Serie Stiftungen in Osnabrück Hans-Wolf Sievert: Ein Stifter aus Leidenschaft

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Osnabrück. Sichern in Zeiten klammer kommunaler Kassen Stiftungen die Vielfalt der Kulturszene? Verantwortliche in Politik und Verwaltung hätten das gerne. Deshalb nehmen wir in einer Serie Stiftungen aus Stadt und Region Osnabrück unter die Lupe.

Hans-Wolf Sievert ist ein Mann, der Leidenschaften pflegt. So liegt ihm die Völkerverständigung mit China und mit Costa Rica außerordentlich am Herzen. Dafür errichtet er dem akademischen Nachwuchs wundschöne Brücken, und dass die stabil bleiben, liegt nicht an den Baustoffen, die seine Firma, die Sievert AG, herstellt und vertreibt, sondern an der Sievert-Stiftung für Wissenschaft und Kultur. Weiterlesen: Hans-Wolf Sievert gründet eine Stiftung

Einmaliges Engagement für Costa Rica

Etliche Projekte hat die 20013 gegründete Stiftung schon finanziell unterstützt, den drei Stiftungszwecken folgend: Forschung und Lehre, Kunst und Kultur sowie –eben: Völkerverständigung. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf der Wissenschaft; etliche Projekte sind an der Hochschule und an der Universität angesiedelt, einige durchaus mit Alleinstellungsmerkmal: Das 2014 gegründete Costa-Rica-Zentrum sei „eine weltweit einzigartige Einrichtung“, sagt Claus Rainer Rollinger. Der ehemalige Uni-Präsident teilt sich mit Sievert die Vorstandsarbeit. Weiterlesen: Das Costa-Rica-Zentrum der Uni Osnabrück

In Richtung China manifestiert sich die Völkerverständigung in einer Stiftungsprofessur für Chinesisches Recht, die 2015 an den Start ging. Doch egal, wie sich einzelnen Projekte darstellen, ein Merkmal tragen sie alle gemeinsam: Die Sievert-Stiftung gibt nicht einfach Geld, sondern sie gestaltet. Und schon gar nicht sehen Sievert und Rollinger ihre Aufgabe darin, die Löcher im kommunalen Geldbeutel zu stopfen.

Sievert-Stiftung profitiert vom Bauboom

Mit 24,5 Prozent ist die Stiftung als Gesellschafterin an der Sievert AG beteiligt. Anders gesagt: Geht es der Firma gut, freut sich die Stiftung. Gegenwärtig profitiert der Fertigbeton-Hersteller Sievert vom Bauboom, und damit auch die Stiftung ebenso wie die Kultur.

Auch hier gestaltet die Stiftung mit: Sohn Gerrit Sievert hat das Preisgeld des Friedensfilmpreises auf 10000 Euro verdoppelt und damit die Attraktivität des Unabhängigen Filmfests gesteigert. Er pflegt da, ganz der Vater, seine Leidenschaft für den Film, doch mit Verstand: Den letzten Gewinner des Friedensfilmpreises, „No Land’s Song“ vom iranischen Filmemacher Ayat Najafi feiert derzeit das Arthouse-Kino. Weiterlesen. Ayat Najafi gewinnt den Friedensfilmpreis

Jüngstes Kulturkind der Stiftung aber ist der Osnabrücker Kunstpreis. Der Museums- und Kunstverein (MuK) vergibt den 10000 Euro schweren Hauptpreis und den mit 2000 Euro dotierten Förderpreis an regionale Künstler. Ironischerweise gab Sievert die Zusage zum Kunstpreis, just als der Stadtrat dem MuK die Gelder strich. Sievert und Rollinger sagen daher noch einmal: „Einspringen ist eigentlich nicht unser Ding.“ Vielmehr verfolgen sie mit dem Kunstpreis ein anderes Ziel: Da der Preis sich ausdrücklich an Künstler in Stadt und Region richtet, erhoffen sich die Stifter ein engeres „Zusammenspiel von Stadt und Landkreis“. Kommunalpolitik mittels der Kultur – auch das kann Stiftungszweck sein. Weiterlesen: Museums- und Kunstverein lobt Kunstpreis aus


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