Neue Gruppierung sucht Experten Osnabrücker Neumarkt-Rebellen sehen gute Chancen bei der Wahl

Freie Fahrt über den Neumarkt fordert Michael Wiese. Er hat jetzt die Gründung einer Wählergruppe angekündigt. Foto: Jörn MartensFreie Fahrt über den Neumarkt fordert Michael Wiese. Er hat jetzt die Gründung einer Wählergruppe angekündigt. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Jetzt ist es heraus: Die Gegner der Neumarkt-Sperrung wollen mit einer eigenen Wählergruppe bei der Kommunalwahl am 11. September antreten. Der „BOB – Bund Osnabrücker Bürger“ will sich in der kommenden Woche konstituieren. Demnächst soll ein Wahlprogramm ausgearbeitet werden.

Bei Kalla Wefels Heimatabend am Sonntag hatte Wiese, der Initiator der Facebook-Seite „Gebt den Neumarkt wieder frei“, die Katze aus dem Sack gelassen. Unsere Redaktion hätte gern ein Interview mit ihm geführt, um mehr zu erfahren über Programm, Personen und Potenziale der neuen Gruppierung. Doch Wiese lehnte ab. Dafür werde der BOB-Vorstand sicherlich nächste Woche zur Verfügung stehen, kündigte er an. Er selbst wolle sich allerdings zurückhalten, meinte Wiese, weil er als Wallenhorster Bürger in Osnabrück nicht kandidieren könne.

Gegen Visionen

Auf der Facebook-Seite „Gebt den Neumarkt wieder frei“ ist neuerdings zu lesen, dass der BOB bei der Kommunalwahl ins Rennen gehen werde, „damit Rot-Grün und die Splitterparteien im Rat nicht mehr mündige Osnabrücker Bürger mit verfrühten ,Visionen‘ und Sperrungen ,erziehen‘ können“. Gesucht würden nun Experten für „Recht, Finanzen, Bildung, Verkehr und mehr, die bereit sind, beratend oder als Kandidaten in allen Wahlbereichen der Stadt anzutreten“. Der BOB werde nicht monothematisch bleiben, sondern ein Wahlprogramm erarbeiten. Erste Umfragen hätten gezeigt, dass die neue Gruppierung „enorme Chancen“ habe.

Ärger mit Rot-Grün

Michael Wiese ist Inhaber einer Marketing-Agentur. Von seinem Büro im Hasehaus kann er direkt auf den Neumarkt blicken. Bei Kalla Wefels Heimatabend wurde er darauf angesprochen, dass er als Wallenhorster Bürger nicht in Osnabrück kandidieren kann. Als es zum Schlagabtausch mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank Henning kam, entgegnete er, falls Rot-Grün ihn weiter „ärgern“ sollte, werde er es sich vielleicht noch überlegen und nach Osnabrück ziehen.


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