OB Griesert zu Besuch in Hannover Cebit 2016: Osnabrücker Wissenschaftler trumpfen auf

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Hannover. Ob „Bob the Belt“ oder „Navi-Gürtel“: Erfindungen aus Osnabrück entwickeln sich auf der Cebit 2016 zu wahren Publikumsmagneten. Auch Obermeister Wolfgang Griesert war bei seinem Besuch am Mittwoch begeistert – und tauchte kurzerhand selbst in die virtuelle Realität ab.

Am Gemeinschaftsstand „Innovationsland Niedersachsen“ versammeln sich die Besucher vor allem um die Produkte der Universität und Hochschule Osnabrück. Der Grund: Mit dem Gürtel „Bob the Belt“ und dem Schal „Remember the warm Times“ (Rtwt) zeigen die Wissenschaftler sogenannte „Calm Technologies“, also Geräte, die auf subtile Art und Weise den Kommunikationsraum erweitern.

Den Gürtel enger schnallen

Konkret macht „Bob the Belt“ das Ausgeben von digitalem Geld erfahrbar. Hinter diesem Projekt stehen Dennis Timmermann, Fabian Schucht und Mathis Krüper, die an der Hochschule Osnabrück „Media & Interaction Design“ studieren. „Der Gürtel zieht sich zusammen, wenn der Nutzer Geld ausgibt“, sagt Timmermann. Dazu wurde eine App entwickelt, die anzeigt, wie viel Geld der Gürtelträger für den aktuellen Tag noch zur Verfügung hat. Gibt der Nutzer zuviel Geld aus, übernimmt ein Elektromotor das Zusammenziehen des Gürtels.

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„Natürlich lockert sich der Gürtel nach kurzer Zeit wieder“, sagt Timmermann. Sein Professor Johannes Nehls freut sich über den Zuspruch für die Projekte seiner Studenten. „Wir Osnabrücker wollen den Begriff ‚Calm Technlogies‘ für uns besetzen.“ Das unbewusste Interagieren mit den Geräten stünde dabei im Vordergrund.

„Digitale Umarmung“

Ein weiteres Beispiel ist das Projekt „Rtwt“. Dabei handelt es sich um einen Schal, der sich an Orten erwärmt, an denen seinem Träger via App eine Nachricht mit positivem Inhalt gesendet wurde. Hinter dieser Idee stehen die Studierenden Heike Gabel und Robert Schnüll. „Es ist eine digitale Umarmung“, sagt Gabel. Die Kommunikation zwischen den mobilen Geräten und ihren Nutzern solle wieder „vermenschlicht“ werden, denn: Das natürliche Feedback soll dem Träger ein Gefühl von menschlicher Nähe vermitteln.

„Es ist faszinierend, was wir an Kompetenzen an der Hochschule und Universität haben“, sagt Wolfgang Griesert, Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück. Bei einem Besuch auf der IT-Messe in Hannover am Mittwoch taucht er selbst in die virtuelle Realität ab. Bei der Firma „Feelspace“, die von Osnabrücker Uni-Absolventinnen nach dem letztjährigen Cebit-Erfolg gegründet wurde, schnallt Griesert kurzerhand den „Navi-Gürtel“ um, setzt die VR-Brille auf und nimmt das Joypad in die Hand. „Die Umstellung der Sinne ist groß“, sagt Griesert. Die Navigation mithilfe des Gürtels, der über Motoren die Laufrichtung vorgibt, sei ungewohnt wie faszinierend.

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Ein Einsatzbereich für den Gürtel ist die Unterstützung von sehbehinderten Menschen im Alltag, sagt Susan Wache von „Feelspace“. Im Vergleich zu dem Modell, das ihr Team auf der Cebit 2015 vorstellte, sei der Gürtel nun leichter und dünner. Auf der internationalen Fachmesse für Blinden und Sehbehinderten-Hilfsmittel, der „Sight City“ in Frankfurt, „geht es drum, ob der Gürtel die Marktreife erlangt“, sagt Wache.

Resonanz sehr gut

Das Projekt „DataTwiST“ aus Osnabrück lockt laut den Projektverantwortlichen vor allem Politiker an. Die Studenten zeigen ein Programm, das Events und Stimmungen auf Twitter erkennt. Wirtschaft, Politik und Privatpersonen erhalten in Echtzeit Informationen zu aktuellen Themen und können sich so ein Bild über die Meinung der Menschen zu wichtigen Themen machen, um entsprechend reagieren zu können. Gerold Holtkamp, Leiter des Wissens- und Technologie-Transfers der Osnabrücker Hochschulen, sagt: „Die Resonanz auf unsere Produkte ist sehr gut, wir sind zufrieden.“


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