Krise ist überstanden Commerzbank gewinnt Privatkunden in Osnabrück dazu

„2015 hat Spaß gemacht“: Commerzbankchefs Thomas Heitmann (links) und Christian Weber. Foto: Michael Gründel„2015 hat Spaß gemacht“: Commerzbankchefs Thomas Heitmann (links) und Christian Weber. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Commerzbank in Osnabrück hat die Krisenjahre hinter sich gelassen und „spürt den Rückenwind“, wie Filialleiter Christian Weber sagt. „2015 hat Spaß gemacht.“ Ein sichtbares Zeichen ist die steigende Zahl der Privatkunden.

Der Commerzbank ist es 2015 gelungen, Kunden anderer Banken zum Wechsel zu bewegen. Die Zahl der Privatkunden stieg in Osnabrück um 220 auf jetzt 28600, wie Filialleiter Weber bei der Vorstellung des Jahresberichtes sagte. Die offensive Werbung mit dem kostenlosen Girokonto zeigt offenbar Wirkung. „Aber das ist es nicht allein“, betont der Abteilungsdirektor, „wir bieten eine individuelle Beratung und passende Angebote“.

Die Bank sei auf dem Weg zu einer „Multi-Kanal-Bank“, die die Vorteile des Online-Bankings mit dem Besten einer Beraterbank verbinde. So könnten Kunden zum Beispiel Konsumentenkredite bis zu einer Summe von 25000 Euro bequem online aufnehmen, aber auch eine aufwendige individuelle Beratung etwa für eine Baufinanzierung oder in Anlagestrategien in Anspruch nehmen. Auch technisch sei die Commerzbank weit vorne: Mit einer Foto-App beispielsweise können Onlinekunden Übeweisungsträger fotografieren und die Überweisung in wenigen Schritten abwickeln. „Und wir garantieren schriftlich die Sicherheit“, betont Weber.

Mehr Immobilienfinanzierungen

Die Immobilienfinanzierungen stiegen im Volumen um 4,8 Prozent. „Insgesamt haben wir Wohneigentum im Wert von 177 Millionen Euro in Osnabrück finanziert“, sagte Weber. Ein Grund sei, dass die Commerzbank anbieterunabhängig berate. Das heißt: Die Commerzbank vergleicht die Konditionen von 250 regionalen und überregionalen Anbietern. Käufer oder Bauherren sparten dadurch Zeit und könnten sicher sein, optimale Finanzierungskonzepte zu bekommen. Bundesweit hat die Commerzbank nach eigenen Angaben ihren Anteil an der Immobilienfinanzierung im vergangenen Jahr verdreifacht.

Sparen funktioniert nicht

Das Anlagevolumen der Commerzbank Osnabrück ist um 4,7 Prozent auf 160 Millionen Euro angestiegen. Weber: „Es gibt keine Alternative zu Wertpapieren. Sparen für die Altersvorsorge funktioniert bei diesen Zinsen nicht.“ Die Niedrigzinsen hätten jeden Osnabrücker seit 2009 im Schnitt 1000 Euro Kaufkraft gekostet. Weber geht davon aus, das die Nullzinsphase im Euro-Raum mindestes bis 2018 andauert. Viele deutsche Haushalte horteten immer noch zu viel Geld, statt es gut strukturiert anzulegen. Die Commerzbank biete gerade auch für Kleinstanleger interessante und risikoarme Strategien. „Wir machen Wertpapiersparpläne schon ab 25 Euro“, sagte Weber.

Firmenkundengeschäft wächst

Auch beim Firmenkundengeschäft, das in der Mittelstandsbank gebündelt ist, konnte die Osnabrücker Niederlassung 2015 zulegen. Die Zahl der Firmenkunden stieg um vier Prozent, wie der Leiter der Mittelstandsbank, Thomas Heitmann, erklärte. In dieser Zahl spiegele sich auch eine „hohe Kundenzufriedenheit“. Die Commerzbank ist traditionell stark im internationalen Geschäft und begleitet Firmenkunden auf den Märkten in Südamerika, China und in großen Teilen Südostasiens. „Ein Drittel des gesamten deutschen Außenhandels wird über die Commerzbank finanziert“, betont Heitmann.

Deutlich um zehn Prozent gewachsen ist das Geschäft mit Absicherungen von Währungsrisiken. Gerade global agierende Unternehmen könnten so Risiken, die aufgrund von Schwankungen am Devisenmarkt entstehen, minimieren und damit die Erträge steigern. „In der Region Osnabrück sind vor allem Absicherungen des US-Dollars beim Importeuren und Exporteuren gefragt“, so Heitmann. Auch Rohstoffabsicherungen zum Beispiel beim Einkauf von großen Mengen Dieselkraftstoffs hätten deutlich zugenommen. Heitmann betont: „Wir sichern Risiken im Umfang des Geschäfts ab, das sind keine Spekulationsgeschäfte.“

Wieder in der Spur

Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte im Februar die Rückkehr in die Gewinnzone vermeldet. Die in der Finanzkrise teilverstaatlichte Bank weist 2015 einen Überschuss von 1,06 Milliarden Euro Überschuss aus – fast viermal so viel wie ein Jahr zuvor. Erstmals seit der Finanzkrise soll eine Dividende von 20 Cent pro Anteilsschein ausgeschüttet werden. „Die Osnabrücker Filiale hat dazu ihren Beitrag geleistet“, sagte Christian Weber.


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