Konzert in der Osnabrückhalle Stimmgewaltig und charmant: Herman van Veen

Von Christoph Beyer

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Osnabrück. Stimmgewaltig und charmant präsentierte Multitalent Herman van Veen sein aktuelles Programm „Fallen oder springen“ in der voll besetzten Osnabrückhalle. Zusammen mit seiner siebenköpfigen Band sorgte der niederländische Ausnahmekünstler für eine grandiose Stimmung ab dem ersten Takt.

Vibrierende Energie schien von diesem Mann im leuchtend roten Hemd auszugehen, der da so elegant über die Bühne der voll besetzten Osnabrück-Halle tänzelte und im März bereits seinen 71. Geburtstag feiern wird. Mit der für ihn charakteristischen Mischung aus Humor, Poesie und musikalischer Vielseitigkeit verlieh Herman van Veen bereits den ersten Stücken enorme Ausdruckskraft.

Mit dem wuchtigen und zugleich nachdenklich stimmenden Opener „Wenn ich an mein Land denke“ oder dem Stück „Offenes Geheimnis“ nahm Van Veen Bezug auf aktuelle Themen. „Was du isst, wohin du fährst, alles, alles wird registriert, notiert“ heißt es in letzterem, das eine in digitalen Zeiten zunehmend schwindende Privatsphäre zum Thema macht.

Beeindruckend verstärkt wurde sein Auftritt von den durchgehend virtuos mit musizierenden, überwiegend jungen Künstlern. Klanglich und textlich spannte der Sänger, Musiker und Schriftsteller einen weiten Bogen.

Gegenwartsnahe Alltagsbeobachtungen und Reflexionen prägten die Stimmung ebenso wie zwischen den Stücken eingestreute und zumeist schelmisch dargebotene Anekdoten. Der oftmals jähe Wechsel von Klangfarbe und Stimmung brachte dabei immer wieder überraschende neue Wendungen mit sich. Als entrüsteter und zweifelnder Fragensteller zeigte sich van Veen beim Stück „Mein Herr“, einer Kritik religiöser Fundamentalismen.

Bestechende Wirkung entfaltete auch das komplexe Spiel von Gitarristin Edith Leerkes, die für längere Soloparts viel Applaus erhielt. Ob klavierspielend, sich wilde Violinduelle mit seinen Bandmitgliedern liefernd oder lautstark trommelnd, van Veen ging mit einer gesunden Portion Selbstironie ganz im Hier und Jetzt auf und hielt permanent den Kontakt zu seinem sichtbar begeisterten Publikum.

Mit stehenden Ovationen dankte dieses ihm und der Band für einen Abend voller Leidenschaft und musikalischer Vielfalt und forderte mehrere Zugaben ein, die van Veen gerne gewährte.


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