Kampf gegen Leukämie BBS Brinkstraße Spitzenreiter bei DKMS-Aktionen

Frank Baller, Ansgar Pohlmann, Dennis Gervelmeyer, Johannes Brockmeyer und Hartmut Klipsch (von links) machen sich für die Stiftung „Hilfe für Petra und andere“ stark. Foto: Egmont SeilerFrank Baller, Ansgar Pohlmann, Dennis Gervelmeyer, Johannes Brockmeyer und Hartmut Klipsch (von links) machen sich für die Stiftung „Hilfe für Petra und andere“ stark. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Seit 2003 findet an der BBS Brinkstraße jedes Jahr kurz vor den Weihnachtsferien eine Typisierungsaktion der Stiftung „Hilfe für Petra und andere“ statt. Mehr als 3800 Schüler der Berufsschule haben sich seitdem als Knochenmark- und Stammzellspender registrieren lassen. Der 150. Spender aus der Aktion wurde von der Stiftung nun besonders geehrt.

Im Jahr 2007 hatte sich Dennis Gervelmeyer aus Georgsmarienhütte als Spender registrieren lassen. Der damals 17-Jährige absolvierte zu dieser Zeit an der BBS eine Ausbildung als Konstruktionsmechaniker. „Ich war froh, mich auch endlich typisieren lassen zu können“, erinnerte er sich. In seiner Familie seien schon damals alle in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) erfasst gewesen. „Mein Vater war mit Petra verwandt, der verstorbenen Namensgeberin der Stiftung.“

Zweimal sei er seit seiner Typisierung bereits als potenzieller Spender angefragt worden. Beim ersten Mal kam es nicht mehr dazu, weil der mögliche Empfänger zwischenzeitlich verstarb. Beim zweiten Mal, Ende 2014, ging dann alles gut: Nach einer Voruntersuchung in Köln musste Gervelmeyer sich zwei Wochen lang Wachstumshormone spritzen. „Wenn die anfangen zu wirken, tut es schon etwas weh“, erinnert er sich. Die eigentliche Spende, bei der die angereicherten Stammzellen aus dem Blut gefiltert werden, sei dagegen keine große Sache gewesen. „Ich war rund vier Stunden an eine Maschine angeschlossen und konnte dabei ganz entspannt einen Film gucken.“

Empfängerin bleibt anonym

Einige Monate später habe er einen Brief von der Empfängerin seiner Stammzellen erhalten, allerdings anonymisiert durch die DKMS. „Ich weiß, dass es sich um eine Frau aus Deutschland im Alter von Mitte/Ende 40 handelt“, so Gervelmeyer. Sie habe ihm geschrieben, dass sie durch seine Spende „ihren zweiten Geburtstag“ erlebt habe. Sie sei wieder so gesund, dass sie ihrem Beruf nachgehen könne. „Außerdem hat sie ihren kleinen Sohn erwähnt, der sich sehr gefreut habe, dass bei der Mama wieder Haare auf dem Kopf wachsen.“

Ihren echten Namen werde er allerdings erst in einigen Jahren erfahren, erzählt Gervelmeyer. Spender und Empfänger sollen sich nach den geltenden Richtlinien nicht näher kennenlernen und vielleicht sogar eine emotionale Beziehung zueinander aufbauen, bevor nicht klar ist, dass der Empfänger auch langfristig gesund bleibt.

BBS Brinkstraße Spitzenreiter

Ansgar Pohlmann, Vorsitzender der Petra-Stiftung, dankte Gervelmeyer im Namen der Stiftung und sprach auch BBS-Schulleiter Johannes Brockmeyer und seinem Stellvertreter Frank Baller seinen Dank aus. Im gesamten Landkreis Osnabrück sei die BBS Brinkstraße Spitzenreiter, was die Typisierungsaktionen angehe. „Es ist besonders wichtig, junge Leute im System zu haben, da diese die Spende besser vertragen und länger im System bleiben als Ältere“, so Pohlmann.

Die Quote von mittlerweile 153 Spendern an der BBS Brinkstraße und 1025 im gesamten Landkreis Osnabrück sei enorm gut. „Bundesweit gesehen, findet man im Raum Osnabrück/Münster überproportional viele geeignete Spender“, so Pohlmann. Der Gen-Stamm der meisten Einheimischen weise Merkmale auf, die sehr oft passten. „Umso wichtiger ist es, sich typisieren zu lassen“, appellierte er.

Chance liegt bei 1:60

„Die Chance, nach einer Typisierung tatsächlich zum Spender zu werden, liegt bei eins zu sechzig“, ergänzte Hartmut Klipsch von der Stiftung „Hilfe für Petra und andere“. Die Heilungschancen für Krebspatienten, für die ein geeigneter Spender gefunden wird, seien heute sehr gut, sodass in den allermeisten Fällen tatsächlich ein Leben gerettet werden könne.


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