„Huneckes Puppenwelt“ Osnabrücker Laden kombiniert Puppenklinik und Friseursalon



Osnabrück. Drei Geschäfte in einem, und sie ist ganz alleine für alles gleichzeitig zuständig. Maike Hunecke macht das nicht bange. An der Hasestraße 4 führt die 43-Jährige in vierter Generation das 1895 begründete Friseur- und Puppengeschäft ihrer Familie fort.

„Früher hatten viele Friseure auch eine Puppenklinik. Wir haben sie einfach behalten“, erzählt die Friseurmeisterin. Die Puppenklinik befindet sich in einem kleinen, abgeteilten Raum neben dem Friseursalon. Vorne, zur Straße, findet sich Teil drei ihres insgesamt 120 Quadratmeter großen Geschäfts: Das Puppen- und Teddygeschäft „Huneckes Puppenwelt“.

Puppen und Zubehör

Im Ladenlokal warten liebevoll arrangiert Puppen, Zubehör, Teddys und vieles mehr auf die Kunden. Gut 30 Prozent der Artikel sind echte Handarbeit, die Maike Hunecke, ihre Mutter oder Freundinnen selbst herstellen. Das gilt für Puppenkleider genauso wie für ganze Puppen. „Ich brauche sechs, sieben Stunden für eine Puppe“, erklärt Maike Hunecke. „Aber ich habe natürlich auch Übung.“

Übung hat sie, natürlich, auch im Haareschneiden. Das schätzen ihre vielen Stammkunden, die zum Teil schon seit Jahrzehnten zu den Huneckes gehen. Eine Kundin ist inzwischen 96 Jahre alt: „Sie hat gesagt, dass sie jetzt auch nicht mehr woanders hingehen wird. Der schneide ich, wenn sie den Weg nicht mehr schafft, die Haare dann auch zu Hause“, erzählt Maike Hunecke. Sie habe immer Friseurin werden wollen, obwohl ihre Eltern nie versucht hätten, sie dazu zu überreden, das Geschäft weiterzuführen. „Ich hatte schon immer Ambitionen zum Handwerk“, erinnert sich Maike Hunecke.

Allein im Geschäft

Dass sie alleine im Geschäft ist, lässt sich gut managen. Wenn ein Kunde vorne ins Ladenlokal kommt, „dann muss hinten im Friseursalon auch mal einer warten. Das wissen aber alle, es sind ja Stammkunden“, sagt Hunecke. Überhaupt ist die Atmosphäre an der Hasestraße 4 sehr entspannt, ganz anders als die Hektik, die vor der Tür herrscht. Genau das will die Inhaberin auch bewahren. Deshalb hat sie in den vergangenen Jahren nur wenig umgebaut, und das auch nur behutsam. Im Wesentlichen wurden bloß einige Möbel hin und hergerückt.

Vom in die Jahre gekommenen Mobiliar mag sich Maike Hunecke aber auch ganz bewusst nicht trennen, denn es macht den Charme des Traditionsgeschäfts aus: „Meine Kasse zum Beispiel, die ist uralt. Aber die macht noch alles mit.“ Auch der Friseursalon hat sich seit 1964, als das Haus neu gebaut wurde, kaum verändert.

In der Puppenwerkstatt

Wenn nichts los ist im Salon und im Laden, dann hat Maike Hunecke in der Puppenwerkstatt genug zu tun. „Das macht heute kaum noch jemand, den Beruf kann man ja auch nicht lernen“, weiß sie. Bei den Huneckes wurden die Kenntnisse, die ein Puppendoktor benötigt, von Generation zu Generation weitergegeben. Das macht sie zu einer der wenigen Expertinnen auf diesem Gebiet. Ihre Kundschaft reicht dementsprechend bis hoch ins Emsland.

Maike Hunecke kämpft als Einzelhändlerin wie so viele andere gegen die Discounter und das Internet, gegen Niedrigpreis-Verlockungen und ständige, schnelle Verfügbarkeit. „Ich bin froh, dass das Haus Eigentum ist“, betont sie. Und sie hofft, dass es auch in Zukunft noch genug Menschen gibt, die Wert auf Qualität und Beratung legen. Und die die Zeit mitbringen, an der Hasestraße 4 einfach nur zu stöbern und zu plaudern.


Huneckes Puppenwelt, Hasestraße 4, Osnabrück, Telefon 0541/22533, www.huneckes-puppenwelt.de .

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