350 000 Zuschauer erreicht Kinder- und Jugendtheater Oskar feiert 10. Geburtstag

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Oskar mit Erziehungsberechtigten und Freunden: Der kaufmännische Direktor Matthias Köhn (links) und Intendant Ralf Waldschmidt (rechts) umrahmen das Geburstagskind Oskar sowie Elke Uthoff, Heike Drogies, Hanna Dornieden und Christiane Wulff vom Förderverein Oskars Freunde. Foto: Michael GründelOskar mit Erziehungsberechtigten und Freunden: Der kaufmännische Direktor Matthias Köhn (links) und Intendant Ralf Waldschmidt (rechts) umrahmen das Geburstagskind Oskar sowie Elke Uthoff, Heike Drogies, Hanna Dornieden und Christiane Wulff vom Förderverein Oskars Freunde. Foto: Michael Gründel

Das Kinder- und Jugendtheater am Theater Osnabrück, Oskar, ist ein Erfolgsmodell. Jetzt wird der Theaterspross zehn Jahre alt; Gelegenheit zurück und in die Zukunft zu schauen.

Ein Problemkind war Oskar eher nicht. Dabei müssen die Schöpfer kultureller Institutionen stets damit rechnen, ihr Baby wegen finanzieller Auszehrung zu verlieren. Aber Oskar ist ein Wonneproppen: rund und gesund und quicklebendig. Jetzt wird der Junge zehn Jahre alt, und Ziehvater Ralf Waldschmidt blickt schon voller Vorfreude auf die Pubertät des Zöglings, die ja nun wohl bald einsetzt. Weiterlesen: Die Eröffnung des Kinder- und Jugendtheaters Oskar

Oskars Clou: Der Förderverein Oskars Freunde

Gezeugt und aus der Taufe gehoben hat Oskar Waldschmidts Vorgänger im Amt des Osnabrücker Theaterintendanten, Holger Schultze: Ihm war es ein wichtiges Anliegen, Stadt und Region Osnabrück wieder mit einem Kinder- und Jugendtheater auszustatten, eben jenen Oskar. Der Clou dabei: Bürgerschaftliches Engagement hat die neue Sparte ermöglicht, sprich: finanziert. So ist das bis heute: Oskar gedeiht "durch Spenden", sagt Christiane Wulff, die Vorsitzende des Fördervereins "Oskars Freunde" bei einem Pressegespräch anlässlich der ersten Oskar-Premiere vor fast exakt zehn Jahren. Spenden, "die jedes Jahr neu eingeworben werden müssen." Weiterlesen: Die erste Jubelfeier - Oskars fünfter Geburtstag

75000 Euro benötigt das Kinder- und Jugendtheater jedes Jahr. Eine "Hürde", wie der kaufmännische Direktor des Theaters, Matthias Köhn, sagt. Aber eine Hürde, die Oskars Freunde seit zehn Jahren nehmen. Wobei Köhn betont, dass mit den Spenden lediglich die drei Schauspielstellen finanziert werden: Zu einer mustergültigen Sparte wird Oskar erst, weil die Infrastruktur des Theaters hinter ihm steht. Die wurde sogar ausgebaut: "Vor zehn Jahren gab es einen Theaterpädagogen", sagt Köhn. "Jetzt haben wir vier".

56 Produktionen, 350000 Besucher

Oskars Erfolg schlägt sich auch in anderen Zahlen nieder: Pro Spielzeit bringt das Oskar-Team 200 Vorstellungen auf die Bühne und erreicht mehr als 33000 Schülerinnen und Schüler. Noch imposanter sind die Zahlen für die gesamten zehn Jahre: Dem Angebot von 56 Produktionen steht die Nachfrage durch 350000 Besucher gegenüber, vom Grundschulkind bis zu den Jugendlichen. Dabei packt Oskar auch schwierige Themen an: Die jüngste Produktion "Was das Nashorn sah, als es auf die andere Zeit des Zaunes sah" spielt vor der historischen Kulisse des Zoos im Konzentrationslager Buchenwald und beschäftigt sich mit Fragen vom Hin- und Wegschauen. Hier bedingen sich Theater und Theaterpädagogik gegenseitig: "Das Stück mutet Kindern etwas zu", sagt Wulff, "und ohne Theaterpädagogik würden sie in dem Tunnel gelassen", in den das Stück seine Zuschauer schickt. Gleichzeitig untermauert ein solches Stück Waldschmidts Anspruch, mit Oskar "gesellschaftlich relevantes Theater" zu machen. Weiterlesen: Die Premiere vom "Nashorn"

Dazu kommt ein weiterer Faktor, der Oskar maßgeblich befördert hat: Die Kooperation mit Schulen in Stadt und Landkreis Osnabrück. Sie hat sich in den fünf Jahren, seit Waldschmidt das Theater Osnabrück leitet, verdoppelt von zwanzig auf jetzt über vierzig Partnerschulen. Und ein weiterer Effekt lässt sich, wenn auch nicht mit konkreten Zahlen belegen, aber doch feststellen: Wenn Waldschmidt mit Theatergängern der Generation 20 plus/minus spricht, hört er häufig, werden ersten Kontakt zur Institution Theater hergestellt hat: natürlich Oskar.


In diesem Jahr feiert Oskar seinen zehnten Geburtstag. Zum Auftakt gibt es ein Fest im Emma-Theater mit Kinderschminken, Malaktion, Geburtstagstorte und natürlich mit einem Blick hinter die Kulissen und Ausschnitten aus dem Oskar-Programm. Termin: Sonntag, 24. April, 11.30-16 Uhr.

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