Protest gegen Anschläge Kurden demonstrieren in Osnabrück gegen türkische Regierung


Osnabrück. Nachdem vor fünf Wochen rund 150 Demonstranten in Osnabrück gegen die Angriffe der türkischen Regierung auf Kurdengebiete protestiert hatten, sind am Samstag erneut knapp 150 Personen vom Bahnhof Richtung Innenstadt gezogen. Mehrere Teilnehmer beklagten, dass ihr Anliegen in Europa ignoriert werde. 

Die Demonstration angemeldet hatte Lisa Böhne. Die ehemalige Osnabrücker Linken-Politikerin warf im Gespräch mit unserer Redaktion Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, die Kurden „verkauft“ zu haben. Böhne sagte weiterhin, bislang habe ihr Einsatz für die kurdischen Gebiete in der Türkei in Osnabrück immer viel Unterstützung bekommen.

Serhat Aydin vom kurdischen Kulturverein kritisierte ebenfalls, dass die deutsche Bundeskanzlerin und die Europäische Union sich nicht um die Belange der Kurden kümmern würden. „Die Kurden gehen seit Monaten und immer wieder auf die Straße. Aber Europa will nicht hören.“ 

Dieselbe Meinung vertrat Memet Avincsal, ebenfalls vom kurdischen Kulturverein. Die Angriffe der türkischen Regierung unter Präsident Erdogan bezeichnete er als „Massenmord“.

Scharfe Kritik an Deutschland und der EU

Auf einem von Serhat Aydin verteilten Flugblatt, dessen Urheber das „Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland e.V.“ ist, wird die Türkei als einer der Hauptverursacher der Auseinandersetzungen und Kriege im Nahen und Mittleren Osten bezeichnet. Außerdem heißt es auf dem Flugblatt: „Der türkische Staat massakriert mit dem Deal des Schweigens durch die BRD/EU.

Deutschland und die EU würden es ein weiteres Mal versäumen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. „Wir erinnern an die Rolle beim Genozid an den Armeniern, deutsches Know-how beim Giftgasanschlag in Halabja und deutsche Leopard-Panzer im Einsatz gegen die kurdische Zivilbevölkerung.

Warnung vor PKK-Sprechchören

Lisa Böhne, die wie erwähnt die Demonstration angemeldet hatte, warnte in einer Durchsage eindringlich davor, in Sprechchören die unter anderem in Deutschland als terroristische Vereinigung geltende kurdische Arbeiterpartei PKK zu rühmen.

„Beim letzten Mal ist das geschehen, und wir sind deshalb zurechtgewiesen worden. So etwas kann juristisch verfolgt werden.“ Außerdem, so Böhne, drohe den Skandierern, dass Deutschland ihnen die Einbürgerung verweigere. 

Nach dem Start am Hauptbahnhof zogen die Demonstranten zum Neumarkt, wo eine Zwischenkundgebung stattfand. Der Protestmarsch endete am Theater mit einer weiteren Kundgebung. (Weiterlesen: Obama ruft Kurden und Ankara zur Zurückhaltung auf)


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