielt Händel/Halvorsens Chaconne, die er erst kürzlich gespielt hatte, auswendig, weil die Cello-Stimme im Internet nicht zu finden war. Doch die Musiker spielen nicht nur, sie stellen sich auch den Fragen der Schüler.

Fitness halten wie Sportler

Die hatten zuvor gestaunt über die Fingerfertigkeit der Musiker und wollen zum Beispiel wissen, wie lange man dafür üben müsse. Fünf Stunden, so Peter-Philipp Staemmlers Antwort, übe man täglich im Quartett, dazu noch alleine, insgesamt beschäftige man sich also sieben oder acht Stunden am Tag mit dem Instrument. „Wir müssen unsere Fitness halten, wie die Sportler“, so Geiger Martin Funda. Wie sie denn zur Musik kamen, fragen die Schüler. Peter-Philipp Staemmler erklärt: „Wir alle stammen aus Musikerfamilien und wollten das tun, was unsere Eltern und großen Geschwister machen.“ Mit etwa fünf Jahren hätten alle mit ihrem Instrument angefangen und zunächst überhaupt nicht daran gedacht, später einmal hauptberuflich im Streichquartett zu spielen. Johanna Staemmler meint: „Mein Instrument zu spielen war so selbstverständlich wie Zähneputzen.“ Und über ihr Leben heute: „Dieser Beruf ist das Allerliebste, was ich mache.“

Zum Abschluss der Stunde geben die Musiker für die Schüler eine Autogrammstunde.


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