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„Weiterer Meilenstein“ Centerinvestor kündigt Abriss am Osnabrücker Neumarkt an

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Osnabrück. Es wird ernst am Neumarkt: Der Centerinvestor hat am Montag eine offizielle Abrissanzeige bei der Stadtverwaltung eingereicht.

Diese Nachricht war der Regenbogenkoalition so wichtig, dass die Fraktionsspitzen von SPD, Grünen, FDP, UWG/Piraten und Linkspartei am Montagvormittag geschlossen vor dem grünen Kachelgebäude antraten, um der Presse symbolisch eine „Anzeige über Abbruch/Beseitigung eines Hochhauses oder eines Teils einer baulichen Anlage“ zu überreichen. Am Nachmittag übergab Centerinvestor Unibail Rodamco ein solches Formblatt ausgefüllt der Stadtverwaltung. „Das ist ein weiterer Meilenstein“, sagte der für Osnabrück zuständige Projektmanager von Unibail Rodamco, Björn Reineking. Wichtig sei, dass damit der letzte Kaufvertrag für ein Grundstück im Centergebiet „scharf gestellt“ werde.

Reineking meint die Parkfläche an der Seminarstraße, die noch den Stadtwerken gehört und von der OPG bewirtschaftet wird. Mit der Abrissanzeige wird die Kaufsumme (Henning: „Ein sechsstelliger Betrag“) fällig, die an die Stadtwerke fließt. Unibail Rodamco ist damit nach eigenen Angaben endgültig in Besitz aller Grundstücke für das künftige Center. Allein dafür investierte das Unternehmen rund 31 Millionen Euro. Auf dem Parkplatz und entlang der Großen Rosenstraße sollen nach Unternehmensangaben im April oder Mai die archäologischen Grabungen beginnen.

Nach der Abrissanzeige werden nicht gleich die Bagger anrücken, wie SPD-Fraktionsche Frank Henning erklärte. Nach der Niedersächsischen Bauordnung müsse zwischen einer Anzeige und dem Baubeginn mindestens ein Monat liegen. Projektmanager Reineking will sich auf keinen Zeitpunkt für den Beginn der Abrissarbeiten festlegen lassen. „Es bleibt bei unserer Aussage: In diesem Jahr fangen wir an.“

Noch am Vorabend hatten Kritiker bei Kalla Wefels Heimatabend zum Thema Neumarkt Zweifel gestreut und den ernsten Willen des Investors in Frage gestellt. Mit der Abrissanzeige sollten diese Zweifel endgültig ausgeräumt sein, versicherte SPD-Fraktionschef Henning. „Wir stehen im Gegensatz zur CDU im ständigen Kontakt mit dem Investor.“ Unibail Rodamco habe die Gründe für den Aufschub nachvollziehbar dargelegt. „Man hat sich Zeit genommen, die Architektur anzupassen. Der Zeitverlust ist absolut gerechtfertigt“, sagte Henning.

( Weiterlesen: Die Gegner der Neumarkt-Sperrung wollen mit einer eigenen Wählergruppe bei der Kommunalwahl am 11. September antreten. >> )

Michael Hagedorn (Grüne) bewertete die 130-Millionen-Investition als „die wichtigste Baustelle der letzten Jahrzehnte“. Der Neumarkt werde mit dem Center, den Folgeinvestitionen und einer autofreien Platzgestaltung endlich die Aufwertung erfahren, die die „Mitte der Stadt“ dringend brauche. Wulf-Siegmar Mierke (UWG/Piraten) sieht mit der Abrissanzeige alles Zweifel am Centerbau beseitigt. Wenn das Gebäude vor H&M realisiert sei (das sogenannte Baulos 2) werde der Platz seine historische Form, wiedergewonnen haben. „Und autofrei sein – das ist genau die richtige Entscheidung“, so Mierke. Auch Gisela Brandes-Steggewentz (Linkspartei) will keine Autos auf dem Neumarkt, die den dringend nötigen Brückenschlag zur Johannisstraße gefährden würden. Marita Sliwka (FDP) sagte, die Osnabrücker könnten sich darauf freuen, dass „diese hässlichen Gebäude“ hier bald verschwinden. Und Christopher Cheeseman (ehemals Linke) äußerte seinen „Stolz“, dass die „Koalition der Modernisierer“ voranschreite und das Neumarkt-Projekt zum Erfolg führe.


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