Kölsche Lieder in Jazz Stark: Quartett Tamoko im Lutherhaus

Das Jazzquartett Tamoko im Lutherhaus. Foto: Elvira PartonDas Jazzquartett Tamoko im Lutherhaus. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Simon Seeberger verblüffte seine Zuschauer: Mit seiner Band Tamoko verwandelte der Pianist rheinische Gassenhauer in starke Jazznummern.

Vielleicht ist es seine alte Verbundenheit mit Osnabrück, die ihn motivierte, im Lutherhaus aufzutreten: Seeberger studierte hier an der Hochschule Musik, bevor er sein Klavierspiel am renommierten Berklee College of Music verfeinerte. Jetzt lebt er wieder in seiner alten Heimat Köln, wo er auf die Idee kam, Kölsche Lieder wie „Roxy“ von den Bläck Fööss, „Heimweh nach Köln“ oder „Ich bin ene Klösche Jung“, mit denen er aufwuchs, ins Jazzidiom zu übersetzen. Die erwünschte Wirkung, dass man das Thema des jeweiligen Songs erkennt, bevor es per Variation und Improvisation verfremdet wird, bleibt weitestgehend aus. Denn wer kennt hier schon den „Trizonesien-Song“, ein Karnevalslied von Karl Breuer, das zwei Jahre lang die Funktion einer deutschen Nationalhymne übernahm, weil die frisch gegründete Bundesrepublik noch keine hatte?

Aber obwohl man hier im Nordwesten auf den feinen, kölschen Hintersinn verzichten muss, lassen Seeberger und seine Kollegen trotzdem Spaß aufkommen. Der Pianist, der alle Stücke und die variationsreichen Arrangements der Kölnlieder geschrieben hat, aber auch Trompeter Robin Stüwe, Bassist Yannik Tiemann und Drummer Sebastian Schmidt sind ausgezeichnete Musiker, denen es nicht an Virtuosität und Drive mangelt. Das spürt man nicht nur bei den intensiven, langsamen Stücken, sondern auch bei den dynamischen Eruptionen, wie sie beispielsweise die Interpretation des Brings-Songs „Superjeilezick“ zu bieten hat.


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