Mehr Carsharing in Osnabrück Meyer & Meyer macht aus Dienstwagen Stadtteilautos

Für alle, die gerne mit dem Stern fahren: Alle Kunden von Stadtteilauto können jetzt diese und zwei weitere Fahrzeuge von Meyer & Meyer nutzen. Foto: Gert WestdörpFür alle, die gerne mit dem Stern fahren: Alle Kunden von Stadtteilauto können jetzt diese und zwei weitere Fahrzeuge von Meyer & Meyer nutzen. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Stadtteilauto setzt auf Kooperation mit Osnabrücker Unternehmen. So stellt der Textillogistiker Meyer & Meyer fünf Autos fürs Carsharing zur Verfügung. Täglich ab 17 Uhr können sie von den Kunden genutzt werden wie alle anderen Fahrzeuge von Stadtteilauto.

Tagsüber gehören die fünf Mercedes der A-Klasse zum Fuhrpark von Meyer & Meyer. Mitarbeiter nutzen sie wie bisher für ihre Dienstfahrten oder Dienstreisen. Mit einem Unterschied: Wenn sie eines der Fahrzeuge reservieren wollen, melden sie die Fahrt nicht mehr in der hauseigenen Buchhaltung an, sondern via Internet bei Stadtteilauto.

Abends und am Wochenende können alle, die beim Carsharing angemeldet sind, jetzt auch mal Daimler-Benz fahren. Das kostet für Mitglieder 34 Cent pro Kilometer und 2,90 Euro pro Stunde, wobei es ab 100 Kilometer und nach 23 Uhr etwas billiger wird.

Stolz auf die Idee

Christian Reining, der Prokurist von Stadtteilauto, freut sich, dass er seinen Kunden durch die Zusammenarbeit mit Meyer & Meyer ein weiteres Angebot in der „Komfort“-Kategorie machen kann. Die Autos stehen auf dem Speditionsgelände an der Hettlicher Masch, das aber ohne Schranken passierbar und zugleich überwacht ist. Sie sind wie alle anderen Autos aus der Carsharing-Flotte mit Bordrechnern ausgestattet, kommen aber nicht in der sonst üblichen Lackierung daher, sondern in einem neutralen Blau oder Weiß.

Rolf Meyer, der geschäftsführende Gesellschafter der Spedition, spricht von einer wirtschaftlichen und einer ökologischen Komponente. In seinem Unternehmen propagiert er schon länger das Carsharing. Und wer mit dem Bus zur Arbeit fährt, bekommt die Monatskarte subventioniert. Für Dienstfahrten gibt es ja Dienstautos – oder eben Stadtteilauto. Als unternehmerischen Vorteil bewertet der Chef, dass die Autos jetzt besser genutzt werden. „Ich bin stolz auf diese Idee!“, bekennt Meyer.

Mehr Business-Kunden

Gespart wird bei Meyer & Meyer auch am Verwaltungsaufwand, wie Heike Wittig, die Assistentin der Geschäftsleitung, vermerkt. Weil das elektronische Buchungssystem von Stadtteilauto benutzt wird, könnten die eigenen Mitarbeiter in drei Abteilungen jetzt für produktivere Tätigkeiten eingesetzt werden.

Die fünf Autos gehören nun dem Carsharing-Unternehmen. Das hat vor allem haftungstechnische Gründe. Weil der Nutzerkreis größer und bunter geworden ist, erhöht sich die Versicherungsprämie. Ein Nachteil, der von vielen Vorteilen aufgewogen wird, meinen die Beteiligten.

Meyer & Meyer ist nicht das einzige Unternehmen in Osnabrück, das sich am Carsharing beteiligt. Auch die Lega S Jugendhilfe nutzt regelmäßig die mobile Alternative. Sieben eigene Fahrzeuge leistet sich die gemeinnützige GmbH, die vor allem von den Teams in der Sozialtherapie genutzt werden.

Den Mitarbeitern für sozialtherapeutische Betreuungsangebote legt Geschäftsführer Thomas Solbrig nahe, die kleinen Gemeinschaftsautos zu nutzen, zumal die Fahrten immer nur zeitlich begrenzt anfallen. Andernfalls müsste Lega S acht weitere Pkw anschaffen, rechnet Solbrig vor. Er findet aber, dass eine eigene Flotte viel zu teuer sei und dass das Buchungssystem von Stadtteilauto manches einfacher mache.

Aha-Effekte

Es sollen möglichst viele Business-Kunden dazukommen, hofft Stadtteilauto-Prokurist Christian Reining, und kündigt eine Offensive an. Er berichtet, dass die Zahl der Nutzer langsam, aber konstant steige, sowohl bei den stationären als auch bei den flow>k- Angeboten. Manche Neukunden würden über die überall präsenten rot-weiß-blauen Flitzer aufmerksam, sagt Reining. Dann werde gegoogelt und nachgefragt, und dann gebe es Aha-Effekte.

Stadtteilauto ist aus einer Initiative hervorgegangen und gehört zu 50 Prozent den Stadtwerken. Mit einer Befragung der Kunden soll demnächst herausgefunden werden, in welchem Maße durch das Angebot Privatautos abgeschafft wurden.


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