Neuer Kunstverein in Osnabrück Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück

Von Tom Bullmann

Osnabrücker Künstler gründen die Gesellschaft für zeitgenössische Kunst. Damit reagieren sie auf die Kürzungen am Kulturetat. Im Bild: Hermann Nöring, Elisabeth Lumme, Robert Stieve und Reinhard Richter. Foto: Michael GründelOsnabrücker Künstler gründen die Gesellschaft für zeitgenössische Kunst. Damit reagieren sie auf die Kürzungen am Kulturetat. Im Bild: Hermann Nöring, Elisabeth Lumme, Robert Stieve und Reinhard Richter. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Mit einem Konzept und einem Ausstellungsprogramm geht die „Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück“ (GZK-OS) anlässlich ihrer Gründung als eingetragener Verein an die Öffentlichkeit. Ein Benefizkonzert findet am Freitag, den 4. März, in der Galerie Hasestraße 29/30 statt.

Jetzt ist er amtlich eingetragen: der Kunstverein mit dem Namen „Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück“. Aufgrund der Tatsache, dass die Stadtgalerie in der Großen Gildewart seitens der Stadt in Zukunft nicht mehr kontinuierlich als Forum für moderne Kunst gefördert wird, hatte sich die Initiative formiert, die sich um Alternativen kümmern will. Um die Räume in der Hasestraße 29/30, die schon häufiger als Ausstellungsort genutzt wurden, auf Dauer anmieten und konstant zu einem Ort für zeitgenössische Kunst machen zu können, wurde der eingetragene Verein gegründet. „Das versetzt uns in die Lage, Mittel bei der Stadt, dem Landschaftsverband Osnabrücker Land sowie bei Stiftungen und anderen Sponsoren zu akquirieren“, sagt Elisabeth Lumme, Vorsitzende des GZK-OS.

In dem Konzept wird darauf hingewiesen, dass der ehemalige Supermarkt sich ausgezeichnet zur Präsentation für Kunst eignet. „Die große Fensterfront lockt auch viele Passanten an, die sich sonst gar nicht so sehr für Kunst interessieren“, erklärt Robert Stieve, Schatzmeister des Vereins. Der große Raum böte die Möglichkeit, Schwellenängste vor der Kunst abzubauen und ein „attraktives, lebendiges Kunstzentrum“ zu schaffen, das zur Aufwertung des ganzen Quartiers führe.

Planung und Durchführung von Ausstellungen und Kunstprojekten im öffentlichen Raum sowie die Kunstvermittlung an Kinder, Jugendliche und Erwachsene erklärt der Verein zu seinen Zielen. Aus diesem Grund wurde ein detailliertes Jahresprogramm festgezurrt. Es startet im April mit einer Kooperation mit dem European Media Art Festival EMAF, das die Galerie zum Media Campus erklärt. Im Mai präsentiert sich das Förderprojekt GOPEA, das Meisterschülern deutscher Kunstakademien die Chance eröffnen will, mit ihren Werken im Kunstbetrieb Fuß zu fassen. Im Frühsommer veranstaltet die Osnabrücker Künstlerin Renate Hansen in den Räumlichkeiten ein partizipatorisches Kunstprojekt, darauf folgen drei Ausstellungen, Projekte und Installationen zum Thema „Zeit“, dem Jahreskulturschwerpunkt der Stadt. Im Dezember ist eine Ausstellung zur Flüchtlingsproblematik geplant.

Eine Spendenaktion von Kulturberater Reinhart Richter und Klaus Terbrack soll die Startfinanzierung der GZK-OS sichern, außerdem wird in der Kunstszene aktiv für die Mitgliedschaft in der Gesellschaft geworben.