Von Büchern faszinieren lassen Ursulaschülerin gewinnt knapp Osnabrücker Vorlesewettbewerb

Lauter Gewinner: Die Teilnehmer des Vorlesewettbewerbs im Haus der Jugend mit Siegerin Greta Heutling (Mitte vorn) und Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler (oben rechts). Foto: Egmont SeilerLauter Gewinner: Die Teilnehmer des Vorlesewettbewerbs im Haus der Jugend mit Siegerin Greta Heutling (Mitte vorn) und Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler (oben rechts). Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Zum 57. Mal fand in dieser Woche im Haus der Jugend der Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels statt. Die zwölfjährige Greta Heutling ging als Siegerin daraus hervor. Gewonnen haben aber alle 13 Teilnehmer gleichermaßen.

Denn als jeweilige Vertreter ihrer Schulen bewiesen die Sechstklässler, dass es allen Verlockungen der neuen Medienwelt zum Trotz durchaus gelingen kann, Kinder für das Bücherlesen zu begeistern. Insofern habe der 1959 und damit vor weit mehr als einem halben Jahrhundert ins Leben gerufene Bundeswettbewerb nach wie vor und gerade heute einen „hohen Stellenwert“, bemerkte Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler im Rahmen der Preisverleihung. Bücher eröffneten als wichtiger „Bestandteil kultureller Bildung“ neue Horizonte und ihre Spannung sei „durch nichts zu ersetzen“.

Kür und Pflicht grandios gemeistert

Spannend wurde es dann tatsächlich bei der Ermittlung des Regionalsiegers. Denn die Unterschiede waren in diesem Jahr so gering, dass es der sechsköpfigen Jury inklusive Vorjahressiegerin Marie Möller nicht leicht fiel, lediglich einen Vertreter der Stadt Osnabrück in das Rennen um den besten jungen Vorleser Deutschlands zu schicken. Doch so sind nun einmal die Regeln. Jeweils drei Minuten mussten die Teilnehmer aus einem selbst ausgewählten und aus einem ihnen vorher unbekannten Fremdtext vorlesen. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren meisterten dabei sämtliche Schulsieger nicht nur die Kür, sondern auch die Pflicht „grandios“, wie SPD-Ratspolitiker und Jury-Sprecher Ulrich Sommer das hohe Niveau des Wettbewerbs beschrieb. Er sei froh, nicht in der Haut der Entscheider zu stecken, bekräftige Moderator Heaven.

Gekonnter Akzent

Zur Siegerin wurde schließlich Greta Heutling von der Ursulaschule gekürt – mit „klitzekleinem“ Vorsprung, wie es hieß. Ihren Wunschtext würzte sie mit einem gekonnt parodierten englischen Akzent. Bei der „fabelhaften Miss Braitwhistle“ von Autorin Sabine Ludwig habe sie vor allem die als „witzige Lehrerin“ agierende Hauptfigur fasziniert, verriet die Zwölfjährige.

Als Stadtsiegerin darf sie nun versuchen, es über die Bezirks- und Landesentscheide zum großen Bundesfinale am 22. Juni in Berlin zu schaffen. Aber auch alle anderen Teilnehmer bekamen als Anerkennung ihrer wirklich hervorragenden Leistung eine Urkunde und ein Buch überreicht – um sich weiterhin vom ältesten aller Medien faszinieren zu lassen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN