Partei kommt im GZ Lerchenstraße unter AfD findet Ort für Vortragsveranstaltung in Osnabrück

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Die Vortragsveranstaltung der Osnabrücker AfD zum Thema „Gender Mainstreaming“ soll nun im städtischen Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße stattfinden. Symbolfoto: Marc Müller/dpaDie Vortragsveranstaltung der Osnabrücker AfD zum Thema „Gender Mainstreaming“ soll nun im städtischen Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße stattfinden. Symbolfoto: Marc Müller/dpa

Osnabrück. Die Osnabrücker AfD hat einen Ort für ihre Veranstaltung zum Thema „Gender Mainstreaming“ gefunden. Nachdem der Vortragsabend in der vergangenen Woche vom Betreiber der Gaststätte Busch Atter storniert wurde, kommt die Partei am Freitag, 8. April, nun im Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße unter.

Die AfD hatte nach der Absage durch den Betreiber des Lokals die Stadt aufgefordert, ihr Räume für die Veranstaltung zur Verfügung zu stellen. Als Begründung führte die Partei an, dass die sogenannte autonome Szene das Versammlungsrecht der AfD sabotiere und es ihr damit quasi unmöglich sei, Räume anmieten zu können.

Städtische Einrichtung als Ort für Veranstaltung

Wie Pressesprecher Sven Jürgensen berichtet, habe die Stadt in der vergangenen Woche das Anliegen der AfD geprüft und die Partei dann an das Gemeinschaftszentrum (GZ) verwiesen. „Im Sinne des Gleichheitsgrundsatzes war das im Grunde ein normaler Vorgang, wie er bei jeder anderen Partei auch passiert wäre.“ Das GZ Lerchenstraße ist eine Einrichtung in städtischer Trägerschaft, in dem zahlreiche Veranstaltung unterschiedlicher Natur stattfinden. Wie Jürgensen betont, ist die Anmietung der Räume durch die AfD kostenpflichtig – wie für alle anderen Veranstalter auch, die das GZ nutzen wollen.

Widerstand formiert sich

Schon jetzt formiert sich im Internet erneuter Widerstand gegen die Veranstaltung. Auf der Facebook-Seite der Plattform „Emanzipatorische Politik Osnabrück“ (EPOS) wird aktuell zum Protest gegen den „antifeministischen und homophoben Vortrag“ aufgerufen. Geteilt wird dieser Aufruf unter anderem auch vom „Café Résistance“. Beide Akteure hatten bereits im Vorfeld der abgesagten Veranstaltung bei Busch Atter zum Widerstand aufgerufen. Die Osnabrücker Polizei habe die Situation im Blick und sei vorbereitet, sagt Sprecherin Anke Hamker kurz und knapp auf Nachfrage unserer Redaktion.

AfD spricht von Drohkulisse

Die Absage der ursprünglich im Lokal Busch Atter geplanten Veranstaltung hatte in der vergangenen Woche für reichlich Diskussionen gesorgt. Die Osnabrücker AfD sprach nach der öffentlich verkündeten Stornierung von einer „Drohkulisse“, die Antifa-nahe Verbünde aufgebaut hätten. Betreiber Thomas Lechner hatte seine Entscheidung dagegen unter anderem mit einer grundsätzlichen Ablehnung der AfD-Positionen begründet. Zudem wolle er seine Mitarbeiter schützen.

AfD thematisiert Gender Mainstreaming

Die nun im GZ Lerchenstraße stattfindende Veranstaltung ab 19 Uhr läuft unter dem Titel „Mut zur Wahrheit – gegen die ideologische Verwirrung unserer Kinder“. Als Referentin ist nach Angaben der AfD Barbara Rosenkranz eingeladen. Sie ist Mitglied der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und gilt als nationalkonservativ. Konkret soll es am Freitagabend um die Grundsätze des Gender Mainstreamings gehen und wie es sich von der klassischen Gleichstellungspolitik unterscheidet. Außerdem, so heißt es in einer Ankündigung seitens der AfD, sollen konkrete Auswirkungen des Gender Mainstreaming auf das tägliche Leben, insbesondere in der Verwaltungspraxis und im Erziehungsbereich verdeutlicht werden.

AfD-Veranstaltung endet im Durcheinander

Die kommende Veranstaltung ist nicht die einzige, die aktuell in der Region Osnabrück für Aufsehen sorgt. Am vergangenen Wochenende hatte die AfD zu einem offenen Diskussionsabend in einem Gasthaus in Rieste eingeladen. Die Veranstaltung unter dem Titel „Integration – Illusion oder Wirklichkeit“ endete in einem völligen Durcheinander . Der AfD-Kreisvorsitzende Matthias Linderkamp räumte danach gegenüber unserer Redaktion ein, dass die Veranstaltung komplett aus dem Ruder gelaufen sei.


Was ist Gender Mainstreaming?

Gender Mainstreaming bedeutet, dass Unternehmen, Organisationen und auch politische Parteien alle Maßnahmen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gleichstellung von Frauen und von Männern untersuchen und bewerten sowie gegebenenfalls Maßnahmen zur Gleichstellung ergreifen. In allen Phasen sollen die unterschiedlichen Lebenslagen von Frauen und Männern und die Auswirkungen auf beide Geschlechter berücksichtigt werden. In der EU wurde Gender Mainstreaming bereits 1997 im Amsterdamer Vertrag als verbindliche Richtlinie für alle Mitgliedsstaaten verankert.

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