Kampf dem Einwegbecher „Papplos“ startet durch in Osnabrück

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Osnabrück. In Deutschland landen 320.000 Einweg-Kaffeebecher im Müll – pro Stunde. Die Initiative „Papplos – Osnabrück geht Mehrweg“ der Universität Osnabrück will das ändern und holt Osnabrücker Unternehmen ins Boot.

Papplos ist eine Initiative des Unishops der Uni Osnabrück. Ihre Ziele: Pappbecher vermeiden, Akzeptanz für Mehrwegbecher steigern, Kaffeetrinker informieren, Rabatte erwirken, Osnabrück auf den Mehrweg führen.

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Um diese Ziele zu erreichen, schreibt die Initiative seit Anfang des Jahres Osnabrücker Cafés, Bistros und Bäckereien an, um diese vom Verzicht der Einwegbecher zu überzeugen. „Das Feedback ist überwältigend, sagt Ann-Christine Wöhler von der Studierenden Information Osnabrück (StudiOS) und Initiatorin des Projekts. „Die Idee trifft den Nerv der Zeit“, ergänzt sie. Seit Mittwoch ist die Facebook-Seite www.facebook.com/papplos online.

„Die Idee ist eigentlich spontan entstanden“, erzählt Wöhler. Der Unishop verkaufe seit Jahren Mehrweg-Kaffeebecher, und in der Mensa gebe es seit Jahren 10 Cent Rabatt auf den Kaffee im eigenen Becher. Wöhler zählte eins und eins zusammen – Papplos war geboren.

Rabatt bei eigenem Becher

Bislang schlossen sich mehr als zehn Cafés und Bistros in Osnabrück der Initiative an. Bei einigen Teilnehmer können Kaffee- und Teetrinker mit dem eigenen Thermobecher nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch ihren Geldbeutel. 10 bis 30 Cent Rabatt pro Becher bieten einige an. Darunter sind große Ketten wie Tchibo und Starbucks. Bei Letzterem gibt es weltweit Rabatt auf Kaffee im eigenen Becher. Tchibo schenkt seit Kurzem deutschlandweit Kaffee in den mitgebrachten Thermobecher aus.

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Das Papplos-Logo, entworfen von einer Studentin der Hochschule Osnabrück, soll bald bei den Teilnehmern im Fenstern hängen. Natürlich seien das umweltfreundliche Aufkleber, versichert Wöhler.

(Hier finden Sie eine Übersichtskarte der Papplos-Teilnehmer)

Die Papplos-Teilnehmer:

  • Barösta Kaffeebar
  • Coffee Bike Osnabrück (10 Cent Rabatt)
  • Lieblings Kaffee
  • Mellow‘s
  • Tchibo (Große Straße, Johannisstraße)
  • Polly Esthers (30 Cent Rabatt)
  • Stadtgalerie-Café
  • Starbucks (30 Cent Rabatt)
  • Studentenwerk Osnabrück inkl. Mensa am Westerberg (10 Cent Rabatt)
  • Unter Kollegen (10 Cent Rabatt)
  • Zauber von OS
  • Zimmer Nr.4 (10 Cent Rabatt)

Der Deutschen Umwelthilfe zufolge landen stündlich 320.000 Einweg-Kaffeebecher im Müll. Im Jahr seien es fast drei Milliarden. 70 Prozent der Deutschen würden häufig oder zumindest gelegentlich Einwegbecher nutzen.

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Umweltauswirkungen

Einwegbecher bestehen überwiegend aus Papierfasern, für deren Herstellung in aller Regel Neumaterial eingesetzt wird. Es werden praktisch keine Recyclingpapierfasern genutzt, sodass für die Herstellung der Pappbecher neue Bäume gefällt werden müssen. Weil die Einwegbecher nicht nur aus Pappe, sondern anteilig auch aus Kunststoff bestehen, wird auch Rohöl zur Becherproduktion benötigt. Ein durchschnittlicher Einwegbecher besteht in der Regel zu fünf Prozent aus dem Kunststoff Polyethylen – dazu kommt noch der Plastikdeckel und gelegentlich Rührstäbchen, Papiermanschetten oder Tragehilfen aus Pappe.

Für Herstellung der Polyethylen-Beschichtungen der Becherinnenseiten und Polystyrol-Deckel werden jährlich ca. 22.000 Tonnen Rohöl verbraucht. Für die Herstellung der jährlich in Deutschland verbrauchten Coffee to go–Becher entstehen CO2-Emissionen von rund 83.000 Tonnen. Die Herstellung der Polystyrol-Deckel verursacht zusätzlich rund 28.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

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