Mit Kopfbedeckung ins Wasser Badekappenpflicht ist seit vielen Jahren passé

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Gut behütet: Melissa Wilsmann und Andrea Schröter arbeiten im Georgsmarienhütter Panoramabad. Fürs Foto haben sie alte Badekappen herausgekramt. Foto: Thomas WübkerGut behütet: Melissa Wilsmann und Andrea Schröter arbeiten im Georgsmarienhütter Panoramabad. Fürs Foto haben sie alte Badekappen herausgekramt. Foto: Thomas Wübker

Osnabrück/Georgsmarienhütte. Eine Kopfbedeckung gehörte bis Ende der Achtzigerjahre zum Besuch in der Badeanstalt dazu. Die Betreiber befürchteten, die ausfallenden Haare könnten die Filter verstopfen. Jedem Menschen fallen immerhin 70 bis 100 Haare pro Tag aus. Doch die Befürchtungen waren nicht gerechtfertigt.

Badekappenpflicht

Badekappenpflicht? „Als ich das zum ersten Mal gehört habe, musste ich lachen“, sagt Melissa Wilsmann. Die 22-jährige Fachangestellte für Bäderbetriebe war noch gar nicht auf der Welt, als Badegäste ohne Kopfbedeckung aus dem Schwimmbecken gewiesen wurden. Damals gab es Badekappen für Damen aus Plastik mit aufgeklebten Blumen oder aus Stoff mit einem breiten weißen Streifen für sportliche Jungmänner. Melissa Wilsmann kennt diese lästige Pflicht nur vom Campingurlaub in Italien. Dort kam sie nicht ohne Kappe in den Pool.

„Kurz nachdem ich meine Ausbildung hier begonnen habe, wurde die Badekappenpflicht eingestellt“, überlegt Thomas Kaulingfrecks. Er ist seit über zehn Jahren Leiter des Panoramabads in Georgsmarienhütte. Die Befürchtung, dass die Haare der Schwimmer die Filteranlage verstopfen, hätten er und seine Kollegen vor mehr als 25 Jahren nicht gehabt, erzählt Kaulingfrecks. Vielen Badegästen seien die Kappen bei den Arschbomben oder Engländern von den Ein- oder Drei-Meter-Brettern vom Kopf gerutscht, erinnert er sich. „Da hatte man mehr damit zu tun, die Badekappen zu suchen, als dass man Zeit zum Schwimmen hatte.“

Moderne Filteranlagen

Nachdem im Panoramabad – wie in anderen Bädern – die Filteranlagen modernisiert wurden, war die Badekappenpflicht auch in Georgsmarienhütte passé. Heute tragen nur noch Sportler diese Kappen. Mit ihren schnittigen Hauben aus Silikon teilen sie die Fluten auf ihren Bahnen.

Das Wasser im Panoramabad wird pro Tag vier Mal umwälzt, berichtet Kaulingfrecks. Das bedeutet, dass das Wasser in einer Filteranlage gereinigt und wieder dem Schwimmbecken zugeführt wird. Vor der Reinigung werden in einem Sieb kleine Partikel wie Haare aussortiert. In der Nacht, wenn das Wasser still ist und von keinem Badegast mehr getrübt wird, sorgt zudem ein Bodensauger für zusätzliche Sauberkeit. Er fischt dann das, was von Tage übrig geblieben ist, von Grunde des Beckens auf.


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