Christliche Grundwerte vertreten Güterbahnhof-Eigentümer kandidiert für PBC

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Ralf Gervelmeyer, Geschäftsführer der Zion GmbH und Eigentümer des Güterbahnhofs Osnabrück, kandidiert bei der Bundestagswahl für die Partei Bibeltreuer Christen. Foto: privatRalf Gervelmeyer, Geschäftsführer der Zion GmbH und Eigentümer des Güterbahnhofs Osnabrück, kandidiert bei der Bundestagswahl für die Partei Bibeltreuer Christen. Foto: privat

Osnabrück. Ralf Gervelmeyer, Geschäftsführer der Zion GmbH, tritt bei der Bundestagswahl im September als Direktkandidat für die Partei Bibeltreuer Christen (PBC) an. Gervelmeyer ist seit November 2012 Eigentümer des Güterbahnhofs und war zuletzt in die Kritik geraten, als er in einem Interview mit dem Regionalsender os1.tv Homosexualität als Sünde bezeichnete.

Dass Ralf Gervelmeyer ein überzeugter Christ ist – daraus hat der Geschäftsführer des Georgsmarienhütter Immobilienunternehmens nie einen Hehl gemacht. Seit 2008 engagiert sich der 43-Jährige in der freikirchlichen Gemeinde „Lebensquelle“, die auf dem Gelände des Osnabrücker Güterbahnhofs ein religiöses Zentrum plant. Seit diesem Jahr ist Ralf Gervelmeyer nun auch Mitglied in der Partei Bibeltreuer Christen (PBC). Wofür diese steht? „Stellvertretend für alle Christen für christliche Grundwerte“, erläutert der Geschäftsmann. Darunter versteht er zum Beispiel den Erhalt der Familie („jedes Kind hat ein Recht auf einen Vater und eine Mutter“), faire Renten und faire Gehälter. „Wenn ich hier einmal die Bibel zitieren darf: Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert.“

Eigentlich gilt in Deutschland doch die Christlich Demokratische Union als Partei, die sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet fühlt. Findet sich Ralf Gervelmeyer in der CDU etwa nicht wieder? Er zögert etwas. „Wissen Sie, bei uns gibt es so einen Spruch: Bei uns steht das C nicht nur so rum, sondern ist christliches Programm.“ 72 Prozent der Deutschen seien zwar Mitglied in einer christlichen Kirche, doch die christlichen Grundwerte seien eingeschlafen. „Ich möchte, dass Christen wieder aufstehen“, gibt sich Gervelmeyer kämpferisch. Dass Christen aufstehen sollen, heiße jedoch nicht, dass sich alle anderen wegducken müssten. Die freie Religionsausübung, die im deutschen Grundgesetz stehe, akzeptiere und liebe er, erläutert Gervelmeyer, der zudem ankündigt, dass diese Wahl erst der Anfang sei: „Wir werden nicht mehr schweigen.“ Gerade wird ein Werbespot für den Wahlkampf gedreht, am Montag Fotos für die Plakate geschossen.

Über die Querelen um den Güterbahnhof, den Vorwurf der Schwulenfeindlichkeit und die Debatte über Toleranz gegenüber Homosexuellen, aber auch Toleranz gegenüber Strenggläubigen will Ralf Gervelmeyer an dieser Stelle nicht mehr sprechen. Das Thema hätte auch nichts mit seiner Entscheidung für eine Kandidatur zu tun. Und: „Darüber hat schon genug in der Zeitung gestanden“.

Mit seiner Kandidatur begibt sich der 43-Jährige nun jedoch selbst in die Öffentlichkeit, doch „das ist etwas anderes“. Dennoch ist auch bei der PBC der Wirbel um das ehemalige Güterbahnhofsgelände angekommen: Auf der offiziellen Homepage der Partei steht nämlich als erster Eintrag ein Artikel über Osnabrück und das geplante Zentrum der Lebensquelle.


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