Bienen folgen bald Kartoffelacker der Osnabrücker Domschule wird Bienenweide

Von Markus Strothmann

Der gelernte Landwirt Eckhard Krabbe (r.) und Helfer Herbert Heckmann spannten Anton (braun) und Bavaria ein, um die rund 500 Quadratmeter Acker umzupflügen. Alle vier hatten sichtlich Spaß bei der Arbeit. Foto: Thomas OsterfeldDer gelernte Landwirt Eckhard Krabbe (r.) und Helfer Herbert Heckmann spannten Anton (braun) und Bavaria ein, um die rund 500 Quadratmeter Acker umzupflügen. Alle vier hatten sichtlich Spaß bei der Arbeit. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Im vergangenen Jahr bauten Schüler der Osnabrücker Domschule auf einem Acker hinter dem Dom Kartoffeln an, um die Indienhilfe zu unterstützen. Jetzt wurde wieder umgepflügt: Demnächst zieht ein Bienenvolk in den Garten der Domgemeinde ein.

Für die neuen Bewohner legen die Schüler zunächst eine Bienenweide an. Dafür steht die Hälfte der etwa 500 Quadratmeter großen Fläche zur Verfügung. In etwa einem Monat soll das Bienenvolk einziehen. „Wir pflanzen hier eine Mischung aus Kulturpflanzen und Wildpflanzen, damit die Bienen Futter vor der Haustür haben“, sagte Domschul-Lehrer Michael Wallusch beim Pflügen. Durch das Projekt werden Schüler lernen, Bienen zu züchten und zu pflegen. „Wenn der Honig-Ertrag Geld einbringt, werden wir auch etwas an die Indienhilfe geben, aber in erster Linie sollen die Schüler hier was lernen“, so Michael Wallusch. Er unterrichtet Mathe und Chemie, die Liebe zur Natur hat er aus seinem vorigen Berufsleben als Förster mitgebracht. (Rückblick: Im vergangenen Jahr legten die Schüler einen Kartoffelacker an)

Tipps vom Profi

Der Imker Harald Emmerich aus Hasbergen unterstützt das Bienenprojekt mit seiner Fachkenntnis. „ Bienenzucht geht sehr gut in der Stadt . Der Honig ist weniger mit Pestiziden belastet, weil die Pflanzen hier nicht gespritzt werden.“ Die Völker der Stadtbienen seien zwar geringfügig kleiner, aber stabiler und gesünder: „Durch die Industrialisierung der Landwirtschaft haben sie auf dem Land zwar riesige Felder, die viel Nahrung bieten für die Bienen. Aber die Pflanzen sind oft gleich mit mehreren Chemikalien behandelt, um sie gegen verschiedene Schädlinge zu schützen.“ Weil es in der Stadt wärmer ist, öffnen sich auch die Blüten eher. Dadurch haben die Bienen länger Zeit zum Sammeln. „Die biologischen Wechselwirkungen zwischen Bienenvolk und Umwelt sind komplex. Das wird sich den Schülern beim Beobachten sehr gut erschließen.“

Pferdepflug im Einsatz

Manchmal ist traditionell auch praktisch: Landwirt Eckhard Krabbe Scholle wendete die Scholle mit dem Pferdepflug. Der Grund dafür war aber keine konservative Abneigung gegen neuere Geräte, es gibt nur keine ausreichend große Zufahrt für den Traktor. „Sie kommen hier mit einem Trecker kaum hin. Klar geht es mit den Pferden nicht so schnell, aber mit dem Handpflug würde es noch wesentlich länger dauern“, so Eckhard Krabbe. Außerdem macht es ihm Spaß: Er nahm sogar letztes Jahr teil an einem Wettpflügen.

Gute Zusammenarbeit betont

Der Pfarrer der Domgemeinde Ulrich Beckwermert ist selbst Bienen-Enthusiast. In seinem Garten wohnt schon ein Volk, er bezeichnete sich scherzhaft als „Azubi im dritten Lehrjahr“ bei Imker Harald Emmerich. „Es ist toll, dass wir hier solche Möglichkeiten haben. Schule, Gemeinde und Priesterseminar arbeiten sehr gut zusammen.“


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