Angebote für Phobiker Riesenspinnen- und Insektenausstellung in der Halle Gartlage

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Osnabrück. Unter dem Titel „Insectophobie“ fand an den beiden Ostertagen eine Riesenspinnen- und Insektenausstellung in der Halle Gartlage statt. Phobiker waren dabei besonders willkommen.

Zu spüren ist kaum etwas, die haarigen Beine der Vogelspinne aus der Gattung Grammostola scheinen die Hände fast nicht zu berühren. „Kann die denn beißen“, fragt eine junge Besucherin, die das faszinierende Tier gerade auf der Hand trägt. „Rein theoretisch ja, aber wenn man mich ärgert, könnte ich theoretisch auch beißen“, antwortet Renaldo Neigert. 

Der junge Mann mit dem giftgrünen T-Shirt ist der Veranstalter der Ausstellung „Insectophobie“. Renaldo Neigert besitzt nicht nur diese Vogelspinne, ihm gehören alle Spinnen und Insekten, die in der Halle Gartlage gezeigt werden. Außer in der Weihnachtszeit stellt er jedes Wochenende seine Tiere aus, befördert werden sie in einem Transporter, in dem konstant 24 Grad und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit herrschen. 

„Theraposa blondi“, die größte Vogelspinne der Welt

„Die Leute sehen gar nicht, was für ein riesiger Aufwand hinter dieser Ausstellung steckt“, sagt Neigert. Für die beiden Tage in der Halle Gartlage müsse er rund 3800 Euro investieren. „Mit dem Eintrittspreis von sieben Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder ist das echt nur schwer wieder reinzuholen.“

Tatsächlich sind die Eintrittspreise mehr als gerechtfertigt, denn die Besucher bekommen viele spektakuläre Tiere geboten. Unter anderem eine Theraphosa blondi, mit einer Größe von bis zu 25 Zentimetern ist sie die größte Vogelspinne der Welt. Den halbierten Ton-Blumentopf, der der Spinne als Unterschlupf dient, füllt sie komplett aus. 

Für den Menschen tödliche Tiere dürfen nicht gezeigt werden

Das gefährlichste Tier der Ausstellung ist ein Hundertfüßer, sein lateinischer Name lautet Scolopendra morsitans. Ihr Biss kann bei gesunden Erwachsenen zu schweren Kreislaufbeschwerden führen, zu Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen oder lokalen Lähmungen. 

„Tiere, die für den Menschen tödlich sein könnten, darf ich nicht zeigen“, sagt Renaldo Neigert. Die Gefahr, dass jemand ein Terrarium vom Tisch wirft und das Glas zerbricht, ist nach Meinung der Behörden zu groß. 

Besonderes Angebot für Phobiker

Ein besonderes Angebot der Ausstellung ist eine sanfte Konfrontationstherapie für Phobiker. Wenn Besucher große Angst vor Spinnen haben, geht Renaldo Neigert mit ihnen in einen kleinen Raum und informiert sie zunächst einmal detailliert über die Tiere. Das würde in der Regel schon reichen. „So komisch es sich anhört: Ich habe es noch nie erlebt, dass hier jemand herausgegangen ist und seine Angst vor den Tieren nicht überwunden hat.“

Neben den lebenden Tieren zeigt „Insectophobie“ auch hoch interessante Exponate von bereits gewesenen Exemplaren. Dazu gehören etwa einige wunderschöne Totenkopfschwärmer - die vielen bekannt sein dürften: Im Film „Das Schweigen der Lämmer“ platziert der Serienmörder Buffallo Bill diese Tiere im Hals seiner Opfer.


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