Stiftungen in der Region Osnabrück Egerland Stiftung denkt in europäischen Dimensionen

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So vermittelt sich Begeisterung an der Musik: Der Schweizer Flötist Sébastian Jacot, Preisträger des Osnabrücker Musikpreises 2015, macht aus den „Rosenkindern“ kleine Komponisten. Foto: David EbenerSo vermittelt sich Begeisterung an der Musik: Der Schweizer Flötist Sébastian Jacot, Preisträger des Osnabrücker Musikpreises 2015, macht aus den „Rosenkindern“ kleine Komponisten. Foto: David Ebener

Osnabrück. Sichern in Zeiten klammer kommunaler Kassen Stiftungen die Vielfalt der Kulturszene? Verantwortliche in Politik und Verwaltung hätten das gerne. Deshalb nehmen wir in einer Serie Stiftungen aus Stadt und Region Osnabrück unter die Lupe.

Um den Stiftungszweck des Osnabrücker Musikpreises zu erfüllen, hat Sébastian Jacot einige Kilometer zurückgelegt. Denn die Statuten sehen vor, dass der Preisträger Kindern klassische Musik näherbringt. Deshalb ist Jacot am Freitag nach dem Preisträger-Konzert noch einmal aus Leipzig nach Osnabrück gekommen und sitzt nun, umgeben von zwanzig „Rosenkindern“ – so heißt der Hort für Grundschülerinnen und -schüler am Rosenplatz –, im Orchesterstudio im Theater. Weiterlesen: Sébastian Jacot spricht über die Bedeutung des Osnabrücker Musikpreises

Kinder werden Komponisten

Aus einem Stück des britischen Zeitgenossen Brian Ferneyhough leitet der Flötist eine Aufgabe ab: „Zeichnet, was ihr hört“, trägt der Schweizer den Kindern auf, die vor ihm auf dem Boden sitzen. Die Zeichnungen setzt er wiederum in Improvisationen um – Jacot hat aus den Kindern Komponisten gemacht, und die Begeisterung bei den Kindern ist förmlich mit Händen zu greifen.

„Schön“, kommentiert das Felix Osterheider. Zusammen mit Johannes Dälken leitet er die Geschicke der Felicitas-und-Werner-Egerland-Stiftung. „Europäische Jugendförderung“ steht als Untertitel im Stiftungslogo; der Osnabrücker Musikpreis ist ein Projekt, das beispielhaft für die Stiftungs-Philosophie steht. Denn hier gibt ein junger, vielversprechender Musiker aus Europa seine Begeisterung an Osnabrücker Kinder weiter. Weiterlesen: So war das Preisträger-Konzert mit Sébastian Jacot

Inhaltliche Neuorientierung

Natürlich fördert die Stiftung eine ganze Reihe Institutionen: Classic con brio, das Kinderorchester „Stadtstreicher“, allgemeinbildende Schulen. Und die Liste soll noch länger werden: Nach dem Tod von Felicitas Egerland ist das Stiftungsvolumen gewachsen, weil die Stifterin einen Teil ihres Vermögens der Stiftung vererbt hat. Dazu zählt auch ein Haus am Westerberg: Dort, im Erdgeschoss, richten Osterheider und Dälken die Stiftungsräumlichkeiten neu ein. Mit dem äußeren Umbau geht indes auch eine inhaltliche Neuorientierung einher. Weiterlesen: Die Egerland Stiftung benennt sich neu

„Wir wollen programmatische Linien legen“, sagt Osterheider, mit den Geschäftsräumen als „kreative Brutstätte“. Denn die Stiftung möchte künftig auf den Feldern Kunst, Kultur und Wissenschaft gleichermaßen junge Menschen fördern. Dafür sollen zunächst Experten ins Haus kommen, um mit ihrem Ratschlag neue Förderfelder zu erschließen.

Wichtiger Aspekt: Nachhaltigkeit

Einem Aspekt kommt dabei hohe Bedeutung zu, egal, um welche Fördermaßnahme es sich handelt: Nachhaltigkeit. Im Idealfall stößt die Egerland-Stiftung Projekte an, „die sich später selbst tragen“, sagt Dälken. Als Beispiel nennt er den Gitarrenunterricht an der Elisabeth-Siegel-Schule: „Das läuft jetzt von selbst“, sagt Dälken, „und mittlerweile gibt es ein Schulorchester, das wir auch fördern.“ Der Aktionsradius geht allerdings über die Region hinaus: So unterstützt die Egerland-Stiftung nach wie vor ein Projekt ihrer Gründerin Felicitas Egerland, das Kinder und Jugendliche an Kultur heranführt, und zwar im Festspielhaus Baden-Baden. Fest steht übrigens auch, was die Egerland-Stiftung nicht als ihre Aufgabe ansieht: einzuspringen, wenn die öffentliche Hand sich zurückzieht.


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