Weitere 150.000 Euro für Vereine Streit um Sportförderung im Landkreis Osnabrück

Von Jean-Charles Fays

Foul durch die CDU/FDP/UWG-Gruppe? Es gibt Streit, wer für das neue Sportförderprogramm verantwortlich ist. Die CDU/FDP/UWG-Gruppe (Gruppenmitglieder auf dem Bild in den Trikots ihrer Heimatvereine) sagt, sie habe es auf den Weg gebracht. Die SPD/UWG-Gruppe entgegnet: „Die Sportförderung wurde auch von uns auf den Weg gebracht.“ Die Linke sagt: „Der Betrag reicht ohnehin nicht. Es müssen jährlich mindestens 350.000 Euro sein.“Foto: CDU-KreistagsfraktionFoul durch die CDU/FDP/UWG-Gruppe? Es gibt Streit, wer für das neue Sportförderprogramm verantwortlich ist. Die CDU/FDP/UWG-Gruppe (Gruppenmitglieder auf dem Bild in den Trikots ihrer Heimatvereine) sagt, sie habe es auf den Weg gebracht. Die SPD/UWG-Gruppe entgegnet: „Die Sportförderung wurde auch von uns auf den Weg gebracht.“ Die Linke sagt: „Der Betrag reicht ohnehin nicht. Es müssen jährlich mindestens 350.000 Euro sein.“Foto: CDU-Kreistagsfraktion

Osnabrück. Die Sportvereine im Landkreis Osnabrück können sich darüber freuen, dass die Sportförderung in diesem Haushaltsjahr um zusätzliche 150.000 Euro aufgestockt wird. Streit gibt es bei den großen Gruppen im Kreistag, wer das neue Sportförderprogramm auf den Weg gebracht hat.

Die CDU-Kreistagsfraktion schrieb in einer Pressemitteilung: „Die CDU/FDP/UWG Gruppe hat für Sportvereine im Landkreis Osnabrück ein neues Sportförderprogramm in Höhe von 250.000 Euro auf den Weg gebracht.“ Für die Sportförderung stehen in diesem Jahr somit insgesamt 250.000 Euro zur Verfügung, 100.000 Euro wie im vergangenen Jahr, 150.000 Euro zusätzlich einmalig für 2016.

„Die Sportförderung wurde unstreitig von beiden Gruppen im Kreistag auf den Weg gebracht.“

Die CDU-Pressemitteilung kommentierte der Chef der SPD-Kreistagsfraktion, Thomas Rehme: „Die Sportförderung wurde unstreitig von beiden Gruppen im Kreistag auf den Weg gebracht.“ Rehme hätte sich nach eigenen Angaben durchaus gewünscht, dass der Betrag noch höher ausgefallen wäre. Allerdings sei auch das Gleichgewicht im Haushalt 2016 zu berücksichtigen, sodass im Rahmen der Beratungen zum Kreishaushalt 2016 jetzt dieser Kompromiss geschlossen worden sei. Nachdem bereits 2015 die Sportförderung auf 100.000 Euro aufgestockt worden war, entschieden sich nach einer Erklärung der SPD/UWG-Gruppe „die beiden großen Gruppen im Kreistag“ nun für einen weiteren zusätzlichen Zuschussbetrag im aktuellen Haushaltsjahr von 150.000 Euro. „Von diesem Geld sollen nicht nur Sportgeräte, sondern auch die Integrationsleistung der Sportvereine unterstützt werden“, betonte der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Volker Theo Eggeling.

Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien

Mittel in Höhe von 100.000 Euro sollen nicht nur für Sportgeräte, sondern auch für die Unterstützung von finanzschwachen Familien und für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien verwendet werden. Über die Mittel könnten die Vereine im Rahmen einer Richtlinie der Landkreisverwaltung frei verfügen. Anträge könnten nach dem entsprechenden Kreistagsbeschluss am 7. März gestellt werden.

Außerdem sollen die Mittel für die Förderung des Freiwilligen Sozialen Jahres und des Bundesfreiwilligendienstes in Sportvereinen sowie für die Ausbildung zu Übungsleitern und Schiedsrichtern im Jahr 2016 wieder zur Verfügung zu stellen. Hierfür stehen den Angaben zufolge noch einmal 100.000 Euro zusätzlich zur Verfügung.

„Krönung der gemeinsamen Bemühungen von Landkreis und Kreissportbund“

Der Vorsitzende des Kreissportbundes Osnabrück-Land, Hans Wedegärtner, kommentierte auf Anfrage unserer Redaktion: „Dem Kreissportbund gehören 302 Sportvereine an. Jeder Verein kann von einem oder mehreren Bestandteilen des Sportförderprogramms profitieren.“ Die Frage, ob die Mittel ausreichend seien, stelle sich nicht, da der Finanzbedarf von Sportvereinen unendlich. Das Programm sei jedoch „eine oftmals entscheidende Hilfe bei der Anstellung von jungen Freiwilligen und bei der Qualifizierung von Übungsleitern. Es wird jetzt denselben positiven Effekt bei der Unterstützung von finanzschwachen Familien und bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien haben“, ist Wedegärtner überzeugt. Er freut sich daher über das Sportförderprogramm 2016 und sieht es als „Krönung der gemeinsamen Bemühungen von Landkreis und Kreissportbund, das Ehrenamt in den Vereinen zu unterstützen und zu ermutigen“.

Grüne: Fahrlässiger Umgang mit Steuergeldern

Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Ursula Thöle-Ehlhardt, kritisiert, „dass ein Antrag eingebracht wird, der keinen konkreten Förderzweck benennt, der keine Bedarfe deutlich macht, sondern es dabei belässt, allgemeine mögliche Bedarfsszenarien zu skizzieren. Das erscheint uns doch eher fahrlässig im Umgang mit Steuergeldern.“ Es sei für die Grünen selbstverständlich, dass ein Fraktionsantrag mit Fakten untermauert wird und konkrete Bedarfe benennt. „Es kann nicht Aufgabe der Verwaltung sein, dieses im Nachhinein zu erarbeiten“, betont Thöle-Ehlhardt. „Auch im Bereich der Sportförderung sollte nicht Steuergeld plakativ mit der Gießkanne verteilt werden, sondern dort zur Verfügung stehen, wo es konkret für festgeschriebene Bedarfe benötigt wird.“ Die Grünen sind sich laut Thöle-Ehlhardt aber sicher, dass die Sportvereine mit den nun zur Verfügung stehenden Mitteln sorgsam umgehen werden, und dass es dem Kreissportbund und der Verwaltung gelingt, einen sinnvollen Kriterienkatalog für das Förderprogramm aufzustellen.

Linke: „Es müssten jährlich mindestens 350.000 Euro sein“

Der Kreistagsabgeordnete der Linken, Andreas Maurer, hält den Betrag nicht für ausreichend. „Er muss jährlich mindestens 350.000 Euro betragen. Vereine werden bei der Integration der Menschen größere Rolle übernehmen und müssen hier unterstützt werden“, fordert Maurer. Er kritisierte: „Die CDU versucht das jetzt als Wahlkampfthema für sich zu gewinnen. Es muss aber die Frage erlaubt sein: Warum denkt man gerade im Wahljahr an die Vereine und und vorher nicht?“