381 Einsätze der Feuerwehr Osnabrück kassiert 129.000 Euro für Fehlalarme

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Ein Fehlalarm einer Brandmeldeanlage kostet – so sieht es das Gesetz vor. Symbolfoto: Jörn MartensEin Fehlalarm einer Brandmeldeanlage kostet – so sieht es das Gesetz vor. Symbolfoto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Osnabrücker Feuerwehr rückt nicht umsonst aus, wenn sie umsonst ausgerückt ist. Anders formuliert: Für Einsätze wegen Fehlalarmen von Brandmeldeanlagen stellte die Stadt deren Betreibern im vergangenen Jahr bislang 129.000 Euro in Rechnung.

381 Mal rückte die Feuerwehr im vergangenen Jahr aus, nachdem Brandmeldeanlagen (BMA) Alarme ausgelöst hatten. Doch in nicht allen Fällen hatte es tatsächlich gebrannt: Fehlalarme. In solchen Fällen kassiert die Stadt.

297 Fehlalarme

217 Einsätze nach Fehlalarmen rechnete die Stadt bislang für das vergangene Jahr ab. Auf 129.000 Euro belaufen sich die Gebühren. 80 Einsätze aus 2015 sind noch nicht abgerechnet und fließen in das neue Haushaltjahr ein, sagt Christian Ehlert von der Feuerwehr Osnabrück. In der Summe zählte die Feuerwehr also 297 Fehlalarme. 2014 hatte die Stadt 210.000 Euro für 320 Fehlalarme in Rechnung gestellt. Im Jahr zuvor waren es 277, die deren Betreibern 197.000 kosteten.

Privathaushalte zahlen nicht

49 Mal rückte die Feuerwehr im vergangenen Jahr zu Privathaushalten wegen ausgelöster Rauchwarnmelder aus. Auch hier waren es überwiegend Fehlalarme, etwa wegen angebranntem Essen auf dem Herd. „In vier Fällen konnte die Feuerwehr aber einen Entstehungsbrand durch die Alarmierung rechtzeitig löschen“, sagt Ehlert.

Privatpersonen müssen keine Rechnung fürchten, wenn ihr Rauchmelder einen Fehlalarm ausgelöst hat, etwa wenn der Nachbarn einen hört und die Feuerwehr ruft. „Sollte natürlich grobe Fahrlässigkeit oder eine vorsätzliche Falschalarmierung vorliegen, kann der Verursacher gemäß Brandschutzgesetz und Gebührensatzung ebenfalls in die Pflicht genommen werden“, erklärt Ehlert. In allen anderen Fällen bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen. Von den 49 Einsätzen stellte die Feuerwehr keinen in Rechnung.

Die Feuerwehr rechnet damit, dass Fehlalarme in Privathaushalten durch die seit Anfang des Jahres geltende Rauchmelderpflicht zunehmen werden. „Da die Technik im Bereich der Brandfrüherkennung immer besser wird, rechnet die Feuerwehr aber auf lange Sicht mit einer Abnahme der Fehlalarme“, sagt Ehlert.

Stadt muss abrechnen

Seit Dezember 2012 sind Niedersachsens Kommunen in der Pflicht, die Einsätze abzurechnen. So will es das Niedersächsische Brandschutzgesetz. Dort ist festgelegt: „Der Betreiber einer Brandmeldeanlage ist gebühren- oder kostenerstattungspflichtig, wenn der Einsatz durch eine Brandmeldeanlage ausgelöst wurde, ohne dass ein Brand vorgelegen hat.“ Andernfalls würde die Stadt und damit der Steuerzahler auf den Kosten sitzen bleiben.

Kosten für einen Einsatz

Die Kosten für Einsätze in Osnabrück regelt die Gebührensatzung der Feuerwehr. So kostet eine Einsatzkraft 23 Euro pro halbe Stunde. Ein Drehleiterwagen schlägt mit 139,15 Euro pro halbe Stunde zu Buche, ein Löschfahrzeug 42,25 Euro. Das teuerste Fahrzeug ist ein Kranwagen, der 176,50 Euro pro halbe Stunde kostet. So kann ein vermeintlicher Großeinsatz schnell in die Tausende gehen.

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Gründe für Fehlalarme gibt es mehrere. Eine BMA kann etwa Fehlalarm wegen schlechter Wartung auslösen. Bei Bauarbeiten kann es vorkommen, dass Bauarbeiter zu dicht an Rauchwarnmeldern arbeiten und so einen Alarm auslösen. In Osnabrück gibt es mittlerweile fast 450 Brandmeldeanlagen.

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Brandmeldeanlagen sind Rauchmelder, Handdruckgeräte und Sprinkleranlagen. Es gibt sie in vielen Gebäuden wie Industrieunternehmen und Schulen. In Osnabrück sind rund 400 Brandmeldeanlagen direkt mit der Feuerwehr bzw. der Bunten Leitstelle verbunden. Durch das schnelle Melden eines Feuers kann die Feuerwehr schnell vor Ort sein und Schäden oftmals gering halten. (yjs)

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