Auch betreutes Wohnen möglich Osnabrück sucht Familien für minderjährige Flüchtlinge

Von Ulrike Schmidt

Männliche Jugendliche aus Kriegsgebieten suchen Gastfamilien in Osnabrück. Drei freie Träger unterstützen die Stadt bei Suche und Vermittlung. Foto: dpaMännliche Jugendliche aus Kriegsgebieten suchen Gastfamilien in Osnabrück. Drei freie Träger unterstützen die Stadt bei Suche und Vermittlung. Foto: dpa

Osnabrück. Die Stadt Osnabrück betreut derzeit 119 minderjährige Flüchtlinge. Einige von ihnen würden gerne in einer Gastfamilie leben. Gesucht werden Pflegeeltern, aber auch Familien, die nur Wohnraum mit Familienanschluss bieten wollen.

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Osnabrück ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. 2014 wurden 13 aufgenommen, 2015 mehr als 60, sagt Wolfgang Ruthemeier, Leiter des städtischen Fachdienste Familie/Sozialer Dienst. Und obwohl der Zuzug stark rückläufig ist, kamen in diesem März noch elf minderjähriger Flüchtlinge in die Stadt.

Jungen aus Kriegsgebieten

Es handele sich hauptsächlich um 15- bis 17-jährige Jungen aus Kriegsgebieten. Mehr als die Hälfte der seit November aufgenommen Minderjährigen kommen aus Afghanistan, weitere 24 Prozent aus Syrien. Mädchen und unter 15-Jährige sind unter den Jugendlichen die große Ausnahme.

Die Meisten möchten mit gleichaltrigen Geflüchteten Kontakt behalten und in Wohngruppen leben. Einige würden gerne in einer Gastfamilie leben, weil sie dadurch eine größere Chance für ihre Integration in Deutschland sehen. Jeder Einzelfall werde durch den Fachdienst Familie genau geprüft, erläutert Ruthemeier: Passt für den Jugendlichen ein Heim , eine Gastfamilie oder Betreutes Wohnen?

Infoabend in Hellern

Für Osnabrücker Familien, die einen Flüchtling bei sich aufnehmen wollen, hat die Stadt jetzt einen Flyer mit ersten Informationen erstellt. Er gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, was auf die Familien zukommt und wer für Hilfe und Beratung zur Verfügung steht.

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und der Internationale Bund (IB) sind im Auftrag der Stadt Ansprechpartner für mögliche Gastfamilien. Der IB plant am Mittwoch, 20. April um 18 Uhr einen Informationsabend in der Alten Kasse an der Großen Schulstr. 38 in Hellern. Anmeldungen erbittet Mirko Möller bis Montag, 18. April unter Telefon 0541/3589530 oder per E-Mail an Mirko-Moeller@internationaler.bund de .

Kontakt zu 15 Familien

Der SkF hat nach Auskunft der Mitarbeiterinnen Britta Rogalla und Kathrin Witte nach einem Informationsabend Kontakt zu 15 Familien, die einen jungen Flüchtling bei sich aufnehmen wollen. Es handele sich in der Mehrheit um Familien, die durch Schüleraustauschprogramm schon Erfahrung im Umgang mit jungen Menschen aus anderen Kulturen haben. Unter den Interessenten seien aber auch Familien, die ein Pflegekind aufgezogen haben und nun wieder einen Jugendlichen betreuen wollen, ohne sich über lange Jahre zu verpflichten. Kontakt zum SkF gibt es unter Telefon 0541/3387610 oder E-Mail an kwitte@skf-os.de .

Wohnen mit Familienanschluss

Helfen können auch Menschen, die Wohnraum und Familienanschluss zur Verfügung stellen wollen, aber nicht die Erziehungsverantwortung für den jungen Geflüchteten übernehmen wollen. Ihr Ansprechpartner ist die gemeinnützige GmbH Outlaw . Beim Betreuten Wohnen übernehmen Outlaw-Fachkräfte die pädagogische Betreuung und ständig ansprechbar, wie Gabi Gaschina erklärt. Kontakt unter Telefon 0541/21196 und E-Mail gabi.gaschina@outlaw-ggmbh.de .

Der Flyer liegt an verschiedenen öffentlichen Einrichtungen der Stadt aus.


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