„Staat treibt uns in Altersarmut“ Protestaktion der Osnabrücker Deutschlehrer


Osnabrück. Die Lehrkräfte für „Deutsch als Zweitsprache“ der Volkshochschule haben am Dienstagmittag gegen ihre prekären Arbeitsbedingungen protestiert. Dabei wurden sie von Kursteilnehmern unterstützt.

„Der, die, das – Bildung kostet was“, skandierten Lehrkräfte und Teilnehmer. Der Protest richtet sich gegen die prekären Arbeitsbedingungen der DAZ-Lehrkräfte in den Integrationskursen. Kein Arbeitsvertrag, kein Geld in der unterrichtsfreie

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Aus Leipziger Erklärung der Institute und Abteilungen für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache zu sogenannte Flüchtlingskrise: Die Aneignung der deutschen Sprache ist ein Schlüssel zu einer erfolgreichen gesellschaftlichen Teilhabe in Deutschland. Es ist daher sehr zu begrüßen, dass sich so viele Menschen in den letzten Monaten ehrenamtlich darum bemüht haben, Geflüchtete beim Erwerb deutscher Sprachkenntnisse zu unterstützen. Aber: In Öffentlichkeit und Medien entsteht gelegentlich der Eindruck,

als wenn es für die Lösung der Aufgabe, die Zuwandernden sprachlich und kulturell mit der bundesdeutschen Gesellschaft vertraut zu machen, weder tragfähige Konzepte noch ausgebildete Fachleute gäbe, sodass notgedrungen auf ad-hoc-Lösungen zurückgegriffen werden müsse.

Das Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache hat Konzepte für genau diese Aufgabe entwickelt und ExpertInnen für genau diesen Zweck ausgebildet, die zum Einsatz kommen können und sollten. So gibt es ausgearbeitete und erprobte Konzepte zu Fragen der Sprachbildung unter Bedingungen von Migration, Mehrsprachigkeit und kultureller Diversität.

Die politischen AkteurInnen bieten allerdings diesen ExpertInnen, auf die die Gesellschaft dringend angewiesen ist, nicht die Arbeitsbedingungen, die ihrer Qualifikation und der Bedeutung ihrer Aufgabe angemessen sind. Die Bezahlung in den Orientierungs- und Integrationskursen, die Neuankommende durchlaufen sollen, ist kläglich und erfolgt zudem auf Honorarbasis.

Die Konsequenz muss sein, die DaF/DaZ-Infrastruktur in der Bundesrepublik nicht nur quantitativ auszubauen, wie es derzeit zu Recht geplant ist, sondern sie auch, und zwar auf Dauer qualitativ zu verbessern. Das Arbeitsfeld Deutsch als Fremd- und Zweitsprache ist aufzuwerten. Dies muss sich erstens in einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen der DaF/DaZ-Lehrenden in den Integrationskursen niederschlagen.

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