NOZ Monatsrückblick März 2016 Flugzeugabsturz und Bundesverkehrswegeplan: der März 2016

Von Frank Riehemann


Osnabrück. Ein Flugzeugabsturz mit glücklichem Ausgang hält die Osnabrücker im März 2016 in Atem. Die wichtigsten Ereignisse des Monats in der Region lassen sich unter dem Motto „Bewegung und Veränderung“ zusammenfassen: Der Kongress „Bewegte Kindheit“ findet zum zehnten Mal statt, in der Großen Straße eröffnet ein Modehaus, der Wilhelmsstift wird abgerissen und der neue Bundesverkehrswegeplan zeigt, welche Straßenbauprojekte bis 2030 in der Region verwirklicht werden sollen. In den Kurorten im Südkreis geraten die Bäder ins Schwimmen.

„Viele Menschen haben viel Glück gehabt,“ diese Worte von Polizeisprecherin Astrid Hamker lassen erahnen, welche dramatischen Folgen der Absturz eines Kleinflugzeugs auf dem Gelände der ehemaligen Landwehrkaserne in Osnabrück gehabt hätte, wenn Menschen nicht zur richtigen Zeit verantwortungsvoll und mutig gehandelt hätten. Das mit vier Personen besetzte zweimotorige Flugzeug war am Flugplatz in Atter gestartet und von Anfang an sehr niedrig über die Häuser geflogen. Wahrscheinlich versucht der Pilot eine Bruchlandung auf freiem Feld und stürzt zweihundert Meter entfernt von einer Flüchtlingsunterkunft ab, in der Hassanien Salman wohnt. Der 34-jährige Iraker eilt sofort zur Unglücksstelle, löscht zusammen mit einem Mitbewohner ein Feuer im Flugzeugwrack und rettet zwei Schwerverletzte aus den Trümmern. Zwei weitere, leicht verletzte, Passagiere hatten sich zuvor noch selbst befreien können.

Bereits zum zehnten Mal findet in Osnabrück der Kongress „Bewegte Kindheit“ statt. Die Vorträge, unter anderem von Bildungsministerin Johanna Wanka und Bundespräsident a. D. Christian Wulff, sowie Seminare und Workshops zum Thema Bildung und Bewegung ziehen mehr als 3000 Besucher an. Zum letzten Mal wird die Veranstaltung von Professorin Renate Zimmer geleitet, die im März 2016 in den Ruhestand geht.

Im Osnabrücker Einzelhandel ist einiges in Bewegung: In der Großen Straße 57-60 eröffnet nach anderthalbjähriger Bauzeit ein neues Modehaus, in das der Herrenausstatter Pohland, das Modeunternehmen Tommy Hilfiger sowie die Label Camp David und Soccx einziehen.

Der Centerentwickler Unibail Rodamco stellt eine Bauvoranfrage für das geplante Einkaufszentrum am Neumarkt. Ein Abrisstermin für die alten Gebäude gibt es aber noch nicht.

Dafür leisten die Bagger an der Herrenteichstraße schon ganze Arbeit. Für den Neubau eines 5000 Quadratmeter großen Sporthauses mit einem Wasserbecken lässt das Modehaus L+T den ehemaligen Wilhelmsstift abreißen.

Auch an der Georgstraße verändern Bagger das Stadtbild. Drei Wochen nach Beginn der Bauarbeiten ist der Deckel zwischen der Georgstraße und der Gutenberg-Passage gelüftet und die Hase wieder sichtbar. Bis zum Herbst wird der frühere Hinterhof der Fußgängerzone mit Steg- und Brückenkonstruktionen neu gestaltet werden.

Die Stadtwerke wollen die Bäder zu Freizeiteinrichtungen ausbauen, in denen Besucher sich auch außerhalb der Schwimmzeiten aufhalten können. Ein erstes Projekt ist die Eröffnung eines Tiefseilgartens mit 14 Stationen auf der Freifläche des Moskaubads. Ein zweites Projekt ist der Bau einer Elektrokartbahn am Nettebad, für die nach einigem Hin und Her der erste Spatenstich erfolgt.

Im März 2016 wird der neue Bundesverkehrwegeplan bis 2030 vorgestellt, in dem auch einige Verkehrsprojekte aus der Region Osnabrück eine wichtige Stellung einnehmen. Die A30 zwischen dem Lotter Kreuz und dem Osnabrücker Südkreuz soll bis 2029 sechsspurig ausgebaut werden. Das Projekt wird in der Kategorie „vordringlicher Bedarf - Engpassbeseitigung“ eingestuft. Als „vordringlicher Bedarf“ (allerdings ohne „Engpassbeseitigung“) wird auch der Lückenschluss der A33-Nord zwischen Belm und Wallenhorst eingeordnet. Hier wird mit einer Fertigstellung erst im Jahr 2033 gerechnet. Auch die Ortsumgehung für Bad Iburg gilt als vordringlich. Dafür wird sogar wieder ein Tunnel durch den Freden ins Spiel gebracht, der bisher als zu kostspielig galt. Auch Hilter ist von einem Projekt im Bundesverkehrswegeplan betroffen: Die Ortsumgehung von der L 97 zur A33 soll mitten durch Natrup führen.

Rund um Osnabrück

In Belm werden zwei 250-Kilo-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. 7000 Menschen müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. „Es ist alles hervorragend gelaufen, absolut reibungslos“, sagt Belms Bürgermeister Viktor Hermeler, nach der erfolgreichen Entschärfung.

Wallenhorst erhält Besuch von Johanna Wanka. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung zeigt sich beeindruckt vom „MINTeinander“-Netzwerk, das ihr Andreas Sandmann in einer Werkhalle der Firma Purplan vorstellt. In dem Netzwerk haben sich Kindergärten, Schulen, Bürgerstiftung, Unternehmen und Gemeindeverwaltung zusammengeschlossen, um die Ausbildung in den MINT-Fächern, Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik, zu fördern.

Das frühere Café Hindenburg am Eingang des Wallenhorster Ortsteils Lechtingen wird endlich abgerissen. Seit fast 30 Jahren steht das Wohn- und Geschäftshaus aus dem 19. Jahrhundert, das auch als Café, Wohnheim für Asylbewerber und Bordell genutzt wurde, leer und wurde mehr und mehr zum Schandfleck. Was mit dem Grundstück passiert ist noch offen.

In Hagen wird das Kolumbarium am Waldfriedhof eingeweiht. In den vergangenen Monaten war das 270 Jahre alte Bauernhaus an der Straße „Zum Jägerberg“ zur Friedhofskapelle und Kolumbarium umgebaut worden. Rund 700 Urnen können jetzt in dem alten Fachwerkhaus bestattet werden.

Im Hagener Rat verliert die FDP ihren einzigen Vertreter. Michael Cromme, seit 15 Jahren FDP-Ratsmitglied, tritt der CDU bei. In seiner Erklärung führt Cromme bundespolitische Gründe und Streitigkeiten bei den Liberalen auf Kreisebene als Auslöser für seinen Wechsel an.

Die Hasberger Gemeindewerke werden Ende 2016 aufgelöst. Das beschließt der Rat der Gemeinde einstimmig. Seit 1997 waren die Gemeindewerke als städtische Eigenbetrieb für die Versorgung der Bürger mit Trinkwasser und die Abwasserentsorgung zuständig. Mit dem neuen kommunalen Haushaltsgesetz hat es sich überholt, die Gemeindewerke als Eigenbetriebe zu führen.

Südkreis

Die Stadt Georgsmarienhüttekauft für 3,95 Millionen Euro die 31,2 Prozent des Rathauses, die sich bisher nicht in ihrem Besitz befanden. Außerdem sollen die vom Jibi-Nachfolger Rossmann nicht mehr benötigten Rathausflächen für die Kommunalverwaltung, zum Beispiel für die Kfz-Zulassungsstelle, genutzt werden.

Mit einem Wohnhaus im GMHütter Ortsteil Holsten-Mündrup tut sich der Stadtrat allerdings schwer. Der Besitzer des Grundstücks An der Zitterquelle hatte beantragt, dass die Fläche der Nachbargemeinde Bissendorf zugeschlagen wird, da Zufahrt, Telefonanschluss oder Müllabfuhr über Bissendorf erfolgen. Während der Bissendorfer Rat für die Grenzveränderung stimmt, lehnt der GMHütter Rat den Antrag ab.

Um die Bildungsqualität in Georgsmarienhütte zu verbessern gründet sich die Georgsmarienhütter Bildungsgenossenschaft. ,,Die Idee ist, dass sich die an dem Thema Bildung Interessierten in unserer Stadt selber als Genossen in den Prozess einbringen und dazu beitragen, die Angebotspalette weiterzuentwickeln,“ so Bürgermeister Ansgar Pohlmann.

In Bad Iburg kommt bei einem tragischen Verkehrsunfall eine 33-jährige Frau ums Leben und ihr zweijähriges Kind wird verletzt. Aus ungeklärter Ursache kommt die Frau von der Fahrbahn ab und mit prallt mit ihrem Auto gegen einen Baum. Sie kann noch mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden, wo sie kurz darauf ihren Verletzungen erliegt.

Das Warmschwimmbad im Bad Iburger Gesundheitszentrum wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Was aus dem Hallenbad werden soll, ist noch völlig ungewiss. Verhandlungen mit möglichen Betreibern blieben ohne Erfolg. Jetzt gründet sich ein „Verein zur Erhaltung des Warmschwimmbades im Gesundheitszentrum“, der mit Hilfe von Spenden das wirtschaftliche Defizit des Bads senken will.

Auch die anderen Kurorte im Südkreis haben Probleme mit ihren Bädern.

In Bad Rothenfelde vollzieht der Betreiber des Carpesol, Helmut de Witt, eine Kehrtwende. Der geschäftsführende Alleingesellschafter will das Bad nun doch weiter betreiben. Im Herbst 2015 hatte er noch angekündigt, das Carpesol wegen der zu hohen Pacht abgeben zu wollen. Daraufhin wollte die Gemeinde die Anteile de Witts übernehmen. Unter den entsprechenden Verträgen fehlten nur noch die Unterschriften. Jetzt bleibt zunächst einmal alles beim Alten.

Auch im Bad Laerer Wellnessbad Solevital läuft nicht alles rund. Der externe Berater Klaus Pontius kündigt überraschend seine Tätigkeit als Bevollmächtigter der Betriebsgesellschaft auf, weil er sich von den Ratsfraktionen nicht mehr voll unterstützt sieht. Bürgermeister Franz Vollmer übernimmt nun wieder die alleinige Verantwortung. Unterdessen wird bekannt, dass das Bad im ersten Betriebsjahr ein Minus von 1,1 Millionen Euro erwirtschaftet hat.

Blick nach Westfalen

22,5 Jahre haben die Anwohner im Bereich Osnabrücker Straße/Krümpelstraße/Kornweg in Alt-Lotte darauf gewartet – jetzt ist die Ampelanlage im Kreuzungsbereich der L501 endlich in Betrieb genommen worden. 13 Sekunden haben Fußgänger jetzt Zeit, um die gefährliche Kreuzung sicher zu überqueren.

Persönlich

Klaus Künkel, Professor der Evangelischen Theologie und Mitbegründer der Universität Osnabrück, stirbt im Alter von 88 Jahren.

Inge Jaehner, die frühere Leiterin des Felix-Nussbaum-Hauses, stirbt im Alter von 60 Jahren nach schwerer Krankheit.

Hans-Wolf Sievert, Osnabrücker Unternehmer, wird von der chinesischen Provinz Anhui zum „Unternehmer des Jahres 2015“ ernannt.

Der Mediziner Winfried Hardinghaus erhält für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement im Bereich der Hospiz- und Palliativmedizin das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.


Hier fassen wir jeweils zum Ende eines Monats die wichtigsten Themen der vorangegangenen Wochen in Kurzform zusammen. Ähnlich wie in den beliebten Jahresrückblicken der Zeitung können Sie hier alles Wissenswerte des Monats aus Osnabrück und Umgebung Revue passieren lassen. Hyperlinks im Text führen Sie bequem zu vorheriger Berichterstattung.

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