Kunst am Bau im Widukindland Enthüllung eines Fenster-Kunstwerkes in der Grundschule

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Osnabrück. Wie aus zugemauerten Fenstern Rahmen für Kunstwerke werden können, zeigen die Schüler der Grundschule Widukindland mit ihrer Lehrerin Lisa Teupe: Sie verzierten die Fläche mit selbst gestalteten Fliesen.

Bereits vor sechs Jahren wurde die Grundschule Widukindland saniert, dabei wurden sechs Fenster zugemauert. Seitdem lief die Grundschullehrerin Lisa Teupe ebenso wie ihre Schüler und Kollegen tagtäglich mehrfach an den ehemaligen Fenstern vorbei. Eines Tages ging ihr auf: „Die sehen aus wie Bilderrahmen.“ Dann kam eins zum anderen: Sie erinnerte sich an eine zurückliegende Kunstaktion mit Fliesen in Hamburg und den vorhandenen Brennofen der Grundschule. Außerdem erklärte sich der Fliegenlegemeister Thomas Osterhues bereit, 200 Fliesen zu spenden.

Die Umsetzung der Idee und ihre Tücken

Also bot Lisa Teupe an den vorweihnachtlichen Basteltagen im vergangenen Dezember ein Fliesenprojekt an, und 70 Schüler machten mit. Jedes Kind erhielt eine Fliese mit der Vorgabe, jeweils ein prägnantes Motiv aus Ton zu modellieren und die Fliese damit zu verzieren. Die Herausforderung: Die Fliesen waren sehr glatt, und der Ton rutschte oftmals – meist nach dem ersten Brennen – wieder herunter. Die Lösung: Mehr Glasur. „Die wirkte wie Kleber“, erinnert sich Lisa Teupe.

Das erste Fenster-Kunstwerk wird enthüllt

Als alle Fliesen fertig waren, stieg Schulleiter Martin Steinbrede auf eine Leiter und klebte gemeinsam mit Lisa Teupe die Fliesen als Wandschmuck auf die ehemaligen Fensterflächen. Die beiden fügten so die einzelnen kleinen Kunstwerke zu einem Großen zusammen. Bei der offiziellen Enthüllung des fertigen Kunstwerkes betonte Steinbrede mit Blick auf seine Schüler: „Das ist euer Kunstwerk und nicht unseres, 70 Kinder haben bei dem Projekt toll mitgemacht, ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und getöpfert.“ Dann zog er vorsichtig das schwarze Tuch herunter, mit dem die Fensterkunst bis dahin verdeckt worden war. Und Rektor Osterhues erhielt ebenso wie die jungen Künstler und ihre Lehrerin von allen anderen einen besonders lauten Applaus.

Die jungen Künstler berichten

Was beim Blick auf die dreidimensional verschönerten Fliesen als erstes auffällt: Jede ist ein Unikat, und die Kinder setzten altersgerecht auf eine bunte Farbgebung. Zudem lädt eine Vielfalt der Motive zum Verweilen und Entdecken ein: Beispielsweise gestalteten Johanna (9) ein lachendes Gesicht, Maike (8) eine Katze, Omar (10) eine Maus, Julia (9) einen Affen, Victoria (8) einen Hasen, Leif (10) einen Fußball und Erika (9) einen Schmetterling. Mira (9) hingegen entschied sich für geometrische Formen. Viola (9) berichtete, es sei schwierig gewesen, ihre Katze auf ihre Fliese „oben drauf zu legen“, und Chiza (9) erklärte: „Es war einfach, das Herz zu machen, aber nach dem Brennen alles wieder fest zu machen, das war schwer.“ Ben (9) wiederum erzählte: „Das Anmalen hat am meisten Spaß gemacht.“ Dieser Meinung waren auch viele seiner Schulkameraden.

Weitere Idee für weitere Fenster-Kunstwerke

Während die Kinder noch begeistert vom Fliesenprojekt schwärmten, hat Lisa Teupe schon die nächste Idee für ein weiteres Fenster in Angriff genommen: „Wir machen daraus eine Galerie mit Porträts, die die Kinder von sich malen“, so die Pädagogin, die hofft, dass weitere Klasse noch nachziehen. Denn ihre eigene Klasse ist mit den Porträts schon fertig. Daher wundert es nicht, dass die Lehrerin sogar schon für ein weiteres zugemauertes Fenster einen Gestaltungsvorschlag parat hat: „In unserem Schullogo ist ein Schmetterling, und den könnten wir als Mosaik aus Fliesenstücken erstellen.“


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