„Kindern Werte vermitteln“ Wulff spricht beim Kongress „Bewegte Kindheit“ in Osnabrück


Osnabrück. Zum Ende des 10. Kongresses „Bewegte Kindheit“ hielt Christian Wulff in der Osnabrück Halle die Abschlussrede. Der Bundespräsident a. D. plädierte vor dem Hintergrund der Flüchtlingsbewegung dafür, dass Kindern Werte wie Würde, Freiheit und Toleranz vermittelt werden sollten.

Wir sind gefordert, den richtigen Weg zu finden, bei dem es nicht um Abschottung, sondern um die Offenheit geht, neue Herausforderungen anzunehmen, meinte Wulff. Gleichwohl dürfe man durch „falsch verstandenes Gutmenschentum“ nicht über die Probleme hinwegsehen, die sich durch anders geprägte Kinder in der Erziehung ergeben, sagte der ehemalige Bundespräsident an die 3000 Kongressteilnehmern aus Kindergärten und Schulen gewandt.

Kinder auf die Probleme im Netz hinweisen

Wulff zeigte sich überzeugt, dass die Entwicklung der Persönlichkeit von Kindern durch den Gebrauch von Computern erforscht werden müsse. Kinder sollte man zudem auf die Probleme im Netz hinweisen. Dazu zählte Wulff auch Verhaltensregeln auf, wie man miteinander und übereinander redet. „Eine entscheidende Menschheitsfrage für die Zukunft ist, wie wir uns in andere Meinungen und Menschen hineinversetzen können“, sagte Wulff.

Kinder sollten die Chance bekommen, sich so zu entwickeln, wie sie das wollten. „Lasst den Optimierungswahn bei Kindern, sie auch mal dummes Zeug anstellen und strukturiert ihre Zeit nicht wissenschaftlich durch.“

Auch mit Blick auf die neu ins Land kommenden Flüchtlinge, sagte Wulff, dass „Kinder der Schlüssel für eine bessere Welt“ sind. Alle Erfahrungen, die sie machten, würden vom Austausch mit anderen Menschen abhängen. „Sind sie willkommen oder unerwünscht, sind inkludiert oder separiert? Wenn der Austausch nicht funktioniert, würden wir alle kollektiv verblöden.“

Die Sportpädagogin Ina Hunger dankte Renate Zimmer, die in diesem Jahr zum letzten Mal den Kongress „Bewegte Kindheit“ begleitet hat. Auf die Erziehungswissenschaftlerin und Vorsitzende des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung treffe das Fazit zu „Renate Zimmer bewegte Kindheit“, sagte Hunger unter Beifall.


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