Kultur vom Güterbahnhof verdrängt Osnabrücker Grüne wollen Kulturverein Petersburg helfen

Das war einmal: Auf dem Güterbahnhof hatte der Kulturverein Petersburg sein Domizil. Der neue Bebauungsplan lässt jedoch keine kulturelle Nutzung zu. Foto: Jörn MartensDas war einmal: Auf dem Güterbahnhof hatte der Kulturverein Petersburg sein Domizil. Der neue Bebauungsplan lässt jedoch keine kulturelle Nutzung zu. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Wenn der Güterbahnhof nur noch für gewerbliche Zwecke genutzt werden darf, bleibt nicht nur die „Lebensquelle“, sondern auch die Kultur außen vor. Die Grüne-Ratsfraktion hat deshalb in einem Gespräch mit dem Kulturverein Petersburg nach Auswegen gesucht.

Der Verein kritisierte die im neuen Bebauungsplanentwurf fehlende Perspektive für eine kulturelle Nutzung. Die Grünen teilten die Sorge und hätten dem Verein ihre Unterstützung angeboten, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion. „Am Güterbahnhof hat sich in den letzten Jahren eine tolle freie Kulturszene entwickelt. Wir nehmen die Sorgen sehr ernst, dass dieses Kreativ-Biotop durch den Streit zwischen der Stadt und den Flächenbesitzern von der Zion GmbH unter die Räder kommt“, erklärten der Fraktionsvorsitzende Michael Hagedorn und der kulturpolitische Sprecher Sebastian Bracke.

Die Grünen wollten vor dem Satzungsbeschluss alle Interessen am Standort genau prüfen. Man stehe aber vor einem baurechtlichen Dilemma. Die Fläche liege zwischen intensiv genutzten Gewerbe- und Industriegebieten und werde von viel befahrenen Bahnstrecken berührt. Für eine Wohn- oder Mischnutzungen sei der Lärm definitiv zu hoch.

Die Fläche eigne sich nicht für eine kirchliche Nutzung und den Bau eines sozialen Zentrums, wie es die „Lebensquelle“ favorisiere, erklärte Volker Bajus. Hier gelte gleiches Recht für alle. Deshalb sei es konsequent, das Gebiet für eine reine Gewerbenutzung auszuweisen. Gewerbe wie Proberaumvermietung seien auch zukünftig möglich. Klar sei aber auch, dass Osnabrück auch in Zukunft Kreativquartiere und zusätzliche Proberäume brauche.

Die Grünen wollen nach Möglichkeiten suchen, damit der Kulturverein kurzfristig wieder tätig sein kann. Das könne vorübergehend auf den Flächen vor dem Ringlokschuppen geschehen, regten Bracke und Hagedorn an.

Weil eine langfristige Perspektive am Güterbahnhof auch angesichts der bestehenden Eigentumsverhältnisse eher unwahrscheinlich sei, müssten Verein, Politik und Verwaltung gemeinsam Perspektiven auch für alternative Standorte entwickeln.


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