Alternativstandorte abgelehnt „Lebensquelle“ lässt die Stadt Osnabrück abblitzen

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Osnabrück. Zwischen der Stadt und der „Lebensquelle“ kommt es zu keiner Annäherung. Die Freikirche hält am Güterbahnhof fest und lässt die Stadt mit ihren Alternativvorschlägen abblitzen. Ein anderer Standort komme allenfalls infrage, wenn es Zugeständnisse bei der Größe gibt, lässt der Vorstand durchblicken.

Am Limberg wäre noch Platz für die „Lebensquelle“, vielleicht auch im Hasepark oder an der Karlstraße. Mehrere Alternativen zum Güterbahnhof hat die Stadt der Freikirche vorgeschlagen. So wollte es die Ratsmehrheit. Aber die Gemeinde lehnt dankend ab. Das Grundstück an der Hamburger Straße erfülle „alle für uns nötigen Voraussetzungen, um unserem Vorhaben nachzugehen“, heißt es in der Absage an Stadtbaurat Frank Otte.

Stimmung gekippt

Die Gemeinde habe die von der Stadt vorgeschlagenen Standorte geprüft und damit ihre Kompromissbereitschaft unter Beweis gestellt, betont Pressesprecherin Elena Lenz für die „Lebensquelle“, doch die hätten sich als ungeeignet herausgestellt. Teilweise seien die Grundstücke nicht einmal verfügbar gewesen, sagt Waldemar Herdt, der Projektleiter für das geplante Gemeindezentrum. Und die Frage, ob die Freikirche auf den vorgeschlagenen Flächen auf ein Baurecht hoffen dürfe, sei nicht eindeutig beantwortet worden.

Die „Lebensquelle“ fühlt sich von der Stadt unfair behandelt. Als die Freikirche das Grundstück mit der ehemaligen Güterabfertigung 2012 kaufte, sah alles nach bestem Einvernehmen aus. Später kippte die Stimmung, als bekannt wurde, welche Haltung die Evangelikalen zum Teufel und zur Homosexualität, zur Evolution und zur Sexualaufklärung einnehmen. Einige Politiker aus dem Rat wollen das Bauvorhaben auf dem Güterbahnhof verhindern. Andere, wie Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, sprechen sich für eine Beschränkung aus.

Gottesdienst für 650 Gläubige

Die Gemeinde wachse stetig, sagt Pressesprecherin Elena Lenz, aber der Platz in den Räumen am Goethering reiche schon lange nicht mehr aus. Schon jetzt nähmen 650 Gläubige an den Gottesdiensten teil. Wegen des großen Andrangs müssten zwei Andachten nacheinander veranstaltet werden.

Nach den Plänen der „Lebensquelle“ soll das neue Gemeindezentrum Platz für 3000 Menschen bieten. Das bedeute aber nicht, eine Kirche für so viele Personen zu bauen, konkretisiert Waldemar Herdt. Die Zahl erkläre sich daraus, dass der Gebetssaal für 1100 Menschen bemessen sei, daneben würden Räume für Kinderbetreuung, Gastronomie und Büros benötigt.

Planer unter Zeitdruck

Was auf dem Güterbahnhof errichtet werden darf, regelt der Bebauungsplan Nr. 370, an dem der Fachbereich Städtebau schon seit Jahren arbeitet. Schon zweimal hat die Stadt eine Veränderungssperre verhängt, um zu verhindern, dass etwas gebaut wird, das nicht zu den Zielsetzungen der Planung passt. Weitere Verlängerungen könnten Schadensersatzansprüche der Grundstückseigentümer nach sich ziehen. Vor diesem Hintergrund will die Stadt das Bebauungsplanverfahren noch vor den Sommerferien zu Ende bringen, mit einem „ambitionierten Zeitplan“, wie Stadtbaurat Frank Otte vermerkt.

Nach dem Willen des Rates soll das 22 Hektar große Gelände – zumindest überwiegend – als Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Für die „Lebensquelle“ müsste also eine abweichende Festsetzung getroffen werden. Offen ist, welche Beschränkungen in den Plan eingehen. Eine Begrenzung auf eine bestimmte Personenzahl ist in der Bauordnung nicht vorgesehen, ein Limit für die Gebäudemassen schon.

Plan B für die „Lebensquelle“

Projektleiter Waldemar Herdt zeigt sich verwundert, „dass man ein Bebauungsplanverfahren macht, aber nicht mit dem Eigentümer spricht“. Er ist gespannt, welche Nutzung der Gemeinde am Ende zugebilligt wird. Falls die Stadt den Wünschen der Freikirche nicht nachkomme, bleibe seinen Glaubensbrüdern und -schwestern immer noch ein Plan B: Dann werde es in Osnabrück nicht eine, sondern drei, vier oder fünf „Lebensquellen“ geben.


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