Anja Reschke über Frauen und Nachrichten Kreislandfrauentag in Osnabrück-Voxtrup

Von Stefanie Preuin


Osnabrück. Rund 200 Teilnehmerinnen besuchten den Kreislandfrauentag in Voxtrup im Haus Rahenkamp. Neben einer Gesprächsrunde, einer Jonglage-Darbietung und Ehrungen, hielt Journalistin und Fernsehmoderatorin Anja Reschke einen Vortrag zum Thema „Frauen und Nachrichten“.

In den elf Ortsvereinen im Altkreis und der Stadt Osnabrück fanden 195 Veranstaltungen statt, die von 6000 Teilnehmern besucht wurden, berichtete Kreisvorsitzende Almut Detert zu Beginn des Kreistreffens. Die Motivation sei also groß, zahlreiche Veranstaltungen weiter zu führen und sich für den ländlichen Raum stark zu machen. „Die Gemeinschaft leben und stärken ist auch eine Herausforderung“, sagte Almut Detert. In der anschließenden Gesprächsrunde leitete die Kreisvorsitzende thematisch in den folgenden Vortrag ein.

Umgang mit Medien

Landrat Michael Lübbersmann,Landrat Michael Lübbersmann,Albert Schulte to Brinke , Vorsitzender Hauptverband des Osnabrücker Landvolkes, Katja Weber-Khan, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück, und Agnes Witschen, Landfrauenverband Weser-Ems, sprachen über ihren Umgang mit Medien. So waren sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde einig, dass Tageszeitungen nach wie vor die erste Informationsquelle am Morgen seien. Zudem seien die neuen Medien beruflich unverzichtbar. „In einigen Meldungen ist zu viel Polemik dabei, die muss man an einem vorbei schwimmen lassen. Auf andere kritische Meldungen sollte man sich fachlich äußern“, berichtete Landwirt Albert Schulte to Brinke.

Masse an Informationen

Auf die Informationsflut, besonders im Internet, ging auch Journalistin Anja Reschke ein. Die Äußerungen der Gesprächsrunde verleitete sie zum Schmunzeln. „Ich dachte gerade, ich komme in eine alte, heile Welt. Die Wirklichkeit ist eine andere. Überall findet man Informationen, und seien sie noch so abstrus“, erzählte die Moderatorin der Sendung Panorama. Die Konfrontation mit der Masse an Informationen führe zur Verunsicherung des Journalisten. Die Zeit sei herausfordernd und anstrengend, da journalistische Beiträge zudem stärker denn je kritisiert werden — vor allem in den neuen Medien. Nichtsdestotrotz seien diese Kanäle enorm wichtig, wie die als „ Journalistin des Jahres 2015 “ Ausgezeichnete anhand der Klickzahlen ihres Kommentars zum Thema „Hetze gegen Ausländer“ deutlich machte — der Beitrag verbreitete sich mit 18 Millionen Klicks wie ein Lauffeuer.

Informationen sind eine Waffe

Aber auch von den Schattenseiten der Arbeit berichtete Anja Reschke. Besonders nach ihren Kommentaren häuften sich die Kritiken und Drohungen. „Da ich meine Meinung als Frau gesagt habe, sind die Kritiken von einigen Gruppen oft sexualisiert. Wir haben es mit einer neuen Qualität von Diskussionskultur zu tun“, so Anja Reschke. Zudem zeigte sie auf, wie schnell publizierte Gerüchte sich in den Köpfen festsetzen, besonders nach den Vorfällen in Köln. Reschke forderte von den Landfrauen den Blick auf die Medien zu schärfen, ohne die Empathie zu verlieren. „Informationen sind eine Waffe“, sagte Reschke. In der anschließenden Diskussionsrunde nahm Anja Reschke Stellung zu landwirtschaftlichen Beiträgen in der Sendung Panorama, klärte die Kleidungsprobleme einer Moderatorin und verriet, warum sie Journalistin geworden ist.

Ehrungen

„Mut zum Risiko“ bewies Jongleurin Nina vom Duo Dings. Mit Bällen und Keulen brachte sie die Landfrauen in Bewegung. Gemeinsam mit Agnes Witschen, Landfrauenverband Weser-Ems und Monika Feil, Bezirksvorsitzende, überreichte Almut Detert diesen langjährigen Vorstandsmitgliedern Ehrungen und den Landfrauen-Ehrenteller: Petra Hawighorst, Maria Ebbeskotte, Marlies Bischof, Claudia Averesch und Mathilde Schierloh. Zudem wurden Andrea Drees, Monika Kälker und Margret Tepe geehrt.


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