„Hilfe für Petra“ DKMS ehrt in Osnabrück 1000. Stammzellenspender

Von Florian Moritz

Ehrung im Carolinum: Hartmut Klipsch, Stellvertretender Vorsitzender der Stiftung „Hilfe für Petra und andere“ überreichte dem 1000. Spender einen Präsentkorb. Mit dabei: Schulleiter Helmut Brandebusemeyer (rechts) und Prof. Dr. Dr. Hüdepohl, Leiter des Beirates der Stiftung (hinten). Foto: Thomas OsterfeldEhrung im Carolinum: Hartmut Klipsch, Stellvertretender Vorsitzender der Stiftung „Hilfe für Petra und andere“ überreichte dem 1000. Spender einen Präsentkorb. Mit dabei: Schulleiter Helmut Brandebusemeyer (rechts) und Prof. Dr. Dr. Hüdepohl, Leiter des Beirates der Stiftung (hinten). Foto: Thomas Osterfeld

flom Osnabrück. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS)und Vertreter der Stiftung „Hilfe für Petra und andere“ haben im Gymnasium Carolinum in Osnabrück Julian Pusch als 1000. Stammzellenspender geehrt, der aus Typisierungsaktionen der GMHütter Stiftung hervorgegangen ist.

„Ich hatte Angst, aber es gibt quasi keine Risiken mehr“, erzählt der damalige Schüler Julian Pusch über seine Stammzellenspende. Alles begann am 6. März 2013 mit einer durch die GMHütter „Hilfe für Petra“-Stiftung organisierte und finanzierte Typisierungsaktion im Gymnasium Carolinum Osnabrück.

Komplett schmerzfrei

Einem Schreiben im Frühjahr 2015, als passender Spender in Frage zu kommen, folgte ein Besuch beim Hausarzt zur Blutentnahme. Am 8. Oktober 2015 befand sich Pusch schließlich in der MediaPark Klinik in Köln für den Eingriff, welcher für einen anderen Menschen lebenswichtig ist. An eine tatsächliche Übereinstimmung von rund 7000 bestimmten Gewebemerkmalen zwischen ihm und dem Empfänger glaubte er anfangs nicht. Er habe sogar gehofft, nicht als Spender in Frage zu kommen, da er sich große Sorgen über die vermeintlichen Schmerzen nach dem Eingriff gemacht habe. Doch entgegen aller Annahmen blieb Pusch nach der Entnahme vom Knochenmark aus dem Beckenkamm komplett schmerzfrei und konnte bereits Stunden später wieder laufen. ( Weiterlesen: Osnabrücker spendet Stammzellen für Frau aus Kanada )

Lediglich einen etwas steifen Rücken sowie eine eingeschränkte Ausdauer habe der mittlerweile 20-jährige Student aus Osnabrück vier Wochen nach der OP noch vermerkt. Eine periphere Stammzellenspende, bei welcher dem Spender über eine Armvene Blut entnommen und in einer Art Dialyse wieder zugeführt wird, sei bei Pusch aufgrund einer Vorerkrankung nicht möglich gewesen. „Ich habe mich dennoch dafür entschieden, weil ich nicht wollte, dass wegen mir jemand sterben muss. Das ist die Härte der Tatsache“, so Pusch. ( Weiterlesen: Eiserner Wille zahlt sich aus – Knochenmarktransplantation erfolgreich )

 

Kein Kontakt zum Empfänger aus Schweden

Der 30-jährige Empfänger von Puschs Knochenmark sei mittlerweile auf dem Wege der Besserung. Um wen es sich jedoch genau handelt, darf sogar der Spender nicht erfahren. „Man will das Abhängigkeitsverhältnis unterbinden“, so Prof. Dr. Dr. Hüdepohl, Leiter des Beirates der Stiftung und ärztlicher Begleiter von Pusch. Das sei zum Beispiel wichtig, um bei einer weiteren Spende von Stammzellen eine mögliche Geldforderung des Spenders an den Empfänger zu unterbinden. ( Weiterlesen: Amerikanerin zu Besuch bei GMHütter Lebensretter )

Auch die persönliche Ebene oder ethische Gründe sollen keine Rolle bei einer Spende spielen. Im Vordergrund stehe das Menschliche. Nach zwei Jahren, so sagt es der Gesetzgeber, ist eine Kontaktaufnahme erstmals möglich. Pusch habe dafür sein Einverständnis gegeben, da er dem Empfänger die Möglichkeit geben möchte, ihn kennenzulernen. ( Weiterlesen: Petra-Stiftung will mehr türkische Spender )

 

DKMS bedankt sich beim Spender - Stiftung lobt die Schule

„Es sind viele Leute die an ganz kleinen Rädchen drehen müssen, damit alles passt“, vergleicht Iris Theisen von der DKMS die Zusammenarbeit mit der „Hilfe für Petra“-Stiftung und der Schule. Ein ganz besonderer Dank ging auch an den Spender, der einen Präsentkorb überreicht bekam. Schulleiter Helmut Brandebusemeyer nannte das Engagement der Schule eine Selbstverständlichkeit. Die GMHütter Stiftung lobte die Bereitschaft des Carolinums, alle zwei Jahre eine Typisierungsaktion zu verwirklichen. ( Weiterlesen: Schon 627 Lebensretter in der Region gefunden )


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