Verwaltungsausschuss hat entschieden Osnabrücker Neumarkt wird so schnell wie möglich geöffnet

Von Wilfried Hinrichs

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Osnabrück. Die Osnabrücker Spitzenpolitiker haben entschieden: Der Neumarkt wird so schnell wie möglich für den Autoverkehr geöffnet. Wahrscheinlich schon an diesem Mittwoch.

Der Verwaltungsausschuss, in dem die Fraktionsvorsitzenden und führenden Köpfe der Fraktionen versammelt sind, entschied vor wenigen Minuten in nichtöffentlicher Sitzung, den Autofahrern eine Spur jede Richtung zur Verfügung zu stellen, so lange es auf dem Neumarkt keine Baustellen gibt. Damit zieht die Stadt die Konsequenzen aus einem Beschluss des Verwaltungsgerichts von voriger Woche und verzichtet auf weitere Rechtsmittel gegen den Beschluss.

Keine besondere Gefahr

Das Gericht hatte der Klage eines Unternehmers gegen die baustellenbedingte Sperrung des Neumarktes stattgegeben . Die Begründung: Weil es zurzeit keine Bauarbeiten gibt, bestehe keine besondere Gefahrenlage, die eine Sperrung der öffentlich gewidmeten Straße rechtfertigen würde.

Die oppositionelle CDU-Fraktion und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) hatten darauf gedrängt, den rechtswidrigen Zustand auf dem Neumarkt so schnell wie möglich zu beenden. Die Mehrheit aus SPD, Grünen, UWG/Piraten und FDP stimmte der aktuellen Öffnung zu, hält aber an ihrem strategischen Ziel fest, den zentralen Platz in Zukunft autofrei zu gestalten.

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Am Dienstagnachmittag hatte die Verwaltung vorsorglich ein Konzept für die provisorische Verkehrsführung erarbeitet, die eine rasche Öffnung ermöglichen und eine Gefährdung von Radfahrern und Fußgängern ausschließen soll. Die Sperrbarken, Markierungen und Schilder sollen im Laufe des Mittwochs angepasst werden. Über den Zeitpunkt der Freigabe gibt es noch keine verlässlichen Angaben.

Verspätungen im Busverkehr?

Die Stadtwerke Osnabrück sind nicht sehr glücklich, dass der Busverkehr sich den knappen Platz auf dem Neumarkt wieder mit den Autofahrern teilen muss. „Maßgeblich ist für uns ein möglichst reibungsloser und störungsfreier Busverkehr. Wir erwarten allerdings zusätzliche Verspätungen auf allen Linien, insbesondere in den Hauptverkehrszeiten“, teilte Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer am Dienstag mit.

Kommentar lesen: Noch viele Fragen offen

Nach früheren Berechnungen der Stadtwerke geht eine Verlangsamung des Bussystems spürbar ins Geld. Verringert sich die Durchschnittsgeschwindigkeit um einen Kilometer pro Stunde kostet das nach Stadtwerke-Angaben 1,4 Millionen Euro im Jahr zusätzlich, weil mehr Personal und mehr Busse eingesetzt werden müssen, um den Fahrplan einzuhalten. Das Durchschnittstempo ist in den vergangenen Jahren von 20 km/h auf 18 km/h gesunken.