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21.02.2016, 15:02 Uhr BILLIGFUTTER IN BESTER QUALITÄT

Zoo Osnabrück hat Eintagsküken zum Fressen gern

Ein Kommentar von Sebastian Stricker


Männliche Küken werden nach dem Schlüpfen unmittelbar getötet – entweder durch Schreddern oder Vergasen. Foto: imago/blickwinkelMännliche Küken werden nach dem Schlüpfen unmittelbar getötet – entweder durch Schreddern oder Vergasen. Foto: imago/blickwinkel

Osnabrück. Der Zoo Osnabrück hat Eintagsküken zum Fressen gern. Kein Wunder: Billigeres natürliches Futter für viele am Schölerberg gehaltene Raubtiere ist in dieser Qualität kaum zu kriegen.

Der größte Zoo Niedersachsens profitiert damit – wirtschaftlich und tiergartenbiologisch – vermutlich wie kein Zweiter in diesem Bundesland von den moralisch verwerflichen Auswüchsen massenhafter Hühnerproduktion.

Doch auch wenn er sich durch konstante Abnahme beträchtlicher Mengen von Tierleichen zumindest indirekt mitschuldig daran macht, dass die Industrie notorisch und von möglicher Strafverfolgung unbehelligt an ihrer Praxis des millionenfachen Kükentötens festhält: Bei der Fütterung fleischfressender Tiere steckt der Zoo in einem Dilemma. Denn der Verzicht auf Eintagsküken als Fraß würde nicht nur weniger artgerechte Haltung bedeuten. Er hätte auch Folgen, die der Besucher spürt. So könnte die teure Beschaffung oder Zubereitung von Ersatzfutter zu höheren Eintrittspreisen führen – oder zu leeren Gehegen.


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