Gerry Weber Stadion Halle Santiano begeisterte mit neuen Liedern

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Halle/Westf. Die Band Santiano mit ihren kernigen Seefahrerliedern war zu Gast in Halle. Das neue Programm „von Liebe, Freiheit und Tod“ begeisterte das ausverkaufte Gerry Weber Stadion.

Wer hätte ausgerechnet dem Shanty noch vor ein paar Jahren eine solche Karriere zugetraut? Und nun: Santiano! Furchtbar lange segeln sie noch gar nicht unter dieser Flagge, und auch wenn es eine Legende sein sollte, wie Santiano entstand, so passt sie doch zu dem Image, das die Jungs sich geben. Angeblich soll die Idee nämlich beim gemeinsamen Saufen aufgekommen sein.

So sind sie eben, die fünf Nordlichter: optisch, außer Frontmann Björn Both, nicht unbedingt vom Typ Seebär, aber auf jeden Fall herb, kernig, echte Männer. Und so ist auch das Erfolgsrezept ihrer Musik, des sogenannten Shanty-Rock: Texte mit klarer Botschaft im Stile der Seefahrer-Romantik, einfache, eingängige Musik mit stampfenden Rhythmen, und das Ganze im Gerry Weber Stadion laut genug, um gehörig Eindruck zu schinden.

Die Band, nein, die Crew präsentiert in Halle ihr neues Programm „Von Liebe, Tod und Freiheit“, natürlich aber auch ihre älteren Hits. Textzeilen: „Wir singen die Lieder der Freiheit/ Die See ist unsere Zuflucht/ Wir ziehn durchs Gewitter, wir ziehn durch den Sturm, die Meere sind unser Zuhaus/ Mit dem Salz auf der Haut und dem Wind im Gesicht/ Kommt mit uns auf große Fahrt/ Gott muss ein Seemann sein, er lässt die Mannschaft nicht allein.“

Zum rustikalen Sound passt auch die ganze Bühnenshow, in der Santiano nach und nach alle Register zieht. Licht und Nebel sowieso, dann Videoclips, alles zusammen inszeniert schließlich ein veritables Gewitter, und gleich darauf brennt nicht nur das Seemannsherz lichterloh, sondern gleich auch noch das ganze Wikingerschiff, das irgendwie im Stadion gestrandet war und als Kulisse dient.

Auf ihrer letzten Reise, so Björn Both, seien die Jungs über die Nordsee gesegelt und hätten schließlich in Irland angelegt. Dort wurden sie offenbar mit neuen musikalischen Inspirationen ebenso reichlich versorgt wie mit Whiskey. Die irische Folklore ist des Fiedlers Pete Sages Domäne, der auch für eine Handvoll weiterer englischer Titel zuständig ist. Nach dem Besuch der grünen Insel geht es weiter auf den Atlantik, und dann kommt er endlich, der ersehnte Song, der so heißt wie die Band. Schließlich lässt die Musik erahnen, dass die Segler sogar bis nach Jamaika gekommen zu sein scheinen.

Doch das Programm heißt „von Liebe, Freiheit und Tod“, und letzterer wird in der Nummer „Letzte Fahrt“ thematisiert, in dem es gilt Abschied zu nehmen von einem Gefährten. Das geschieht mit markigen Worten, männlich-herzlich: „Du bleibst uns Freund und Kamerad.“

Die essenziellen Themen des Lebens werden bei Santiano eben nicht ausgespart. In gedankliche Untiefen stoßen die draufgängerischen Abenteurer nämlich immer wieder vor, da werden Fragen von besonderer Tragweite aufgeworfen: „Was macht ein Seemann, wenn er durstig ist?“


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